Polizistin Verena Neundter geht nach Bangladesch.
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Verena Neundter geht nach Bangladesch.

Polizei

Etwas gegen das Leid tun

Eine Polizistin geht auf Auslandsmission nach Bangladesch. Außer Verena Neundter sind fünf weitere Beschäftigte der Polizei Frankfurt auf internationaler Mission in der Welt unterwegs.

Die Welt ein bisschen besser verlassen, das sei ihr Ziel, meint Kriminaloberkommissarin Verena Neundter. Zwei Jahre Sonderurlaub hat sie beantragt, um nach Dhaka in Bangladesch zu reisen und dort die Mission vom Internationalen Roten Kreuz zu unterstützen. Sie will vor Ort Gewaltopfern helfen und Kollegen und Kolleginnen beibringen, was sie in der Polizeischule in Hessen gelernt hat. Am Montag wurde Neundter von Polizeipräsident Gerhard Bereswill verabschiedet.

In einer Woche geht der Flieger, doch was die 35-Jährige vor Ort erwartet, wisse sie noch nicht so genau. Die Corona-Zahlen sind hoch in Bangladesch, das Leben daher noch weniger planbar. Was bringt sie dazu, in einem Land zu arbeiten, indem sie niemanden kennt? „Es gibt so viel Armut und Leid, dagegen will ich an möglichst vielen Orten der Welt etwas tun.“ Nach 16 Jahren bei der Polizei flog sie vor zwei Jahren nach Mali zu ihrer ersten Auslandsmission. Dort vernetzte sie sich mit lokalen Sicherheitskräften, patrouillierte mit diesen zusammen im Kriegsgebiet, evakuierte Dörfer. Am Ende konnte sie sogar den Bau einer Grundschule mit Spendengeldern aus Deutschland fördern. „Vergangene Woche haben die ersten Kinder ihr Examen gemacht“, erzählt sie stolz. Nun sei sie offen für neue Erfahrungen in Bangladesch.

Weitere Einsatzländer sind China und Sri Lanka. Vermisste suchen, von andauernden Konflikten gebeutelten Menschen helfen und Familien zusammenführen – das sind die lokalen Projekte, die das Internationale Rote Kreuz unterstützt. Keine leichte Aufgabe. „Ich habe lange darauf hingearbeitet“, meint Neundter. Ihre Ausbildung hätte sie auch auf humanitäre Einsätze im Ausland vorbereitet.

Polizeipräsident Gerhard Bereswill lobt den Einsatz: „Das ist für uns schon etwas Besonderes.“ Er hofft, dass sich seine Kriminaloberkommissarin mit anderen Polizeien austauschen könne. Die interkulturellen und sozialen Kompetenzen seien fachlich sehr gewinnbringend für die Polizei in Hessen. Außer Neundter seien fünf weitere Beschäftigte der Polizei Frankfurt auf internationaler Mission in der Welt unterwegs.

ISABEL KNIPPEL

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