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Philipp Veits „Germania“ (1848) hängt im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Foto: GNM/Jürgen Musolf
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Philipp Veits „Germania“ (1848) hängt im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.

Debatte

Soll das Kunstwerke „Germania“ in die Frankfurter Paulskirche?

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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Das Kunstwerk „Germania“ hing 1848 in der Paulskirche in Frankfurt. Soll es dahin zurückkehren?

In der Frankfurter Paulskirche hing 1848 und 1849, als die Parlamentarier über die erste gesamtdeutsche Verfassung diskutierten, über dem Rednerpult vor der Orgel ein wuchtiges Bild. Mehr als doppelt so groß wie ein Mensch, 4,82 Meter hoch und 3,20 Meter breit, schaute die „Germania“, die dem früheren Städel-Direktor und Maler Philipp Veit (1793 bis 1877) zugeschrieben wird, auf die Abgeordneten herab.

Die Germania hält einen Stab mit schwarz-rot-goldener Fahne in der einen und ein Schwert mit Ölzweig in der anderen Hand. Hinter ihr geht die Sonne auf. Vor ihr liegen gesprengte Ketten. Gekleidet ist sie in einen kaiserlichen Krönungsmantel mit Doppeladler.

Germanische Nationalmuseum will Kunstwerk lieber behalten

Nach dem gewaltsamen Ende der Nationalversammlung im Mai 1849 wurde das Ölgemälde abgehängt. 1867 kam es ins Germanische Nationalmuseum in Nürnberg, wo es heute noch ist. Dort deutet man die Allegorie so: „Der kaiserliche Krönungsmantel mit dem Doppeladler im Brustschild lässt Sympathie für das Kaiserreich erkennen. Das mit einem Ölzweig umwundene Schwert deutet auf Stärke und Friedfertigkeit einer neu zu begründenden und bürgerliche Mitbestimmung gewährenden Reichsmacht.“ Die gesprengten Ketten stünden für die Freiheit.

Im Frankfurter Römer unternimmt die AfD-Fraktion derzeit den Versuch, die Germania „oder eine Kopie“ wieder in der Frankfurter Paulskirche aufzuhängen. Mit einem früheren Antrag war sie 2019 gescheitert; er wurde mit den Stimmen von CDU, SPD, Grüne, Linke, FDP, Fraktion und Ökolinx abgelehnt.

Fünf Jahre zuvor hatte die FDP-Fraktion gefordert, die „Germania“ wieder in der Paulskirche zu platzieren. Sie zog die „historische Bedeutung“ des Gebäudes heran. Damals scheiterte der Antrag an den Stimmen der Koalition aus CDU und Grünen. SPD, FDP, Freie Wähler und Römer-Fraktion stimmten dafür.

Beim Abstimmungsverhalten geht es im Stadtparlament aber nicht immer nur um die Sache, sondern oft auch darum, wer einen Antrag formuliert. Die Mehrheit im Römer lehnt Anträge der AfD grundsätzlich ab.

Das Germanische Nationalmuseum möchte das Kunstwerk ohnehin lieber behalten. „Das Gemälde ist ein wichtiges Dokument der deutschen Geschichte und Kultur. Unsere Aufgabe als Museum ist es, dafür zu sorgen, dass dieses historische Zeugnis für die Nachwelt erhalten bleibt und in seinen großen, kulturgeschichtlichen Kontext gestellt wird“, sagt der Generaldirektor Daniel Hess. Aus diesem Grund sei das Gemälde dem Museum einst zusammen mit anderen Objekten aus der Paulskirche übergeben worden.

Im Museum würden die Ereignisse, die Mitte des 19. Jahrhunderts stattgefunden haben, erläutert und eingeordnet, sagt er. „Daher gehört die ,Germania´ für uns zwingend ins Museum.“ Der Kontext erkläre die Umstände und verhindere eine politische Instrumentalisierung. So sei das auch schon im 19. Jahrhundert gesehen worden, deshalb sei das Gemälde damals ins Germanische Nationalmuseum gekommen.

Im Frankfurter Städel-Museum hängt übrigens eine weitere „Germania“ von Philipp Veit – und eine „Italia“ – als Teil des Triptychons „Die Einführung der Künste in Deutschland durch das Christentum“. Zu sehen im zweiten Obergeschoss bei den Alten Meistern.

Siehe Kommentar: Kunst nicht instrumentalisieren

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