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Verkehrsbehinderungen durch Demonstrationen.

Sperrungen in der Innenstadt

Protest an jeder Ecke

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Am Super-Samstag mit einem Dutzend Demos ist viel los in der Frankfurter City. Manch Anwohner ist wenig begeistert.

Der Motorradfahrer der Polizei muss sich einiges anhören. Eine wütende Anwohnerin der Schumannstraße im südlichen Frankfurter Westend trägt ihre Einkäufe zu Fuß durch die verwaiste Ludwig-Erhard-Anlage. „Das ist doch kompletter Irrsinn, seit einer Stunde versuche ich, nach Hause zu kommen“, zetert sie. Die Anwohner im Westend haben durch die Newroz-Demo am Vormittag am meisten zu leiden. Durch die zwei Startpunkte westlich und östlich des Stadtteils sind sie umzingelt und müssen auf Autofahrten verzichten.

Doch es gibt auch Sieger der weitreichenden Sperrungen. Eine Kanada-Gans hat sich vom Messeweiher aus aufgemacht, watschelt über die Ludwig-Erhard-Anlage und wundert sich über die leeren Straßen. Sehr zur Freude der Polizisten setzt sich die Gans an die Spitze der Bewegung, noch vor den Wasserwerfer, und bleibt den Kurden auch in der Mainzer Landstraße noch treu.

Gegen Mittag hat das Westend den Frankfurter Supersamstag der Demonstration schon hinter sich. Jetzt rückt die Innenstadt in den Fokus. Denn zehn der für diesen Tag angemeldeten Demonstrationen gehen dort über die Bühne. Am Paulsplatz treffen Demonstranten und Sonnenanbeter, die ihr Eis oder Kaltgetränk genießen wollen, direkt aufeinander. Während die Demonstranten den Cafégästen kaum Beachtung schenken, freuen die sich über den unverhofften Trubel. Nur die Autofahrer jubeln nicht mit. Was sich um die weitgehend gesperrte Innenstadt verkehrstechnisch abspielt, wird klar, als sich herausstellt, dass der Anmelder der Demo am Paulsplatz seit über einer Stunde im Stau steht.

Am späteren Nachmittag wird es dann richtig trubelig in der Innenstadt. Rund 8000 Menschen sind flotten Schrittes rund um Willy-Brandt-Platz und Roßmarkt unterwegs. Zwei kräftige Steinwürfe entfernt laufen 1500 Demonstranten von Norden auf die Hauptwache zu. Und die Menschenansammlung vor der Kleinmarkthalle? Ach so, die will nur Wein trinken.

Immer mittendrin Polizisten aus ganz Deutschland. Ihre Fahrzeuge parken den Teil der City zu, in dem keine Menschen unterwegs sind. Der Job scheint für die Beamten aber machbar zu sein. Um kurz nach 17 Uhr gruppiert sich eine 80-köpfige Polizeieinheit aus Augsburg vor der Alten Oper zum Gruppenbild. Der Tag ist fast geschafft.

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