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Seit 40 Jahren das Zuhause verschiedener kultureller Projekte: die „Brotfabrik“ in Hausen.
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Seit 40 Jahren das Zuhause verschiedener kultureller Projekte: die „Brotfabrik“ in Hausen.

Hausen

Sorge um die „Brotfabrik“

Das Gelände des Kulturprojekts „Brotfabrik“ in Hausen soll an Immobilieninvestor verkauft werden.

Es war für uns wie ein Schlag ins Gesicht“, sagt Antje te Brake. Ende vergangenen Jahres hat die Geschäftsführerin des „Kulturprojektes 21“ in der Brotfabrik und Vorstandsmitglied des Trägervereins „Brotfabrik Hausen“ erfahren, dass die Eigentümerin das soziokulturelle Zentrum in der Bachmannstraße verkaufen möchte. An einen Investor. Mit dem langfristigen Plan, den Backsteinbau abzureißen und auf dem 1500 Quadratmeter großen Areal Wohnungen zu bauen. Das geht aus einem Schreiben hervor, in dem der Verein über „die bereits fortgeschrittenen Verhandlungen“ informiert wurde. „Man rechnet derzeit ja mit viel, aber damit nicht. Das war das Tröpfchen, das nach fast zwei harten Jahren noch gefehlt hat“, sagt te Brake.

Es ist eine bunte Mischung, die den historischen Backsteinbau seit rund 30 Jahren mit kulturellem Leben füllt. Neben dem Kulturprojekt, das Konzerte, Lesungen, Vorträge und Filmvorführungen anbietet, gibt es unter anderem ein Restaurant, eine Studenten-WG, eine Physiotherapiepraxis, einen Rechtsanwalt und einen Steuerberater. Es sind Existenzen, die von solch einer Entscheidung abhängen. „Für den einen mehr, für die anderen weniger“, sagt te Brake.

Wie die des Frankfurter Autorentheaters, das seit 2007 auf dem Gelände zu Hause ist. „Wir sind geschockt über diese Nachricht“, sagt Adrian Scherschel. Weil man nicht wisse, wie es weitergehe. Zwar gebe es einen Mietvertrag, der bis Ende 2025 laufe und eine Option für weitere zehn Jahre beinhalte. Darauf verlassen wolle man sich aber nicht. „Wir werden uns wehren“, sagt er.

Wie der Trägerverein. „Wir können nicht zulassen, dass dieses Projekt, das für den Stadtteil so wichtig ist, verschwindet“, sagt Antje te Brake. Die erste Überlegung, dass der Trägerverein die Brotfabrik kaufe, habe sich nicht realisieren lassen. Und auch die Idee, den Mietvertrag vorzeitig zu beenden, sei keine Option gewesen. Stattdessen hoffe man nun auf die Unterstützung der Stadt. „Vielleicht ist es möglich, dass sie ein Vorkaufsrecht erhält und die Brotfabrik in ihrer jetzigen Form erhalten bleiben kann. Das ist unser großer Wunsch“, sagt te Brake, die sich deshalb auch bereits an den Ortsbeirat gewandt hat.

„Die Brotfabrik ist ein Aushängeschild für den Stadtteil und weit darüber hinaus bekannt. Wir können diese Pläne nicht zulassen“, sagt Michaela Will (SPD), die für die nächste Sitzung des Stadtteilgremiums bereits einen Antrag formuliert hat, der in einem Nebensatz verrät, was in Hausen geplant ist. Und zugleich den Magistrat auffordert, mit einer Ideenwerkstatt den alten Hausener Ortskern zu schützen.

Dass aus ihrer Brotfabrik einmal solch ein wichtiger kultureller Mittelpunkt wird, damit hätten Louis Lautz und Louis Hoffmann, die diese 1888 gründeten, wohl nicht gerechnet. Schließlich wollten sie nur Brote backen. Was dann auch tatsächlich dort geschah – bis zum 15. April 1972, als das letzte süße Stückchen produziert und die Firma geschlossen wurde. Aus der Idee, Teppiche zu lagern, statt Brot zu backen wurde nichts, 1981 zog die Kultur ein, erst mit dem Markt- und Kulturzentrum, seit 1997 dann mit der „Brotfabrik Hausen“. (Judith Dietermann)

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