Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Auf einem Teil des Geländes der Villa Meister sollen Wohnungen entstehen.
+
Auf einem Teil des Geländes der Villa Meister sollen Wohnungen entstehen.

Sindlingen

Sorge um den Meister-Park

Vor zwei Jahren wurde die Villa Meister mitsamt Park in Sindlingen an eine Immobiliengesellschaft verkauft. Ortsbeirat und Nachbarschaft fragen sich, was aus dem Gelände wird und fordern kronkrete Informationen zu den Bauplänen.

Die bevorstehenden Veränderungen rund um die Villa Meister bewegt die Sindlinger. Sie wollen gerne wissen, was genau dort gebaut werden soll. Albrecht Fribolin, Vorsitzender der Sindlinger CDU und Mitglied des Ortsbeirats 6 kündigt an, für die nächste Sitzung des Stadtteilparlaments am 19. Januar einen Antrag zum Stand der Planungen vorzubereiten.

Mit einer Stellungnahme des Magistrats von Anfang Dezember ist er nicht zufrieden. Sie „ist in großen Teilen im Konjunktiv geschrieben (wäre, müsste, könnte) und insofern diffus in der Aussage“, erklärt er. Diese Stellungnahme ist die Reaktion auf eine Anfrage des Ortsbeirats vom September 2019.

Damals war bekanntgeworden, dass die Erbengemeinschaft, der Villa und Park gehören, das Areal an die Immobiliengesellschaft Cairos-Gruppe verkauft hatte. Der Ortsbeirat wollte wissen, warum sich die Stadt nicht um einen Erwerb bemüht habe. Schließlich seien Villa und Park Bestandteil der deutschen und regionalen Industriegeschichte; die Familie Meister gehört zu den Gründern der Hoechst AG.

Doch der Magistrat winkt ab. Kauf und Unterhalt seien zu teuer, eine wirtschaftliche Erschließung durch die Stadt nicht zu leisten. Der neue Eigentümer habe Interesse am Bau von 50 Wohneinheiten bekundet. Sie seien im westlichen Teil baurechtlich denkbar. Denkbar sei auch, über den Erwerb des nicht bebaubaren, denkmalgeschützten Teils des Parks sowie der denkmalgeschützten Villa mit dem neuen Eigentümer zu verhandeln, heißt es in der Stellungnahme. „Diese Teile müssten langfristig gepflegt werden und haben insofern mutmaßlich keinen hohen Marktwert.“

Die Pflege des Parks könne das Grünflächenamt übernehmen, eine öffentliche Nutzung wäre nachhaltig gesichert. Mit dem Eigentümer sei vereinbart worden, dass der Park tagsüber öffentlich zugänglich sein würde. Abends und während der Nacht würde der Park verschlossen. Für die Villa müsste ein Nutzungskonzept erarbeitet werden.

Albrecht Fribolin ist das alles zu wenig greifbar. Daher ist er auf Antworten auf die Fragen von Tomas Müller-Sonn gespannt. Der Park-Anwohner erkundigt sich in einem offenen Brief nach den Plänen und danach, wie die Voraussetzungen für Baugenehmigungen aussehen. Zudem sammelt er Unterschriften im Stadtteil zum Erhalt des Meister-Parks.

Einige Fragen will Fribolin in seinen Antrag aufnehmen. Angesichts des schlechten baulichen Zustands der Gebäude sei klar, dass Villa und Park ohne weitreichende Investitionen in Millionenhöhe mittelfristig nicht erhalten werden könnten.

Da die Stadt bisher keine wirtschaftlich vertretbare Nutzung für die Gebäude vorschlagen konnte, werde diese Aufgabe beim privaten Investor liegen, sagt Fribolin. Die Aussagen von Marcus Bube, Geschäftsführer der Cairos-Gruppe, deuteten darauf hin, „dass er die zentrale Bedeutung der Villa und des Parks für Sindlingen und seine Bürger erkannt hat“, findet er. Allerdings brauche es mehr als nur einige nette Formulierungen wie etwa: „Das soll ein Schmuckstück werden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare