+
Das Gelände am Röderbergweg, jetzt um einen großen Baum ärmer.

Wohnen in Frankfurt

Sorge ums Grün im Frankfurter Ostend

  • schließen

Anwohner im Frankfurter Ostend fürchten nach einer Baumfällung neue Baupläne im Röderbergweg. Der Protest im Umweltausschuss verläuft anders als erwartet.

Im Sommer dachten die Leute im Röderbergweg 71-81, es wäre erst einmal überstanden. Da stoppte die Bauaufsicht den Plan der Wohnbaugenossenschaft Frankfurt, das Gelände mit 14 zusätzlichen Wohnungen nachzuverdichten. Doch nun sind die Anwohner erneut alarmiert. „Die Genossenschaft hat den größten und schönsten Baum hingerichtet“, sagt Rainer Weber. Mit ihrem Protest gegen den Neubau hätten die Anwohner verhindern wollen, „dass unnötig Bäume gefällt werden – und genau das ist nun doch passiert“.

20 Meter hoch mit einem Stammdurchmesser von eineinhalb Metern sei die Pappel gewesen. Weber trug den Ärger und die Sorgen am Donnerstagabend im Umweltausschuss der Stadtverordneten vor – freilich ein wenig losgelöst vom eigentlichen Problem. Statt den Fall des Baumes zu schildern, holte er zu einem Rundumschlag aus gegen jene, die bauen wollen, ohne die Klimafolgen zu bedenken und dies „zynisch, hinterhältig, sich Fake News bedienend“ vorantrieben. Er selbst habe ein Klimafolgen-Gutachten für den Röderbergweg eingeholt, das skizziere, was im Zuge eine Bebauung geschehe: „Verheerend!“

Die Abgeordneten wirkten hernach ein wenig ratlos, was sie nun dem Mann in seinem Furor antworten sollten – und antworteten ihm gar nichts. Hängen blieb auf jeden Fall das Versprechen Webers, die Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) in ihrem Kampf gegen die Folgen des Klimawandels nach Kräften unterstützen zu wollen.

Nach Angaben des Umweltamts war die Baumfällung im Röderbergweg rechtens. „Die Pappel war nicht mehr sicher“, erklärt Sprecher Martin Müller. „Das hat das Gutachten eines öffentlich bestellten und vereidigten Gutachters ergeben.“ Die Untere Naturschutzbehörde habe daher der Fällung aus Sicherheitsgründen zugestimmt. Das Gutachten in Auftrag gegeben habe die Genossenschaft. Müller: „Es bestand aber kein direkter Zusammenhang mit einem Bauvorhaben.“

Weber hat nach eigenen Angaben eine Expertise, die dem Baum Standfestigkeit attestiere. Er vermutet hinter der Fällung einen ersten Schritt, das Gelände doch noch zu bebauen, dann eventuell in abgespeckter Form. Die Folgen fürs Mikroklima seien in jedem Fall katastrophal: „Das gibt eine Tropenhitze.“ Die Wohnbaugenossenschaft war am Donnerstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare