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Pia Kitzel will das Café ihres Großvaters in der Kurmainzer Straße 205 übernehmen.
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Pia Kitzel will das Café ihres Großvaters in der Kurmainzer Straße 205 übernehmen.

Sossenheim

Frankfurt: Sossenheimer Kult-Café Kitzel hat doch wieder eine Zukunft

  • VonMichael Forst
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Das Sossenheimer Traditionscáfé Kitzel ist gerettet. Pia Kitzel, die Enkelin von Peter Kitzel, will das Geschäft in der Kurmainzer Straße übernehmen. Gesucht wird jetzt nur noch ein Bäcker.

Frankfurt - Pia Kitzel hat einen Plan – und der soll aufgehen wie ein guter Hefeteig: Die 20 Jahre alte Enkelin Peter Kitzels will von ihrem Großvater das Café Kitzel in der Kurmainzer Straße in Frankfurt übernehmen. Damit wäre die Zukunft der mehr als 50 Jahre alten Institution im Stadtteil, die für die Stammkundinnen und -kunden ob ihrer heimeligen Atmosphäre und liebevollen Einrichtung auch gerne als „Wohnzimmer“ bezeichnet wird, vorerst gesichert.

Denn Inhaber und Konditormeister Kitzel, das hat der 75-Jährige schon vor längerem angekündigt, legt zum Ende des Jahres die Schürze ab. Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger war lange ergebnislos geblieben. Doch dank seiner Enkelin hat das Café mit der beeindruckenden Sammlung von Bildern und Kaffeekannen, die über die Jahre dank der tätigen Mithilfe von Kunden auf unzählige Exemplare angewachsen ist, eine gute Chance, weiterzuleben,

Café Kitzel in Frankfurt: Mit Liebe gebacken statt von der Stange

Voraussetzung dafür ist allerdings noch ein Bäcker, der sich kompetent um die Produktion der selbst gemachten Kuchen, Kreppel und Co. kümmert – in Zeiten der Aufback-Massenware vom Discounter mehr denn je der „Marken-Kern“ des kleinen Sossenheimer Cafés.

Pia Kitzel wird zwar, so die Idee, als Chefin den Laden führen und zum Bedienen auch an die Tische kommen – doch das Backhandwerk hat sie nicht gelernt. Nach ihrem Fachabitur hat sie beruflich vielmehr auf ganz andere Pferde gesetzt: nämlich auf jene des Frankfurter Polo Clubs 1902, die sie betreut, trainiert und für die Wettkämpfe fit macht.

Café Kitzel in Frankfurt: Pferde lehrten sie Fleiß und Einsatz

„Das geht nur mit Disziplin und Einsatzbereitschaft rund um die Uhr – denn die Tiere brauchen dich, denen sind deine Arbeitszeiten egal“, berichtet sie. Es seien Eigenschaften, die ihr auch als künftige Chefin des Cafés zugutekommen dürften.

„Die Pia ist eine richtig Taffe“, lobt derweil ihr Großvater. Er ist überzeugt davon, dass sie das nötige Rüstzeug mitbringt, das der Job verlangt – „auch wenn ich es anfangs lieber gesehen hätte, dass sie studiert“, wie er einräumt.

Die Leidenschaft hat sie allemal, wie schnell klar wird, wenn sie begeistert von ihren Kindheitserinnerungen im Café des Opas erzählt. Wie sie im Kindergarten-Alter „unheimlich stolz“ war, Gästen ein Milchkännchen oder auch den Kuchen an den Tisch bringen zu dürfen. Oder sie später jeden Morgen vor der Schule für eine halbe Stunde im Café Station machte, um sich von Peter Kitzel ein leckeres und gesundes Frühstückspaket für die Schule mitgeben zu lassen. Und immer auch, um schnell anzupacken, wo es nötig war: telefonieren, servieren, mithelfen, Opa beim Plätzchenteigkneten zur Hand gehen.

Café Kitzel in Frankfurt: Vielleicht ein oder andere Renovierung, sonst bleibt alles gleich

Was will sie als künftige Inhaberin des Kult-Cafés anders machen? „Nichts“, erwidert sie mit entwaffnender Überzeugung. Und schiebt nach: „Vielleicht werde ich die eine oder andere Renovierung vornehmen.“ Allein wird sie dabei nicht sein: Vom bewährten Team, das Pia Kitzel liebevoll als „Familie“ beschreibt, bleiben die Mitarbeiterinnen Patrizia „Pati“ Müller und Susie Fischer erhalten.

Auch Peter Kitzel und seine Lebensgefährtin Gitti Högermeyer werden weiter mit anpacken, wo es nötig ist. Vor allem, „wenn der Bus kommt“, wie es im Gastronomen-Slang heißt: sprich, wenn die Gästezahl von einer Minute zur nächsten in die Höhe schnellt, gerade im Winter. Jetzt also muss es nur noch mit dem Bäcker klappen.

Ein vielversprechender Kandidat hat sich schon auf einen Aufruf auf Facebook hin gemeldet. Und der ging schon nach kurzer Zeit „durch die Decke, wurde 300 Mal geteilt“. Auch das macht ihr Hoffnung für die Zukunft. (Michael Forst)

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