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Im Cäcilia-Lauth-Spielpark fehlen Schaukeln, monierte eine Teilnehmerin der Zukunftswerkstatt Sossenheim von Soziale Stadt Sossenheim, SOS-Kinderdorf. 

Sossenheim

Sossenheim: Lebensmittelgeschäft auf Rädern

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Bei einer Zukunftswerkstatt sammeln Teilnehmer Vorschläge für ein lebenswerteres Quartier. Die Ideen sollen in ein städtebauliche Entwicklungskonzept einfließen.

Gewohnt lebhaft geht es am Samstagnachmittag im Familienzentrum des SOS-Kinderdorfs zu. Während Kinder über den Flur toben oder auf dem Boden sitzen und Monopoly spielen, haben sich die Erwachsenen zusammen gesetzt, um sich gemeinsam Gedanken über Veränderungen in ihrem Quartier zu machen.

Im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt Sossenheim“, das von Bund, Land und der Kommune finanziert wird, sind rund 30 Bürger zur Zukunftswerkstatt zusammen gekommen. Vier größere Themenkomplexe haben die Projektverantwortlichen des örtlichen Quartiersmanagements sowie eines Stadtentwicklungsbüros nach ersten Umfragen im Viertel zusammen gefasst. In kleinen Gruppen werden sie diskutiert.

Sabrina Fischer hat sich zur Gruppe „Wohnen, Wohnumfeld, Grünflächen“ gesetzt. Die vierfache Mutter treibt vor allem das Thema Spielplätze um. Insbesondere für den größten, den Cäcilia-Lauth-Spielpark, hat die 31-Jährige Verbesserungsvorschläge. „Seit einem Jahr sind die Schaukeln weg“, sagt sie. „Und das Klettergerüst ist nicht sicher“. Es gebe zu wenige Mülleimer und keine Toiletten. Und obwohl der Ort aufgrund der Größe beliebt sei und früher von vielen Sossenheimern genutzt worden sei, habe sich das zuletzt geändert: „Seit die Schaukeln weg sind, ist er kein Treffpunkt mehr“, sagt Fischer. Positiv sei anzumerken, dass das Grünflächenamt den Park regelmäßig sauber mache.

Auch der 15-jährige Marius Murawski moniert die „runtergekommenen Spielplätze“ im Viertel. Am Spielplatz bei der „Sulzbach-Wiese“ vermisse er ein neues Klettergerüst. Im Grüngürtel könne er sich eine komplett neue Spiel-Anlage für kleinere Kinder gut vorstellen, an die Autos wegen des Grüngürtels nicht heranfahren dürften. So soll der Nachwuchs in Ruhe spielen können.

Michael Weber hängt gerade eine Notiz an eine Stellwand, an der als Überschrift „Mobilität und Verbindungen“ steht. Auf dem Zettel hat der 52-Jährige Stichpunkte zum Problem mit dem Durchgangsverkehr durch das westliche Quartier notiert, das an die Autobahnen 66 und 648 grenzt. „Sossenheim ist eine Transitstrecke“, sagt er. „Die Frage ist, wie man den Stadtteil als Ausweich-Route unattraktiv machen kann“. Ein weiteres Problem stelle der ohnehin schon „knappe Parkraum“ dar.

In einem Nebenraum versucht Stadtentwickler Sven Fries mit einer dreiköpfigen Gruppe Begegnungsorte für Alt und Jung zu finden. Unter der Überschrift „Soziale Infrastruktur und Sport“ erklärt er, dass sich die „in die Jahre gekommene“ Turnhalle der Sportgemeinschaft Sossenheim als Ort für Veranstaltungen eigne. Sie könne von Jugendlichen und Älteren genutzt werden.

Quartiersmanagerin Zlatica Niznanska spricht mit Teilnehmer über „Nahversorgung und Beschäftigung“. Weil es nur noch so wenige Läden gibt, überlegt die Gruppe einen „Bringdienst mit dem Fahrrad“ zu organisieren oder ein „Lebensmittelgeschäft auf Rädern“ anzubieten, wie Niznanska es formuliert. Bedarf gebe es unter anderem für einen Metzger. Außerdem würden eine Kinderarzt- und eine internistische Praxis gebraucht.

Die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt sollen in das städtebauliche Entwicklungskonzept der Planer fließen, das im Sommer begonnen wurde und in den nächsten Monaten weiter vorangetrieben werden soll.

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