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Sister Act in Frankfurt: Eine göttliche Komödie

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Von: Andreas Hartmann

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Der Brite Ewan Jones führt bei „Sister Act“ im English Theatre erstmals Regie in Frankfurt.
Der Brite Ewan Jones führt bei „Sister Act“ im English Theatre erstmals Regie in Frankfurt. Bild: Christoph Boeckheler © Christoph Boeckheler

Im Frankfurter English Theatre läuft mit Sister Act wieder ein großes Musical – hoffentlich nicht zum letzten Mal. Denn der Mietvertrag des renommierten Hauses endet im April 2023.

Hinter der Bühne stehen schon die Kisten mit den Requisiten, „Weihnachtsbaum“, „Zwei goldene Kandelaber“ oder „Geschenkpapier“ liegen hier bereit für fliegende Wechsel. „Sister Act“, eine legendäre Geschichte, feiert an diesem Samstag Premiere, die Proben laufen auf Hochtouren, grade wärmen sich die 14 Profis, die auf der Bühne im English Theatre Frankfurt stehen werden, in der Theaterbar auf. Viele der Schauspielerinnen und Schauspieler haben mehrere Rollen, schlüpfen während des Musicals von einem Kostüm ins andere.

Der britische Regisseur Ewan Jones und seine US-amerikanische Hauptdarstellerin Kalisha Amaris haben sich mitten in der Hektik ein bisschen Zeit abgezwackt. Sie ist schon im Nonnenkostüm und hat ein so strahlendes Lächeln, dass auch Whoopi Goldberg, legendäre Verkörperung der Nachtclubsängerin, die vor Gangstern ins Kloster flüchtet, wohl sehr einverstanden wäre. Ist das nicht ein schwieriges Erbe, in die Fußstapfen einer so berühmten Schauspielerin zu treten? Kalisha Amaris lacht. „Allein schon im selben Satz mit ihr genannt zu werden, ist doch ganz toll!“ Lampenfieber habe sie nicht, aber ins Schwitzen komme sie natürlich schon vor jedem Auftritt, erzählt sie lachend. „Für mich ist jeden Tag Premiere, jeder Abend ist neu.“ Das sei eine großartige Rolle, die müsse man mit ganzem Herzen spielen, sonst könne man sein Publikum nicht überzeugen, sagt sie.

Was sie an der Sängerin Delores, die sich zwischen den frommen Schwestern behaupten muss, besonders möge, das sei deren Optimismus. Delores sehe stets das Positive im Negativen. „Sie schafft es immer wieder, Sonnenschein in ihr Leben zu bringen. Das habe ich selbst auch gelernt“, meint sie. Aber das ganze Musical stecke voller vielfältiger Charaktere.

Mitreißende Musik, dazu eine charmante, witzige und schwungvolle Handlung – das garantiert eigentlich schon fast ein volles Haus. Immerhin wird „Sister Act“ bis 2. April 2023 hier im größten englischsprachigen Theater auf dem Kontinent gespielt. Der Vorverkauf für die ersten Wochen laufe bereits sehr gut, hieß es. Es ist sehr zu hoffen, dass es nicht das letzte Stück sein wird, das hier gespielt wird. Mitte April läuft der Mietvertrag aus. Um eine Lösung wird noch gerungen.

Sister Act - ein Klassiker

Das Musical „Sister Act“ basiert auf dem berühmten Film gleichen Namens, der 1992 in die Kinos kam. Die Nachtclubsängerin Deloris wird Zeugin eines Mordes und von der Polizei in einem Nonnenkloster versteckt – das führt lzu gewissen Reibereien...

Die Musik stammt vom Komponisten Alan Menken, die Texte sind von seinem Kollegen Glenn Slater. Im English Theatre Frankfurt, Gallusanlage 7, feiert Sister Act Premiere am Samstag, 12. November, und läuft in englischer Sprache voraussichtlich bis Anfang April 2023 kommenden Jahres.

Regie führt erstmals in Frankfurt der Brite Ewan Jones, Musical-Director ist wieder Mal Hall, der auch die neunköpfige Live-Band dirigiert. Auf der Bühne stehen 14 Schauspieler:innen.

Karten gibt es beim English Theatre Frankfurt, Telefon 069/242316 20, www.english-theatre.de. aph

Für Jones und Amaris ist es das erste Engagement in Frankfurt. „Ich glaube, seit ich hier bin, hatte ich grade mal eine Stunde Zeit für mich und bin am Main spazieren gegangen“, sagt der Regisseur. „Ich hoffe, ich habe noch ein wenig Zeit, um mich mal genauer umzuschauen.“ Nach der Premiere reist er am Sonntag allerdings schon wieder zurück nach Großbritannien, dort warten die Proben für eine Pantomime, danach ist er in Athen engagiert für das „Phantom der Oper“. Vielleicht könne er aber zu den letzten Aufführungen Anfang April nochmals nach Frankfurt kommen, meint er.

Um 10 Uhr morgens beginnen die Proben hier im Haus, nach vier intensiven Wochen in London. Man habe sich aber regelmäßig mit dem Team am English Theatre ausgetauscht, berichtet Jones. In Frankfurt geht es kurz vor der Premiere nur noch um den Feinschliff, Kostüme, Licht, Ton. „Das sind allerdings grade lange Tage“, sagt Jones. „Wir proben bis abends um 22 Uhr.“

Ein bisschen düsterer als im Film habe er die Handlung gestalten wollen, sagt Jones, mit Anspielungen auf die 70er Jahre. „Wir sind sehr gespannt, wie das deutsche Publikum reagiert“, sagt er. Sie hätten schon viel gelacht bei den Proben, sagt die Sängerin, und das gesamte Stück sei eine echte Teamleistung.

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