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Das städtische Projekt "Würde im Alter" in Sachsenhausen steht vor dem Aus (Symbolbild).

Demenzkranke in Frankfurt

Sorge um Förderung für Demenzkranke

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Angehörige von Bewohnern des Marthahauses in Frankfurt befürchten eine schlechter werdende Versorgung. Denn die Stadt reduziert die finanzielle Unterstützung.

Angehörige von dementen Bewohnern im Marthahaus in Sachsenhausen befürchten eine drastische Verschlechterung der Versorgung: Eine besondere Förderung der Bewohner, die über das erfolgreiche städtische Projekt „Würde im Alter“ finanziert wurde, wird zum Jahresende eingestellt, bedauert etwa Carmen Horstmann, deren Mutter seit einigen Monaten im Marthahaus lebt. Die Stelle der Kunsttherapeutin etwa werde entfallen.

Für die Leiterin der Einrichtung, Mona Beck, ist „der Aufschrei der Angehörigen verständlich“. Sie habe der Kunsttherapeutin eine Stelle als Alltagsbegleiterin angeboten, die diese aber nicht gewollt habe. Das Projekt „Würde im Alter“ werde fortgesetzt – wenn auch unter einem neuen Vorzeichen, sagte Beck. 

Spezielle Förderung von Demenzkranken

Dass die spezielle Förderung von Demenzkranken durch die Stadt nun ausläuft, ist eine Reaktion auf die veränderte Gesetzeslage, erklärte Manuela Skotnik vom Sozialdezernat der Stadt Frankfurt. Das neue Pflegegesetz, das unter anderem die drei Pflegestufen abschaffte und durch fünf Pflegegrade ersetzte, berücksichtigt auch dementielle Erkrankungen. Die Kosten für die Betreuung demenzkranker Bewohner müssen von der Pflegeversicherung übernommen werden. Daraus ergeben sich für die Heime neue organisatorische Herausforderungen, wie mehrfach zu hören war.

Die Stadt aber ist gehalten, ihre freiwilligen Leistungen für Projekte auszugeben, die nicht schon durch andere Leistungsträger wie die Pflegeversicherung abgedeckt sind. Skotnik drückt diesen Sachverhalt diplomatisch aus, wenn sie sagt man habe „einen Hinweis“ aus dem Revisionsamt erhalten. Das Projekt „Würde im Alter“ werde nun mit neuen Schwerpunkten fortgesetzt. Es bleibe bei dem Anspruch, durch vorbildliche Angebote mögliche Defizite der Pflegeversicherung auszugleichen. So sei daran gedacht, Mittel für den Problemkreis „Sucht im Alter“ bereitzustellen. Auch die Sterbebegleitung im Heim sei ein Thema. Beides werde durch die Pflegeversicherung nicht abgedeckt.

Skotnik betonte, dass die Heime in den Prozess der Ideenfindung eingebunden seien. Sie würden darauf drängen, auch die Fortbildung zu unterstützen. Skotnik machte aber keinen Hehl daraus, dass es auch darum geht zu sparen. Für die rund 30 Projekte, die in diesem Jahr gefördert werden, seien 1,8 Millionen Euro ausgegeben worden. Für das kommende Jahr seien insgesamt 1,2 Millionen vorgesehen. Das Sozialdezernat sei gehalten, sich an der Haushaltskonsolidierung zu beteiligen, so Skotnik zur Begründung.

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