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Fluglotsen arbeiten im Kontrollzentrum der Flugsicherung in Langen bei Frankfurt. (Archivbild)

Flughafen Frankfurt

Software-Panne bei Flugsicherung: 35 Flüge fallen in Frankfurt aus

Software-Probleme bei der Deutschen Flugsicherung sorgen dafür, dass alleine 22 Lufthansa-Flüge am Frankfurter Flughafen ausfallen. Insgesamt sind 35 Flüge betroffen.

Am Montag sind in Frankfurt, dem größten deutschen Flughafen, 83 von 1400 Flügen gestrichen worden. Allein die Fluggesellschaft Lufthansa musste aufgrund einer technischen Störung der Kontrollzentrale der deutschen Flugsicherung (DFS) in Langen 46 Flüge mit rund 4500 Passagieren annullieren. Betroffen waren innerdeutsche Flüge und häufig genutzte Strecken. „So haben die Fluggäste noch die Möglichkeit, an ihr Ziel zu kommen“, teilte eine Sprecherin von Lufthansa mit.

Seit Februar arbeitet die DFS mit einer aktualisierten Version ihres Softwaresystems, das den Fluglotsen Informationen zum geplanten Flugverkehr anzeigt. Anfang vergangener Woche ist der Kontrollzentrale aufgefallen, dass diese Software begonnen hat, Fehler aufzuweisen.

Das Betriebssystem informiert die Lotsen über Flugzeugtyp, Ankunftszeit, Flughöhe, Strecke, Ziel und Herkunft der kommenden Flüge. Den aktuellen Verkehr können sie uneingeschränkt auf ihren Radarbildschirmen einsehen. Von der Störung ist ausschließlich das System für die Planung betroffen. Derartige Störungen seien in der Kontrollzentrale selten. „Unsere Systeme arbeiten sehr zuverlässig“, sagt DFS-Sprecherin Ute Otterbein.

Die DFS verbessert ihre Software regelmäßig. In den ersten drei Wochen sei es noch möglich, auf das alte System zurückzuschalten, danach sei dies schwieriger, sagt Otterbein. Der Auslöser des technischen Problems ist noch nicht bekannt. „Die Softwareprobleme haben keine Auswirkungen auf die Sicherheit“, versichert Otterbein.

Die Folgen der Störungen sind Verspätungen. Teilweise beschließen Airlines, ersetzbare Flüge zu streichen. „Um die Sicherheit zu gewährleisten, muss die Kapazität im Luftraum reduziert werden“, erläutert Otterbein. Das Aufnahmevermögen des Langener Luftraums musste so auf 75 Prozent verringert werden.

Bis Mittwochabend wird die technische Störung noch andauern. Dann möchte die DFS den Vorgänger ihres Programms wieder aktivieren. Laut Pressestelle habe man den Mittwoch gewählt, weil es Zeit brauche, das alte Betriebssystem auf seine Qualität zu prüfen. Zudem würden am 28. März weltweit neue Datenbestände in der Luftfahrt publiziert.

„Wir sind sehr optimistisch, dass das Umschalten auf das alte System dafür sorgt, dass der Luftraum uneingeschränkt zur Verfügung steht“, sagt Otterbein. In den vergangenen Tagen fielen einige Flüge aus. Die 83 Streichungen lagen aber nicht alle an der Störung bei der DFS. Vergleichbar seien die Ausfälle mit einem einstündigen Gewitter, sagt ein Sprecher der Flughafenbetreibergesellschaft Fraport. „Die Auswirkungen halten sich in Grenzen“, sagt Lisa Naumann von der Fraport.

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