Fridays for Future

Fridays for Future: Solidarität mit Rojava

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Fridays for Future meldet sich mit einem Protestzug aus der Sommerpause zurück.

Als Helena Marschall ans Mikrofon kommt, wird es richtig laut. „Es ist cool, euch wiederzusehen, seid ihr gut drauf“, fragt die junge Frau. Die rund 200 Menschen vor der Bockenheimer Warte jubeln ihr frenetisch zu und es wird spürbar, wie viel Energie die größtenteils jungen Leute mitgebracht haben. Sie wollen in den folgenden zwei Stunden friedlich für mehr Klimaschutz protestieren.

Es sei der 36. Streik der Fridays for Future in der Frankfurter Innenstadt, verkündet Helena Marschall stolz. Die Bewegung ist seit der Gründung vor knapp einem Jahr zu einem globalen Phänomen geworden. Schüler und Studierende streiken seitdem jeden Freitag, um auf die weltweiten Klimaprobleme aufmerksam zu machen. Auch bei dem 18-jährigen Gabriel ist das Problem angekommen. „Die Politiker sollen endlich bemerken, dass uns das Thema nicht am Arsch vorbeigeht“, sagt der Schüler.

Nach Helena Marschall verkündet eine zweite Aktivistin, dass die Veranstaltung keine normale sein werde. „Wir machen heute eine Solidaritätsdemo mit der Fridays-for-Future-Ortsgruppe Quamishli“, sagt sie. Quamishli ist die Hauptstadt der de facto autonomen Region Rojava in Westsyrien. Rojava ist kurdisch und bedeutet „Westen“. Im Jahr 2012 hat sich die dortige Bevölkerung zunehmend vom syrischen Zentralstaat unabhängig gemacht und ihre Gesellschaft auch ökologisch neu organisiert. Im vergangenen Jahr hat die Türkei die Stadt Afrin in Rojava erobert und droht jetzt damit, weitere Teile von Rojava zu besetzen.

Passend zum Thema gehen die Klimaaktivisten mit veränderten Sprüchen in ihre 36. Demonstration. Sie rufen „Rojava bleibt“ und zeigen eigens erstellte Banner, auf denen etwa „Make Rojava und Rhein-Main green again“ zu lesen ist. Der Protestzug wird von vier Mannschaftswagen der Polizei beschützt. Auffällig ist, dass an jeder Kreuzung die Protestparolen direkt an die Autofahrer gerichtet werden. „Es gibt kein Recht, einen SUV zu fahren“, brüllen die jungen Demonstranten. Burak, der ebenfalls mitläuft, erzählt, dass seine Eltern kein Auto besäßen und auch ohne gut auskämen: „In so einer Zeit ist es klimaschädlich, das Auto zu nutzen“, sagt der 14-Jährige. Über die Innenstadt zieht die Demo zum Römer, wo ein Video für die Mitstreiter in Quamishli erstellt wird. Der nächste Protest folgt kommenden Freitag und am 20. September, wenn zu einem globalen Klimastreik aufgerufen wird.

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