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Ein bisschen Gemeinsamkeit am Heiligabend: Singen am Fenster geht immer. Der Aufruf.
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Ein bisschen Gemeinsamkeit am Heiligabend: Singen am Fenster geht immer. Der Aufruf.

Corona-Homestory

Singen gegen den Corona-Blues

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Und was tun Sie? Die Homestory für Zuhausegebliebene geht weiter. An Heiligabend soll überall „Stille Nacht“ von den Balkonen erklingen.

Ob es ein richtiges Leben im falschen gebe, darüber wird seit Adorno viel diskutiert. Dass es gute Gewohnheiten in schlechten Zeiten gibt, daran dürfte kein Zweifel herrschen. Und weil das so ist, nehmen wir hier und jetzt wieder unsere „Homestory“ auf, die im Frühjahr Mut gemacht hat.

Damals schrieben uns ganz viele engagierte FR-Leserinnen und -Leser, was sie in der Zeit des Daheimbleibens tun, um nicht verrückt zu werden oder sich zu Tode zu langweilen. Eine von ihnen war Ulrike Gerdiken, die regelmäßig mit ihren Nachbar:innen sang. Das half, und deshalb tun sie es jetzt wieder.

In der Frankfurter Altstadt, unweit des Karmeliterklosters, wird schon seit dem ersten Advent wieder abends gesungen. „Jeden Abend um 18 Uhr kommen zwölf bis 15 Nachbar*innen an die Fenster und auf die Balkone“, berichtet Ulrike Gerdiken. „Manche hören uns vielleicht auch nur durch das gekippte Fenster zu.“ Jeweils zwei Lieder kommen zum Vortrag, klassische Advents- und Weihnachtskompositionen wie „Es kommt ein Schiff geladen“, „Macht hoch die Tür“, „Maria durch ein Dornwald ging“, „Alle Jahre wieder“, „Leise rieselt der Schnee“ oder „O Tannenbaum“. Auch englische Klassiker dürfen nicht fehlen: „Go, Tell It On The Mountain“, „Jingle Bells“ oder „We Shall Overcome“. Und weil es schließlich Abend ist (und um die Zeit dunkler als im Frühjahr), passen auch „Guten Abend, gute Nacht“ oder „Der Mond ist aufgegangen“.

So läuft das ab: „Ich stehe bei uns im Innenhof und stimme die Lieder an.“ Aber nicht nur das. Als „literarischer Adventskalender“ ist auch der Roman „Erika“ von Elke Heidenreich mit dabei, aus dem Gerdiken und eine Nachbarin zwischen den Liedern abschnittsweise vorlesen. Das Ganze gewinnt gegenüber dem Frühjahr auch an Perfektion: Es gibt jetzt eine Mailingliste für die Kommunikation untereinander, und alle haben sich auf ein Liederbuch geeinigt: „Stimmband“ aus dem Carus-Verlag. Lieder, die nicht im Buch stehen, werden per Mail und Link verbreitet.

Mit dabei sind weniger Menschen als im Frühjahr: „Es fehlen vor allem die, die noch nicht in Rente sind.“ Diejenigen, die mitsingen, hätten sich sehr über den Neubeginn gefreut: „Zum einen, weil sie wieder singen können, zum anderen, weil sie die Nachbar*innen sehen.“ Für Heiligabend haben sie etwas Besonderes vor: Dann sollen um 21.30 Uhr alle, nicht nur in der Altstadt, auf den Balkonen und den Fenstern zusammen „Stille Nacht, heilige Nacht“ musizieren – wie im März, als „Freude, schöner Götterfunken“ auf dem Programm stand. Auf Twitter gibt es dazu einen Aufruf: #stillenacht2020.

Und was tun Sie in diesem sogenannten zweiten Lockdown, um bei Laune zu bleiben? Schreiben Sie uns – wie gewohnt an online@fr.de, und bitte unbedingt „Homestory“ in die Betreffzeile. Gemeinsam werden wir das blöde Virus doch irgendwann zur Strecke bringen.

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