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Skyliners-Chef schlägt Alarm

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Ohne neue Halle sieht es für die Basketballer schlecht aus. Harsche Sätze sind daher bei einer Podiumsdiskussion am Kaiserlei zu hören.

Gunnar Wöbke wählte drastische Worte, die die Fans der Frankfurt Skyliners nicht gerne hören dürften: „Wir können keinem mehr erzählen, dass wir die Chance haben, deutscher Meister zu werden“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter des Basketball-Bundesligisten am Donnerstagabend. Die Ballsporthalle, in der die Skyliners ihre Heimspiele austragen, „ist unser Tod“. Denn der Verein könne in der kleinen Halle mit wenigen VIP-Plätzen und sehr überschaubarem Komfort nicht weiter wachsen. „Und wer nicht wächst, der stirbt.“

Wöbke sprach seine harschen Sätze bei einer Podiumsdiskussion, zu der die Initiative „Pro Multifunktionsarena“ eingeladen hatte. Über die Chancen für eine neue, 13 000 Zuschauer fassende Halle diskutierten Vertreter aus Sport, Kultur, Politik und Wirtschaft in der Mercedes-Niederlassung am Kaiserlei – also in unmittelbarer Nachbarschaft zur Fläche, die für die Arena vorgesehen ist.

Sportdezernent Markus Frank (CDU) verbreitete Zuversicht. Die Gespräche mit dem Investor, der die Halle nach Willen der Stadt Frankfurt bauen soll, liefen gut. Und auch ein zweites Unternehmen, sei weiter interessiert.

Doch die Gemengelage sei nicht mehr so einfach wie 2016, als CDU, SPD und Grüne in ihren Koalitionsvertrag schrieben, dass die Stadt einem Investor das Grundstück für eine Halle kostenlos zur Verfügung stellen werde. Nach EU-Recht sei das nicht möglich, sagte Frank. Der Investor müsse rund 16 Millionen Euro an Erbpacht bezahlen und sei dazu auch bereit. Allerdings erwarte er im Gegenzug eine Bürgschaft des Landes, die die Stadt Frankfurt zur Hälfte absichern müsse. Im Römer hätten deswegen manche Politiker Bedenken, „und nun ist es unsere Aufgabe, das Risiko zu minimieren“.

Doch innerhalb der Stadtregierung ist das Gelände mittlerweile auch als Standort für eine neue Europäische Schule im Gespräch. Der Sportdezernent hält davon nichts. Der Kaiserlei sei eine „überragende Fläche“ für die Arena, etwa wegen der guten Verkehrsanbindung: „Schulen hingegen kann man überall in der Stadt bauen.“ Bildungsdezernentin Sylvia Weber hätte womöglich widersprochen. Doch die SPD-Politikerin war zwar eingeladen, hatte aber absagen müssen.

„Festhalle nicht zeitgemäß“

Jörg Schaub, Geschäftsführer der Wirtschaftsinitiative Frankfurt/Rhein-Main, beklagte, die Stadt unterstütze Investoren generell zu wenig. Dass die beiden Unternehmen trotz der sich hinziehenden Diskussion noch nicht abgesprungen sind, sei „bewundernswert“.

Auch Andreas Stracke, Gesellschafter der Eishockey-Löwen, forderte dass die Arena bald gebaut werden müsse. Sein derzeit in der zweiten Liga beheimatetes Team strebe für 2021 den Aufstieg in die erste Liga an. Dort läge der Etat der Spitzenteams bei 14 Millionen Euro pro Jahr. Die Löwen hätten vier Millionen zur Verfügung, obwohl der Verein den siebtbesten Zuschauerschnitt im deutschen Eishockey habe. Doch zahlungskräftiger Kundschaft könnten die Löwen kaum etwas bieten. So habe der VIP-Bereich schon vor die Halle ausgelagert werden müssen.

Dass die neue Halle nicht nur für den Sport wichtig sei, sagte Bernd Breiter, Geschäftsführer des Veranstalters Big City Beats. In der „Weltstadt“ Frankfurt brauche es eine Location „zwischen Batschkapp und Stadion“. Und die Festhalle sei zwar schön, „aber nicht mehr zeitgemäß“.

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