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Sindlingen: Reiterhof sucht Verstärkung

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Reiten will gelernt sein, am besten unter fachkundiger Anleitung. Rolf Oeser
Reiten will gelernt sein, am besten unter fachkundiger Anleitung. Rolf Oeser © ROLF OESER

Weil es auf dem Zwergenhof zu wenig Personal fürs Training gibt, muss oft improvisiert werden

Zwei Bänke, ein Tisch, darüber ein Sonnensegel: Katja Erdle und Kerstin Fuchs sind in Stecknadeln und Namenskärtchen vertieft; um sie herum laufen Schafe und Hühner. Die beiden Vorstandsmitglieder des Vereins Reiter- und Lernbauernhof Ponyzwerge Sindlingen tüfteln aus, wer die verschiedenen Reitgruppen in den kommenden Wochen jeweils leiten wird. „Momentan kämpfen wir gegen Windmühlen“, sagt Kerstin Fuchs, die zweite Vorsitzende. Um das Angebot aufrechterhalten zu können, werden dringend mehr Reitlehrer:innen benötigt.

2016 wurde der Verein gegründet. Das pädagogische Angebot auf dem einen Hektar großen Gelände in der Okrifteler Straße umfasst drei Säulen, wie Kerstin Fuchs erklärt: die Reitschule, den Lernbauernhof sowie offene Angebote. Die beiden letzteren Bereiche können auch von Nicht-Vereinsmitgliedern wahrgenommen werden.

Galoppieren lernen

Doch damit Kinder auch weiterhin das Galoppieren auf Pferden lernen oder sich mit Schafen und Hühnern vertraut machen können, sucht der Vorstand des Vereins Unterstützung – insbesondere Honorarkräfte für den Bereich der Reitpädagogik werden gebraucht. Ein bis zwei Tage in der Woche für je zirka drei Stunden sollten diese mit anpacken können. Voraussetzungen sind der „Pferdeführerschein Umgang“ beziehungsweise das Longierabzeichen. Auch Trainer:innen, die die C-Lizenz besitzen, sind willkommen.

Es sei in der Vergangenheit vorgekommen, dass Übungsleiter:innen vergessen hätten, Reitstunden abzusagen, sagt Katja Erdle, die erste Vorsitzende. Kinder und Eltern hätten dann vor der verschlossenen Tür gestanden. „Das ist nicht unser Anspruch“, bekräftigt Erdle. Außerdem müssten derzeit oft Vertretungen einspringen. Dabei sei eine feste Bezugsperson für die Kinder im Unterricht wichtig.

„Sie müssen Lust auf unser Konzept haben“, sagt Erdle über potenzielle neue Trainer:innen. Sie sollten mit Kindern umgehen können; es dürfe für sie nicht darum gehen, „nur das Taschengeld aufzubessern“. Zudem sollten sie damit klarkommen, dass Schafe und Hühner auf dem Hof frei herumlaufen, ergänzt Kerstin Fuchs.

Auch die insgesamt acht Ponys haben freien Auslauf. Aktivstallhaltung nennt sich das. „Das Tierwohl steht bei uns im Vordergrund“, erklärt Fuchs. Bevor die Reitstunde beginnt, ist für die Kinder das Putzen der Ponys, das Auskratzen der Hufe und das Überprüfen von Wunden deshalb obligatorisch. So erkennen sie, dass ein Pferd „kein Sportgerät ist, sondern Bezugspersonen braucht“, sagt Katja Erdle.

Um Respekt vor den Tieren und den richtigen Umgang mit ihnen geht es auch auf dem Lernbauernhof und in den offenen Angeboten. „Die Kinder saugen all das dankbar auf; es macht den Rücken gerade und die Schultern breiter“, beobachtet Kerstin Fuchs. Die Angebote des Hofes „füllen eine Lücke“, sagt Katja Erdle. „Es wird nicht auf die Kinder eingehackt. Die Wissensvermittlung erfolgt stress- und wertfrei, ohne Zeitdruck.“

Der Spaß sei das Wichtigste, ergänzt sie, es sei „nicht verboten, zu lachen“. Das gilt auch für potenziell neue Kräfte auf dem Hof. „Drei bis vier neue Trainer oder Trainerinnen wären gut“, rechnet Erdle vor. Zuverlässigkeit ist dabei ein zentrales Kriterium. Bis zu 130 Kinder stehen derzeit auf der Warteliste für die vierstufig organisierten Reitgruppen. „Vielleicht können wir mit neuen Leuten sogar neue Gruppen aufmachen“, hofft Erdle. Auch über Unterstützung bei der Versorgung der fünf Schafe und gut 20 Hühner wäre man auf dem Hof dankbar. Vorwissen ist dafür laut Erdle und Fuchs nicht nötig.

Weitere Infos zum Reiter- und Lernbauernhof Ponyzwerge Sindlingen e.V. gibt es im Internet unter www. ponyzwerge-sindlingen.de oder per E-Mail (info@ponyzwerge-sindlingen.de). Dort finden sich auch die Ausschreibungen der Stellengesuche.

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