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So schmeckt der Sommer in Frankfurt

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Von: Stefan Behr

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Kaum scheint die Sonne, machen es sich die Menschen am Main gemütlich.
Kaum scheint die Sonne, machen es sich die Menschen am Main gemütlich. © Monika Müller

Eine Gebrauchsanweisung für die dräuende Jahreszeit des Missvergnügens.

Es ist nicht mehr zu leugnen: Der Lenz ist da. Und wie. In den Parks stapeln sich die Halbnackten. Die Eisverkäufer erwachen aus ihrem Winterschlaf. Wer in der Stadt einen freien Fahrradständer findet, ist ein Schoßkind des Glücks. Und Glück ist in diesen Zeiten ein so seltenes wie dringend gebrauchtes Gut. Der Frühling kann es liefern. Der Lenz ist also da, und das ist auch gut so.

Auf den Frühling aber folgt stets der Sommer. Der könnte eigentlich auch eine ganz leidliche Jahreszeit sein, wenn er einem nicht jedesmal durch vier Problemgruppen versauert würde. Vielleicht könnten die sich ja zumindest in dieser Saison am Riemen reißen. Wir haben derzeit wirklich alle ein wenig Erholung nötig und verdient. Diese vier Sommerplagen-Peergrups sollten sich in Zurückhaltung üben:

1.) Männer in kurzen Hosen

Meine Herren, kurze Hosen sind kein Kavaliersdelikt. Ganz im Gegenteil. Sie sind ein grobschlächtiger Verstoß gegen Geschmack und gute Sitten. Sie sind ein Gräuel vor Gott, denn also spricht der Herr: „Ich gab dir das lange Beinkleid, auf dass du deine Wade bedeckest und auch deine Knie, denn die will niemand schauen. Darob ziehe sie gefälligst auch an, du Eumel. Hosianna!“ (Buch der Sprüche, ganz unten). Sie sind kulturelle Aneignung, welche die indigene Bevölkerung der Bermudas verhöhnt. Sie sind Diebstahl an unseren Kindern, denn ihnen gehört nicht nur die Zukunft - wenn wir ihnen eine lassen - sondern auch die kurze Hose.

Ähnlich verhält es sich eigentlich auch mit kurzärmeligen Hemden, aber man ist ja kein Unmensch. Daheim kann sowieso jeder tragen, was er will. Ebenso in der Wildnis.

2. Die Hitze-Dschihadisten

„Mir kann es ja gar nicht heiß genug sein“ ist Ihr unentwegt öffentlich herausposauntes Glaubensbekenntnis? Herzlichen Glückwunsch! Sie befinden sich in bester Gesellschaft, nämlich der von Ikarus und der Knusperhexe. Denen konnte es auch nicht heiß genug sein und heute sind sie Legenden, wenn auch keine lebenden.

Andere Menschen aber sind bei Temperaturen über 30 Grad Celsius traumatisiert. Und Ihr empathieloses Geschwätz verschlimmert deren Leid noch. Genießen Sie die Hitze ruhig nach Herzenslust. Doch bitte in der Still‘ und wie es sich schicket.

3. Wespen

Ihr labt euch an unserem Grillgut und macht uns manchmal Aua. Das letzte Viechzeug, das solches gewagt hat, war der Säbelzahntiger. Kennt eine von euch einen Säbelzahntiger persönlich? Unwahrscheinlich. Wir haben ihn nämlich ausgerottet. Obwohl der Säbelzahntiger zumindest den Anstand hatte, nicht ständig in unser Geripptes zu fliegen und darin zu ersaufen.

Also Obacht, Wespen! Der Mensch ist der Wespe Wolf, nicht umgekehrt. Im Ausrotten macht uns keiner was vor, das ist humane Kernkompetenz. Wir sind sogar drauf und dran, die Bienen auszurotten, einfach so, weil wir es können, und die Bienen machen immerhin Honig. Ihr macht nichts als Ärger.

4. Querdenker

Zugegeben, ihr seid gar keine echte Sommerplage. Ihr geht einem auch im Winter auf den Wecker. Und jetzt mal ganz im Ernst: Eure Impfnölerei langweilt uns mittlerweile zu Tode. Aber jetzt hört mal her: Wusstet ihr eigentlich, dass der Sommer eine Erfindung von Mayer Amschel Rothschild war, der so durch Speiseeisverkauf die Weltherrschaft erlangte? Vorher gab es nämlich nur die drei germanischen Jahreszeiten Ächzing, Lechzhold und Würges. Beweise gibt’s irgendwo im Internet. Jetzt aber frisch ans Werk, auf zur Demo und neue Schilder malen: „Olympische Winterspiele in Russland jetzt!“, „Fake-Hitze“ oder „Ski & Rodel gut!“ Danke. Und schönen „Sommer“ noch.

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