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Der Neubau punktet mit moderner Raumaufteilung und starker Fassadengestaltung.

Sossenheim

Sossenheim: Das Pendeln hat ein Ende

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
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Die Henri-Dunant-Schule in Frankfurt bezieht ihren Neubau an der Schaumburger Straße. Die Grundschüler müssen nun nicht mehr täglich mit dem Bus nach Höchst gondeln.

So ganz glauben können es die Lehrer und Kinder an der Henri-Dunant-Schule noch nicht. „Wir brauchen etwas Zeit“, sagt Rektor Ulrich Grünenwald. Versonnen schaut er auf den geschmückten Hof. Wimpel und Ballons grüßen zum neuen Schuljahr. Wohlwollend streift Grünenwalds Blick die Klinkerfassade, ruht kurz auf den roten Fensterrahmen mit den weißen Simsen. Endlich, endlich hat die Pendelei mit Bussen ein Ende. Nach fünf Jahren in der Containeranlage an der Palleskestraße in Höchst ist die Sossenheimer Grundschule in den Stadtteil zurückgekehrt. In einen schmucken Neubau an alter Stelle, an der Schaumburger Straße 62.

Baudezernent Jan Schneider (CDU) hat sich zur Begehung angekündigt. Er wolle zeigen, was das Amt für Bau und Immobilien für gute Arbeit leiste, sagt er. In vier Jahren mit Planung und Bau fertig zu werden, sei gut, findet er. „Wir vom Bau“, fügt er hinzu, „kennen zwar die Häuser, haben aber selten die Gelegenheit, sie mit Leben gefüllt zu sehen.“

Leben ist schon reichlich in der Bude. Am Morgen hat Grünenwald feierlich ein rotes Band zerschnitten zur Eröffnung. Dann sind die meisten der 310 Kinder erstmals zum Unterricht in ihre neue Schule geeilt. Die ersten Klassen feiern Dienstag und Mittwoch Einschulung, wegen Corona in vier einzelnen Feiern, jede Klasse eine. Das Virus bedingt auch, dass jede Jahrgangsstufe derzeit einen eigenen Eingang nutzt. Der Neubau macht’s möglich.

Sollte die Pandemie irgendwann vorüber sein, ergeben sich etliche weitere Möglichkeiten. Nach dem pädagogischen Konzept „Schule als Lebensraum“ stehen nicht nur Klassenzimmer bereit, auch Aufenthaltsmöglichkeiten für Freizeit und Lernen außerhalb des Klassenverbands. Jeder Jahrgang bildet ein Cluster mit festen Räumen aber auch gemeinsamen Zimmern, in denen Begegnungen möglich sind.

Begegnung soll auch der Aufenthaltsraum ermöglichen, dem Fachpersonal. Den 35 Lehrerinnen und Lehrern stehen Arbeitszimmer zur Verfügung, aber auch eine Lounge, die Austausch und Treffen ermöglichen soll. Immerhin hat Rektor Grünenwald ein Team voller unterschiedlichen Professionen um sich geschart. Da gibt es Integrations-Helfer, Sozialpädagogen, Betreuungskräfte, insgesamt sind an der Dunantschule etwa 50 bis 60 Menschen beschäftigt.

Entsprechend freut sich Grünenwald, dass die Stadt die 22,3 Millionen Euro in die Hand genommen hat, für eine Schule, die nicht „in einem der modernen, schicken Stadtteile steht“. Elf digitale Tafeln sollen noch kommen. Im Oktober neue Computer. Auch dem zugesagten WLAN „fiebern wir entgegen“, sagt Grünenwald.

Sehr zufrieden mit dem Neubau ist auch Ortsvorsteherin Susanne Serke (CDU). Als Sossenheimerin habe sie den schlimmen Zustand der früheren Dunantschule noch gut vor Augen. Schimmel war nur eines der Probleme. Just als sie im Ortsbeirat angefangen habe, seien dort die Decken hinuntergekommen.

In den Containern an der Palleskestraße residiert inzwischen die neu gegründete IGS 15. Die Stadt sucht noch nach einem endgültigen Standort. Die Container stehen noch bis 2025.

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