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Von der 23. Etage des neuen Senckenbergturms schweift der Blick am ebenfalls neuen 140 West vorbei zur Skyline.
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Von der 23. Etage des neuen Senckenbergturms schweift der Blick am ebenfalls neuen 140 West vorbei zur Skyline.

AfE-Turms Erben

Neue Wolkenkratzer: Skyline in Frankfurt wächst weiter

  • George Grodensky
    VonGeorge Grodensky
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An Stelle des früheren Uniturms sind zwei neue Hochhäuser in den Himmel gewachsen. Der Senckenbergturm ist Ende des Jahres bezugsfertig.

Frankfurt - Es ist eine Reise zurück in Studienzeiten. Wie oft haben wir statt auf den Seminarleiter lieber aus dem Fenster des alten Uniturms in die Landschaft geschaut? Inzwischen ist der Turm weg, 2014 wurde er aus dem Stadtbild gesprengt. Nun sind auf der Fläche zwei Hochhäuser nachgewachsen. Das 140 West (Englisch aussprechen) und der Senckenbergturm (Deutsch aussprechen). Von dort aus lässt sich erspähen, was sich in 25 Jahren Stadtentwicklung getan hat.

Für Mittwoch haben die Bauherren des Senckenbergturms in Frankfurt zur Besichtigung eingeladen. Ihr Vorhaben biegt auf die Zielgerade ein, Ende November sollen die Arbeiten fertig sein. Das benachbarte 140 West scheint bereits bewohnt, es beherbergt Büroräume, hochwertige Eigentumswohnungen und ein Hotel. Ein paar Gesichter schauen herüber. Balkonmöbel oder gar Blumenkübel sind nirgendwo zu entdecken.

Skyline Frankfurt: Senckenbergturm wird 106 Meter hoch

Zurück zum Senckenbergturm. 106 Meter streckt der sich in die Höhe. Er bietet 26 724 Quadratmeter Bürofläche verteilt auf 25 Etagen. 260 Millionen Euro Investitionkosten. „Rund 3000 Menschen werden einmal in dem Gebäude arbeiten“, sagt Steffen Ricken von NAS Invest.

Soziologieprofs und Pädagogen werden wohl nur wenige über die Flure eilen, gut 58 Prozent der Fläche, 15 Etagen, hat sich bereits die BNP Paribas Bank aus Frankreich als Ankermieterin gebucht. Etwa 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ziehen Ende des Jahres ein. Rund 11 500 Quadratmeter seien noch zu haben, lockt Ricken. Alle denkbaren Büroformen seien möglich, die Etagen flexibel anzupassen. Großraum, kleine Einheiten, offen oder geschlossen, mit steifen Stühlen oder Barhockern.

Uniturms Erben

Der AfE- oder Uniturm an der Senckenberganlage war ein 116 Meter hohes Hochhaus der Goethe-Uni. Hier residierten bis März 2013 die Gesellschafts-, Erziehungswissenschaften und die Psychologie. Das Gebäude wurde am 2. Februar 2014 gesprengt.

2021 feiern die Nachfolger ihre Eröffnung. Das 140 Meter hohe Büro-, Hotel- und Wohnhochhaus „140 West“ und der 106 Meter hohe Büroturm namens Senckenbergturm, bis vergangenes Jahr noch „99 West“ benannt. sky

Frankfurt: Wolkenkratzer mit Blick auf die Innenstadt

„Man kann auch in Sofa-Umgebung gut arbeiten“, sagt Ricken, der überdies die Umgebung in höchsten Tönen lobt. Sie bietet Wohnraum, Aufenthaltsqualität, Einkehrmöglichkeiten. In zehn Minuten geht’s zum Flughafen oder in die City. „Man schaut auf die Innenstadt.“ Und doch sind die Quadratmetermieten etwas moderater, 40 Euro in der obersten Etage.

NAS Invest hat die Immobilie Ende 2019 von der BNP Paribas Real Estate Property Development übernommen, das ist die Immobilienentwicklungssparte der Bank. Es ist der erste Auftritt von BNP als Immobilienentwicklerin in Deutschland. Entsprechend habe man „ein Statement“ hinterlassen wollen, sagt Martin Fäßle von BNP Paribas. Weitere sollen folgen.

Skyline Frankfurt: 99 West und 140 West entstehen

Die Planerinnen und Planer haben auf Nachhaltigkeit geachtet. Die Produktion der Fassade etwa habe 75 Prozent weniger CO2 erzeugt als bei vergleichbaren Türmen; zum Einsatz kommt hochwertiges recyceltes Fassa-denaluminium. Digitalisierung und moderne Sensoren helfen, die Gebäudetechnik ausgewogen zu steuern. Außerdem sind wassersparende Armaturen in Teeküchen und Sanitärbereichen verbaut, generell nur zertifizierte Hölzer. Zum Dank ist das Bauwerk mit „excellent“, der zweithöchsten Note des Nachhaltigkeitszertifikats für Bauwerke BREEAM versehen. Beachtlich sei auch die Bauzeit von nur 23 Monaten, findet Fäßle.

Wie das Bauwerk zu seinem klangvollen Namen kommt? Nun, analog zum großen Bruder, dem Nachbarn 140 West, wollten die Namensgeber eigentlich auf die Höhe anspielen. Zwei Türme waren genehmigt, einer sollte 140 Meter, der andere 100 Meter hoch sein. 99 klang aber interessanter. Darum begann der kleinere sein Leben als 99 West.

Das sei aber von Anfang an kein guter Name gewesen, sagt Fäßle. Schließlich erlaube der Bebauungsplan 100 Meter plus Technikaufbau. Also 106 Meter, was immer wieder die gleichen Fragen nach der 99 aufgeworfen habe. Die neue Eigentümerin, NAS Invest, hat das gleich geändert und mit der Senckenberg-Gesellschaft ausbaldowert. Nun soll der Name auf die Tradition des Standorts verweisen. Die ehemalige OB Petra Roth, als Ehrengast geladen, findet, davon profitierten beide. Auch der Senckenbergischen nutze die Strahlkraft des Hochhauses. (George Grodensky)

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