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Kreative Barchefin: Yenifer Jureit.
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Kreative Barchefin: Yenifer Jureit.

Gastronomie

Sofitel Frankfurt Opera: Mixen mit Leidenschaft

  • Anja Laud
    VonAnja Laud
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Yenifer Jureit ist neue Barchefin im Sofitel Frankfurt Opera. Sie hat sich in einer Branche durchgesetzt, in der noch immer die Männer dominieren.

Charles Schumann, Deutschlands berühmtester Barmann, entspricht dem Klischee, das die meisten von einem Barkeeper im Kopf haben. Doch längst nicht alle, die in einer Bar arbeiten, sind Männer. Die Frauen holen auch an der Theke auf. Yenifer Jureit ist ein Beispiel dafür. Die 33-Jährige mixt als Bartenderin nicht nur Cocktails. Sie ist seit neuestem Barchefin, und zwar im Sofitel Frankfurt Opera. Die gebürtige Kolumbianerin hat für die Wiedereröffnung der Bar des Fünfsternehotels Anfang Juli einen neuen Cocktail kreiert, der Frankfurt und ihrem Herkunftsland gleichermaßen Referenz erweist.

Yenifer Jureit und Stefanie Schuster, Director of Sales & Marketing des Sofitels Frankfurt Opera, sitzen in Lili’s Bar im Erdgeschoss des Hauses am Opernplatz und schauen sich fragend an. „Ich kenne kein Hotel in Deutschland, in dem eine Frau Barchefin ist. Kennst du jemanden?“, fragt Stefanie Schuster. Auch Yenifer Jureit fällt niemand ein. Und das kommt nicht von ungefähr. Von den rund 800 Mitgliedern der Deutschen Barkeeper-Union, einem Berufsfachverband, sind nach Angaben der Vorsitzenden Maren Meyer nur ein Drittel Frauen. „Es ist ein sehr körperlicher Job und die Arbeitszeiten sind nicht unbedingt familienfreundlich“, nennt sie als Gründe. Trotzdem steige die Zahl vor allem bei den jungen Frauen.

Yenifer Jureit, die im Alter von sieben Jahren mit ihren Eltern nach Deutschland kam und in Kronberg aufgewachsen ist, liebt ihre Arbeit. Sie sitzt im schlichten, eleganten, schwarzen Hosenanzug auf ihrem Sessel. Gerade hat sie für die FR-Fotografin Monika Müller hinter der Theke gestanden und fürs Bild einen Cocktailshaker in die Hand genommen. Cocktails mixt sie auch als Barchefin noch für die Gäste, allerdings nicht zurzeit.

Wegen der Corona-Pandemie sind die beiden Bars des Hotels noch geschlossen. Nur das Restaurant ist für Geschäftsleute und Touristen, die seit kurzem dort wieder absteigen dürfen, geöffnet. Anfang Juli, wenn die Inzidenzzahl weiter so niedrig wie jetzt bleibt, kann Lili’s Roof Garden auf der Dachterrasse des Hotels öffnen, die einen spektakulären Blick auf die Skyline Frankfurts bietet.

Rum Copine

Zutaten:
3 cl Plantation Pineapple Rum
2 cl Kahlua-Kaffeelikör
1 cl Giffard-Caribbean-Pineapple-Likör
50 cl Cold Brew Coffee
2 dash (Spritzer) Angostura Bitters

Zubereitung: Alle Zutaten mit Hilfe eines Jiggers (Barmaß) abmessen und in einen Cocktailshaker geben, Eiswürfel hinzufügen und alles zehn bis zwölf Sekunden kräftig durchschütteln. Den Inhalt des Shakers in ein kurzes Whiskeyglas mit großem Durchmesser (Tumbler) geben und nach Geschmack noch Eiswürfel hinzufügen.

Wer mag, kann den Cocktail garnieren, mit einer gedörrten Orangenscheibe und einer gedörrten Ananasscheibe. Wer die nicht hat, kann auch eine hauchdünne Orangenzeste ins Glas geben. Das verleiht dem Getränk noch zusätzlich eine feine Zitrusnote. lad

Von Goethe inspiriert

Yenifer Jureit hat die Zeit des Shutdowns genutzt, um für Lili’s Bar, benannt nach Goethes großer Liebe Anna Elisabeth Schönemann, ein neues Cocktailkonzept zu entwickeln. Die Kreationen von „Goethe im Glas“ sind inspiriert von Gedichten, die der Dichterfürst an seine Lily schrieb. Jureit ist als Bartenderin eine Quereinsteigerin. Nach dem Abitur an der Altkönigschule in Kronberg arbeitete sie zunächst im Kosmetikstudio ihrer Mutter, merkte aber schnell, dass sie nicht dauerhaft als Kosmetikerin arbeiten wollte.

In der Villa Kennedy, dem Fünfsternehotel in Sachsenhausen, fing sie 2010 zunächst als Aushilfskraft an. Die Arbeit in der Hotellerie bereitete ihr Freude. Fünf Jahre blieb sie in dem Luxushotel. Zuletzt war sie dort Chef de Rang, „ein kleiner Chef“, wie die 33-Jährige mit selbstironischem Lächeln erläutert. 2015 fragte sie ein Mentor, der von Frankfurt nach Wolfsburg an das Ritz-Carlton gewechselt war, ob sie nicht dort als Bartenderin arbeiten wolle. Ein Jahr blieb sie, dann ging sie zum Sofitel Frankfurt Opera, das im Herbst 2016 eröffnet wurde. „Bei einer Neueröffnung mit dabei zu sein, das hat mich ungeheuer gereizt“, erzählt sie.

Sie arbeitete als Assistant Bar Manager, dann entschied sie sich, sich als Barista selbstständig zu machen, denn Kaffee ist eine weitere ihrer Leidenschaften. Wenig später fragte das Sofitel an, ob sie nicht Barchefin werden wolle. „Das war ein so tolles Angebot, dass konnte ich nicht ausschlagen.“

„Rum Copine“, ein Cocktail, den Jureit für das Sofitel kreiert hat, ist eine Referenz an Kolumbien, das Land, in dem die hochwertigsten Kaffees der Welt angeboten werden, und an Frankfurts berühmtesten Sohn. Kaffee und Kaffeelikör sind einige der Zutaten. Auf die Frage, wie sie sich die Zutaten für all die Cocktails merken könne, die in ihrer Bar angeboten würden, sagt sie: „Das ist, wie wenn Sie ihr Lieblingsbuch wieder lesen. Dann fällt Ihnen auch jede Zeile ein.“

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