Buchmesse

Sorge um Frankfurter Buchmesse

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Die Buchmesse wird in diesem Jahr in kleinerer Form stattfinden. Stadtverordnete sorgen sich um die Zukunft der Buchmesse und es gibt Befürchtungen, sie werde zur „Provinz-Messe“.

Die Corona-Pandemie hat für monatelangen Stillstand an der Messe Frankfurt gesorgt. „Doch wir haben Mut zur Zukunft“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am Donnerstagabend im Stadtparlament. „Die Messe investiert, die Stadt investiert – wir glauben gemeinsam an diese Stadt.“ Die Stadt würde mit eigenem Geld in die Messe reingehen, „antizyklisches Investieren ist richtig“, sagte Feldmann.

Besonders wichtig sei gewesen, dass die Buchmesse wie geplant vom 14. bis 18 Oktober stattfinden könne, sagte der Oberbürgermeister. Die Sorge über eine Absage sei mit Händen greifbar gewesen. Denn „wenn die Buchmesse fällt, dann besteht die Gefahr, dass auch die folgenden Messen abgesagt werden könnten“.

Doch gemeinsam mit der schwarz-grünen Landesregierung unterstütze man die Buchmesse, sagte Feldmann. „Um so ein Stück des Risikos wegzunehmen.“ Nun wird die Literaturwelt im Oktober zu Gast in Frankfurt sein, die Messe wird aber kleiner ausfallen. Nur eine Ebene wird in drei Messehallen reserviert sein. Es wird maximal mit einem Drittel der sonst anwesenden Verlage gerechnet, 2019 waren noch 7450 Aussteller vor Ort. 20 000 Besucher dürfen sich an einem Messetage auf dem Gelände aufhalten. Große Bühnen soll es in diesem Jahr nicht geben.

Für Jutta Ditfurth (Ökolinx) wird der Messestandort Frankfurt durch die in der kleineren Form abgehaltenen Buchmesse nicht gestärkt, sondern beschädigt. „Es werden keine ausländischen Verlage und kaum ausländische Besucher kommen“, sagte sie. Man riskiere eine „Provinz-Messe“, die dazu führen könne, dass die Buchmesse in Zukunft immer mehr schrumpfe. Man solle sie nicht mit brachialer Gewalt durchführen, sondern „ernsthaft überlegen, ein anderes Konzept zu entwickeln – oder doch noch abzusagen“. Für Luigi Brillante (Fraktion Frankfurter) ist eine Messe ein „Superspreader-Event“, und für Jessica Purkhardt (Grüne) sollte der „Wesenskern der Buchmesse nicht verändert werden“. Thomas Dürbeck (CDU) sieht auch die Gefahr, dass „wenn die Messe dieses Jahr nur noch mittelmäßig und enttäuschend verläuft, sie nächstes Jahr gar nicht mehr stattfindet“.

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