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So öffnet sich der DFB in Frankfurt

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Von: Jan Christian Müller

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Und wo sind die Entmüdungsbecken im DFB-Campus Neubau?
Und wo sind die Entmüdungsbecken im DFB-Campus Neubau? © Thomas Boecker/DFB

Im Juni wird die neue Akademie-Anlage eröffnet, wo früher Rennpferde liefen. Transparenz und freier Blick auf die Trainingsplätze des Campus an der Kennedyallee.

Gleich hinter dem Haupteingang an der Kennedyallee lauert eine fiese Stolperfalle. Denn noch fehlt die passgenaue Fußmatte in der Einbuchtung zum Foyer des neuen DFB-Campus. Eigentlich hatte sein Erfinder Oliver Bierhoff stolz durch das 150-Millionen-Euro-Projekt auf 150 000 Quadratmetern führen wollen. Doch oh weh: Der Topmanager des Deutschen Fußball-Bundes musste sich, heimgesucht vom Coronavirus, mit belegter Stimme und bleichem Gesicht per wackeliger Videobotschaft aus dem heimischen Refugium am Starnberger See melden. Nicht ohne zu vergessen, noch matt mitzuteilen: Bei der neuen Heimat des DFB an der alten Frankfurter Galopprennbahn handele es sich um einen „Quantensprung“.

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Also mal über die noch fehlende Fußmatte hineingehüpft in diesen Quantensprung, der am 30. Juni mit einer großen Feier eröffnet werden soll. Schon jetzt sitzen aber eine ganze Menge Mitarbeiter:innen in den luftigen Büros. Die Verwaltung ist bereits weitgehend aus den alten Gemäuern am Stadtwald in der Sackgasse der Otto-Fleck-Schneise 6 die gut zwei Kilometer rübergezogen in die Kennedyallee 274. Bald soll es wieder Präsenzpflicht geben im DFB.

Wenn die Maler Oliver Bierhoff stören

Hier und dort hängen noch Kabel aus den Decken, den Wänden oder krabbeln aus dem Boden. Es wird gehämmert und gebohrt, und es kann vorkommen, dass Bierhoff just in einer Videokonferenz hockt, derweil Bauarbeiter anfangen, hinter ihm die Wand zu weißen. Aber trotz Corona hängen die Arbeiten nur wenig mehr als ein halbes Jahr hinterher. Das kann sich sehen lassen.

Sehen lassen können sich auch die drei Rasenplätze, vor kurzem noch braune Erde, jetzt schon grünes Gras, die von der Frauen-Nationalmannschaft zur Vorbereitung auf die Europameisterschaft Anfang Juni eingeweiht werden. Der DFB ist damit im 122. Jahr der Verbandsgeschichte erstmals im Besitz eigener Fußballplätze. Weshalb er folgerichtig einen eigenen Greenkeeper angestellt hat. Beeindruckend ist auch das große 105 Meter lange und 68 Meter breite Hallen-Kunstrasenspielfeld. Komplett winterfest, wenngleich aus Energie- und Kostengründen nicht beheizbar. Gut so!

Bis zu 600 Menschen können auf dem neuen DFB-Campus arbeiten. Es gibt viel Glas, viel Großraum, viel Transparenz, viel freien Blick auf die Trainingsplätze. Das Motto des Gebäudes laut Akademiechef Tobias Haupt: „Der Sport kommt durchs Haus.“ Und weil zum Fußballsport mehr gehört als bloß Rennen und Grätschen, gibt es drei Saunen und zwei Entmüdungsbecken: eines 38 Grad warm, eines auf sechs Grad runterzukühlen. Leicht vorstellbar, wo mehr Betrieb herrschen wird.

DFB hat die Bundesliga-Manager eingeladen

Der zuletzt oft und berechtigt gerügte DFB will sich öffnen. Die Manager der ersten und zweiten Bundesliga waren in dieser Woche eingeladen; alle fast 25 000 Amateurklubs sollen ihre Vereinswappen an einer großen Wand aufhängen dürfen. Es soll Tage offener Türen geben; Trainer:innen und Unparteiische werden künftig in Frankfurt ausgebildet, es gibt 33 Doppelzimmer zum Übernachten, zu wenig für die Nationalmannschaft allerdings. Die geht weiter ins Hotel und bezieht dort Einzelzimmer.

Ein paar Problemchen sind noch zu lösen. So fehlt es etwa noch an Holz aus Russland, das zur Veredelung eigentlich in die Ukraine gehört hätte. Und ja, auch die Fußmatte am Eingang muss noch gelegt werden.

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