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Das Wohnhochhaus Grand Tower am Einkaufszentrum Skyline Plaza ist fast fertig. 

Hochhäuser in Frankfurt

Die Frankfurter Skyline wächst nach Westen

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An der Messe entstehen mehrere neue Hochhäuser, die die Frankfurter Skyline nach Westen wachsen lassen. Der Turm „One“ wird 190 Meter hoch.

Langsam wird das „Skyline Plaza“ seinem Namen gerecht. Rund um das über Jahre im städtebaulichen Nirgendwo gelegene Einkaufszentrum am Frankfurter Messegelände wachsen gleich mehrere neue Hochhäuser in den Himmel. Allein im unmittelbaren Umfeld sind dieser Tage von der Dachterrasse des Gebäude aus zehn riesige Kräne zu sehen. Nach und nach entsteht zwischen Hafentunnel, Theodor-Heuss-Allee, Messe und Friedrich-Ebert-Anlage ein neuer Pulk von Hochhäusern, die bis zu 190 Meter in die Höhe ragen und die Frankfurter Skyline beträchtlich nach Westen erweitern werden. Zu Messeturm, Tower 185, Castor und Pollux kommen schon bald vier neue Türme hinzu. Mittelfristig könnten in dem relativ kleinen Areal sogar zehn Hochhäuser Platz finden.

Teuer leben hinter begrünten Fasaden

Fast fertig ist der von Magnus Kaminiarz entworfene Grand Tower südlich des Einkaufszentrums, der mit 172 Metern der höchste Wohnturm Deutschlands sein wird. Die Gerüste sind verschwunden, ab Mai könnten die 401 Eigentumswohnungen bezogen werden. Trotz Preisen um die 10 000 Euro pro Quadratmeter ist der allergrößte Teil von ihnen schon lange verkauft. Noch zu haben ist etwa eine 223 Quadratmeter große 3-Zimmer-Wohnung mit zwei Balkonen für 3,875 Millionen Euro.

Nur wenige Meter weiter südlich wächst auf dem viele Jahre brachliegenden früheren Bosch-Areal der Büro- und Hotelturm „The Spin“ rasch in die Höhe. In dem jüngst verkauften Hochhaus nach Plänen des Hamburger Architekten Hadi Teherani, das einmal 128 Meter messen soll, werden ein Hotel der Marke NH Collection und Büros Platz finden.

Auf demselben Areal zwischen Mainzer Landstraße und „Skyline Plaza“ laufen zudem die Arbeiten an einem von den Büros Helmut Jahn und Magnus Kaminiarz gestalteten Hochhaus namens „Eden“, dessen Fassade aufwendig begrünt sein soll. Die 263 Eigentumswohnungen sollen für bis zu 3,1 Millionen Euro verkauft werden.

Auf der anderen Seite des Einkaufszentrums schießt der Hybridturm „One“ in den Himmel. Auf 190 Metern Höhe soll das vom Büro Meurer entworfene Hochhaus einmal Platz für ein 375 Zimmer zählendes Hotel der Marke „nhow“ und 42 000 Quadratmeter Bürofläche bieten.

Auch am Hafentunnel entsteht ein neuer Turm

Und mindestens zwei weitere Hochhäuser könnten in dem Viertel noch entstehen. Platz ist etwa noch auf einem Grundstück am Tower 185, auf dem einmal der 365 Meter hohe „Millennium-Tower“ entstehen sollte. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) berichtete im Sommer von Gesprächen über das Areal. Der Bau eines Hochhauses in dieser Größenordnung sei aber vom Tisch, hieß es. Auch auf dem von der Düsseldorfer Gerch Group vom Land Hessen erworbenen Gelände des früheren Polizeipräsidiums könnte mindestens ein Hochhaus Platz finden. Inzwischen spricht allerdings einiges dafür, dass eher mehrere kleinere Türme entstehen. Zunächst soll aber ein städtebaulicher Entwurf für das Gelände erarbeitet werden.

Nur wenige Hundert Meter von dem wachsenden Hochhauspulk an der Messe entfernt sind weitere Türme in Bau oder Planung. Bereits der Fertigstellung nähert sich das Hochhaus „One Forty West“ auf dem früheren AfE-Areal an der Senckenberganlage. Das 140 Meter hohe Gebäude nach Plänen des Büros Cyrus Moser soll Platz für ein Hotel der Kette Meliá mit 430 Zimmern und 193 Wohnungen bieten. 99 von diesen werden verkauft – für Preise ab 13 000 Euro pro Quadratmeter. Auf demselben Gelände wird auch ein 99 Meter in die Höhe ragender Büroturm namens „99 West“ entstehen.

Der Hochhausboom geht weiter

Auch auf einem überwiegend von der Commerzbank genutzten Areal zwischen Mainzer Landstraße und Hafentunnel soll ein neues Hochhaus entstehen. Geplant ist ein Wohnturm von 140 Metern Höhe. Bei einem Architektenwettbewerb setzte sich vor gut einem Jahr das Büro Mecanoo aus den Niederlanden durch.

Und auch westlich des Einkaufszentrums, an der Europa-Allee, geht der Hochhausbauboom weiter. Direkt westlich der Emser Brücke soll bis 2024 ein 124 Meter hohes Gebäude nach Pläne von Cyrus Moser entstehen, das Platz für ein Hotel mit 374 Zimmern und für Büros bietet.

Noch etwas weiter westlich laufen die Arbeiten an zwei Hochhäusern, die jeweils 60 Meter messen werden. Einer von diesen gehört zu einem Gebäudekomplex, den die Deutsche Bahn als neue Zentrale für den Personenverkehr nutzen will. In den zweiten will im Jahr 2021 die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ ziehen. Südlich der Straße entsteht der Wohnturm „Solid Home“. In dem 66 Metern hohen Hochhaus nach Plänen von KSP Jürgen Engel soll es 201 Wohnungen geben.

Nichts passiert dagegen seit Jahren auf einem Gelände direkt südwestlich der Emser Brücke, auf dem ein 80 Meter hoher „Porsche Design Turm“ mit 256 Wohnungen gebaut werden sollte. Das Projekt an der Europa-Allee steht inzwischen zum Verkauf.

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