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Mal sehen, ob am Donerstagabend im Römer auch schon Weihnachtsstimmung herrscht.

Römerbriefe

Sorry, Jutta Ditfurth

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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  • Georg Leppert
    Georg Leppert
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Stephan Siegler hat sich im Ton vergriffen. Jetzt hat Jutta Ditfurth was gut bei ihm. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Busch: Hat sich Stephan Siegler eigentlich mal bei Jutta Ditfurth entschuldigt?

Leppert: Nicht dass ich wüsste.

Busch: Hmmm.

Leppert: Ist aber auch viel verlangt.

Am Donnerstag, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik, treffen sich die Stadtverordneten wieder zur Plenarsitzung. Wir müssen aber nochmal zurückblicken auf die Sitzung im November. Da nämlich hat Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU) weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit einen Spruch ’rausgehauen, der zumindest grenzwertig ist.

Folgendes war passiert: Wie stets in Corona-Zeiten mahnte Siegler zur Eile. Die Debatten sollten so kurz wie möglich gehalten werden, forderte der Vorsteher. Jutta Ditfurth, Stadtverordnete von Ökolinx, widersprach. Das Parlament möge doch bitteschön seine Arbeit machen. Und weil Ditfurth ihren Punkt nicht nur einmal vortrug und dabei auch nicht immer leise und höflich sprach, wurde Siegler zunehmend genervter und sagte schließlich: „Es ist immer einfacher zu reden, wenn man Corona schon hatte als wenn man es noch nicht hatte.“ Dazu muss man wissen, dass Ditfurth im Frühjahr an Covid 19 erkrankt war. Diese Erfahrung brauchte sie in etwa so sehr wie die Zusammenarbeit mit Joschka Fischer.

Nun sollten wir mal klarstellen: Auch wenn Jutta Ditfurth das völlig anders sieht – Stephan Siegler ist ein guter Stadtverordnetenvorsteher, der Sitzungen souverän leitet, fair ist, sich nicht provozieren lässt und die Stadt auch bei Delegationsreisen gut vertritt. Nur: Dieser Spruch war echt doof. Eigentlich sollte er sich dafür entschuldigen. Aber das ist schwierig. Ditfurth und Siegler können sich seit jeher nicht ausstehen. Sie hält ihn für einen reaktionären Chauvi, der sich zu wichtig nimmt, er fühlt sich durch Zwischenrufe von Ökolinx missachtet. Da sagt man nicht einfach öffentlich: Sorry, Frau Ditfurth, war blöd von mir, ich wollte nicht persönlich werden.

Aber es gibt ja noch andere Möglichkeiten der Wiedergutmachung. Hier kommen unsere drei Ideen, wie Siegler zeigen kann, dass es ihm leid tut:

– Siegler lässt die Tafel mit den Frankfurter Ehrenbürgern vom Römer in den provisorischen Plenarsaal bei den Stadtwerken bringen und gibt Ditfurth Hammer und Meißel. Dann kann sie endlich den Namen von Hermann Josef Abs entfernen. Schon vor Jahren hatte Ditfurth den Eintrag überklebt. „Abs war der Chefbankier der Nazis“, sagte sie damals im FR-Interview.

– Siegler sagt eine ganze Sitzung lang nur „Redepult“. Nicht „Rednerpult“. Weil es nämlich Gerüchten zufolge auch Rednerinnen geben soll. Nach FR-Informationen fänden diese Sprachregelung einige hochrangige Kommunalpolitiker:innen gut.

– Siegler führt die Regelung wieder ein, wonach sich Fraktionen gegenseitig Redezeit schenken können. Anschließend erzählt er Nico Wehnemann (Die Fraktion), die in Fachkreisen „Polnische Botschaft“ genannte Kneipe am Römerberg sei vom Lockdown ausgenommen. Daraufhin eilt Wehnemann zum Redepult, sagt „Tempo 10 im Bahnhofsviertel und Fuck AfD“ und spendet den Rest seiner Redezeit an Ökolinx.

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Römer-Team der FR, das aus dem Frankfurter Römer berichtet.

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