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Studie

Sorge um Frankfurts Singles

Gesundheitsrisiken durch Einsamkeit. Stadt verweist auf zahlreiche Angebote.

Dass die meisten Frankfurter Singles in der Innenstadt leben, beunruhigt den Ortsbeirat 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus, Gutleutviertel, Innenstadt). Deshalb hat er sich an den Magistrat gewandt. Unter anderem will das Gremium wissen, ob Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Einwohnerstruktur und sozialen beziehungsweise gesundheitlichen Risiken hinsichtlich des Ortsbezirks vorliegen und ob es präventive Ansätze dagegen gibt – etwa durch die Unterstützung von Nachbarschafts- und Begegnungsinitiativen sowie durch die Arbeit der Quartiersmanager und -managerinnen.

Die Sorge des Ortsbeirats hängt mit Studien zusammen, die belegen, dass mögliche Einsamkeit und Isolation ein großes körperliches wie geistiges Gesundheitsrisiko bergen. Beispielsweise erhöhe sich das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Alzheimer, Demenz, Depression, Schizophrenie und Sucht.

„Untersuchungen zeigen eine verringerte Lebenserwartung für an Einsamkeit leidende Menschen an, im höheren Maße als Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht“, erklärt das Gremium. Den jüngsten statistischen Berichten der Stadt zufolge liegen im Ortsbezirk 1 die Stadtteile mit den verhältnismäßig meisten Einpersonenhaushalten. Mit 70,6 Prozent weist das Bahnhofsviertel die höchste Quote auf, gefolgt von der Innenstadt (69,5), Gutleut (64,4) und der Altstadt (63,2).

Ein möglicher Zusammenhang zwischen der Einwohnerstruktur und besagten Risiken sei bisher nur bedingt untersucht worden, teilt der Magistrat mit. „Insofern gibt es hierzu keine umfassenden Erkenntnisse.“ In diesem Zusammenhang verweist er auf das Frankfurter Projekt zur Prävention von Suiziden mittels evidenzbasierter Maßnahmen (Frappe), an dem das Gesundheitsamt beteiligt ist. Ergebnisse auf Stadtbezirksebene auf die Rate an suizidalen Handlungen seien voraussichtlich ab Mitte des Jahres verfügbar.

Auch die Quartiersmanagements hätten das Thema Einsamkeit im Blick. Unter anderem versuchten sie, die Nachbarschaft zu vernetzen. Zudem gebe es spezielle Angebote für Ältre. „Aus Sicht des Magistrats wird hier bereits in der angefragten Form gearbeitet“, heißt es. „Ein Ausbau ist aus unserer Sicht nicht notwendig.“

Während der Pandemie sei es schwierig, Menschen zu erreichen. Gelingen soll das etwa mit dem neu eingerichteten Onlineformat „Shared Reading – Literarisches Miteinander“, bei dem virtuell Gedanken und Gefühle anhand von Gedichten und Geschichten ausgetauscht werden.

Da gerade ältere Menschen und psychisch Kranke oft Vorbehalte und Probleme bei der Nutzung digitaler Medien hätten, plane die Abteilung Psychiatrie des Gesundheitsamtes jetzt Telefonpartnerschaften: „So können sich Menschen kontaktlos mit anderen austauschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden.“

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