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Mika Lehtisaari bei der klassischen Zubereitung von finnischem Flammlachs am offenen Feuer.

Dornbusch

Skandinavische Weihnachtstraditionen in Frankfurter Stadtteilen

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Finnische Weihnacht im Garten der evangelischen Dornbuschgemeinde.

Der Duft des „Glögi“ liegt im Garten der evangelischen Dornbuschgemeinde schon am Mittag in der Luft. Das traditionelle finnische Weihnachtsgetränk – ähnlich wie Glühwein, nur süßer – wird zusammen mit frisch geflammtem Lachs auf Roggenbrot serviert. „Fisch ist in Finnland an den Feiertagen die Hauptmahlzeit“, erklärt Axel Stöver.

Der 25-Jährige ist Mitorganisator des Weihnachtsbasars der finnischen Gemeinde in Frankfurt – und am vergangenen Samstag vor allem für die traditionelle Zubereitung des Flammlachses, der auf Finnisch „loimulohi“ heißt, zuständig. Große Lachse, die natürlich auch aus Finnland importiert wurden, werden dafür auf einen Holzpflock gespannt und dann von einem Lagerfeuer gegart.

Außer dem „loimulohi“ sind auch Süßigkeiten für die finnische Weihnacht essenziell: „Aus Finnland kommt Salmiaklakritze, die ist – anders als hier – salzig“, erklärt Stöver. Der gebürtige Frankfurter ist Sohn einer Finnin und eines Deutschen – in der Gemeinde engagiert er sich aber schon seit vielen Jahren. „Mit drei habe ich angefangen, hier den Finnischunterricht zu besuchen“, berichtet er. Insgesamt hat die Gemeinde, die nicht nur für Frankfurter Finnen, sondern für Finnlandverbundene aus ganz Hessen zuständig ist, 1500 Mitglieder. Sie ist damit die größte in ganz Deutschland.

Den Weihnachtsmarkt organisiert die Gemeinde schon seit den 1970er Jahren – vor allem, um aus den Einnahmen Projekte im kommenden Jahr zu finanzieren. Das Konzept funktioniert: Auch viele Finnlandlaien, wie Sabine Lüttge, sind auf dem Markt zu treffen. „Wir haben mal von einer finnischen Freundin von dem Markt erfahren und kommen seitdem jedes Jahr her“, so Lüttge. „Es ist super, dass wir hier finnisches Essen kaufen können, das es sonst nirgendwo gibt.“

Neben dem finnischen Weihnachtsmarkt am Dornbusch feierten auch die Schweden in ihrer Gemeinde in Preungesheim ihren traditionellen Weihnachtsmarkt. Auch hier ist Lachs – allerdings als marinierter „gravad lax“ – eine typische Adventsspeise. Serviert wird der ebenfalls mit „Glögg“ – bei den Schweden aber ohne „i“. „Weihnachten in Schweden und Finnland ist sehr ähnlich – immerhin haben wir ja auch mal zusammengehört“, erklärt die 75-jährige Schwedin Gunilla Vorbeck, die den schwedischen Weihnachtsmarkt organisiert.

Einen Unterschied gibt es allerdings: Während es für die Finnen klar ist, dass der Weihnachtsmann am 24. die Geschenke bringt, ist der schwedische „Tomte“ (dt. Weihnachtsmann) ein neuerer Brauch. „Traditionell bringt in Schweden der Julbock – der Weihnachtsbock – die Geschenke“, erklärt Co-Organisatorin Anna-Erika Schreiber.

Im Gegensatz zum deutschen Weihnachten feiere man aber in Finnland und Schweden viel ausgelassener, so Gunilla Vorbeck. „Es gibt ein weniger starres Zeremoniell und man tanzt auch zum Weihnachtsfest“, so die gebürtige Schwedin, die seit 50 Jahren in Frankfurt lebt. Dazu kommt auch die Wichtigkeit des Gedenktags an die Heilige Lucia am 13. Dezember. Zu Ehren der Heiligen des Lichts wird so im ganzen Land ein Lichterfest gefeiert.

Die Schwedische Gemeinde feiert das Luciafest am 13. Dezember um 19 Uhr in der Heiliggeistkirche des Dominikanerklosters, Dominikanergasse 1.

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