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Grüne Zukunft für Sossenheim

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Von: Sebastian Theuner

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Sossenheim soll zum Vorbild werden.
Sossenheim soll zum Vorbild werden. © christoph boeckheler*

Durch ein integriertes Quartierskonzept und eine Energieberatungskampagne soll der Frankfurter Stadtteil zum klimafreundlichen Vorbild werden.

Der Donnerstafgabend soll der letzte Abend gewesen sein, an dem in Sossenheim „nur geredet“ wurde. „Ab morgen müssen wir ins Machen kommen“, wünscht sich Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff (Grüne) bei der Auftaktveranstaltung „Sossenheim kann Klimaschutz“ im Chlodwig Poth-Saal. Die Stadt Frankfurt und das Energiereferat wollen den Stadtteil fit für eine klimagerechte Zukunft machen. Dabei helfen sollen ein integriertes Quartierskonzept und eine Energieberatungskampagne.

Für das integrierte Quartierskonzept arbeiten unter Federführung des Energiereferats mehrere Stadtämter zusammen. Erstellt wird es bis Januar 2023 von zwei externen Dienstleistern. „Sossenheim hat eine heterogene Struktur etwa mit dem historischen Stadtkern, Mehrfamilienhäusern und dem Großsiedlungsbau aus den 60er und 70er Jahren“, begründete Karin Gerhardt vom Energiereferat die Wahl des Stadtteils.

Ziel des Projektes ist es, alle Gebäude in Sossenheim nach energetischen Faktoren zu beurteilen und Einsparpotenziale durch energetische Sanierungen zu identifizieren. Weitere Schwerpunkte sind nachhaltige Mobilität, die Einbindung erneuerbarer Energien und Abwärmepotenziale. Für den Westen und den Osten von Sossenheim sei jeweils ein eigenes Konzept vorgesehen, sagte Annika Nube vom Dienstleister Innovation City Management. Untersucht werden soll etwa, ob die Abwärme der Rechenzentren im Osten Sossenheims für die Hausversorgung genutzt werden kann. Gleiches gilt für die Flussabwärme aus der Nidda, die an der Wohnsiedlung Im Mittleren Sand entlang fließt.

Nach Erstellung des Quartierskonzeptes und eines Maßnahmenkataloges soll in den folgenden drei bis fünf Jahren die Umsetzung der bis dahin gesteckten Ziele erfolgen. Diese wird durch ein Sanierungsmanagement begleitet. Die Stadt sowie Mieter:innen, Eigentümer:innen, Energieversorger und die Wohnungswirtschaft sollen dabei eingebunden werden. Das Projekt ist Teil des „Masterplan 100 % Klimaschutz“ der Stadt Frankfurt. Gefördert wird es von der KfW-Bank. „Wir wünschen uns ein Leuchtturmprojekt“, sagte Karin Gerhardt.

Parallel dazu startet die Stadt Frankfurt gemeinsam mit der Landesenergieagentur Hessen (LEA) eine kostenlose Energieberatungskampagne für Gebäudeeigentümer:innen in Sossenheim. Im Juni und Juli werden hierfür Energieberater zu den Bürger:innen nach Hause kommen.

„Es ist wichtig, sich das Haus insgesamt anzugucken“, sagte Karsten McGovern, Geschäftsführer der LEA. Potenzielle Problemfelder wie eine alte Heizung oder ein schlecht gedämmtes Dach würden meist zusammenhängen. Melanie Schlepütz, Projektleiterin für Energiesparen und -effizienz im Gebäudesektor bei der LEA, warb, dass mit einer energieeffizienten Modernisierung Betriebskosten verringert und Wohnkomfort und Gebäudewert gesteigert werden könnten. „Und man hilft, CO2-Emissionen zu senken.“

Zirka 60 Bürger:innen lauschten im Chlodwig Poth-Saal den Vorträgen. Ein Besucher sagte, er wohne nahe der Rechenzentren. Wenn dort gekühlt werde, ströme warme Luft in die benachbarte Wohnsiedlung. „In Sossenheim gibt es Probleme, die zu lösen sind.“ Nach den Vorträgen konnten die Besucherinnen und Besucher Kontakt zu Energieberatern knüpfen und erste Termine vereinbaren.

Zur Beratung anmelden können sich Sossenheimer:innen im Juni unter Tel. 069 212-39193 oder per E-Mail an klimaschutz.sossenheim@stadt-frankfurt.de.

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