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Der Reiterverein Sindlingen war 96 Jahre in der Allesinastraße. Schick
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Der Reiterverein Sindlingen war 96 Jahre in der Allesinastraße. Schick

Sindlingen

Sindlinger Reiterverein verlässt Meisterpark

  • Fabian Böker
    VonFabian Böker
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Das neue Domizil befindet sich ab April in Hattersheim. Für den Unterricht mit Schulkindern ist ein Shuttleservice geplant.

Knapp 100 Jahre lang war der Reiterverein Sindlingen im Meister-Park an der Allesinastraße beheimatet. Ende diesen Monats verlässt er Frankfurt und zieht nach Hattersheim im Main-Taunus-Kreis um.

Freiwillig wechselt der Verein seine Heimat nicht. Er muss seinen Standort aufgeben, weil das Areal von Meister-Park und Meister-Villa verkauft wurde. Neuer Eigentümer ist die Immobiliengesellschaft Cairos Development AG – und die will dort Wohnungen bauen. Klar war von Anfang an, dass für den Reiterverein auf dem Areal kein Platz mehr sein wird. Dieser findet sich nun 2,3 Kilometer weiter südlich, im Reitstall Sonnenhof. Dort sieht sich der Verein, der aktuell über 137 Mitglieder verfügt, „in guten Händen“, wie er mitteilt. Der Unterricht könne in einer großen Reithalle fortgesetzt werden. Auch die acht Schulpferde kommen dort unter.

Die sind das Herzstück des Vereins, der sich 1925 gegründet hat. Zu ihnen zählen mit Julchen, Floppy und Wendo drei kleine Ponys, ein größeres Reitpony namens Ferrari sowie die Großpferde Elisha, Chris, Naila und Summer Dream.

Kontakt

Kontakt zum Reiterverein Sindlingen: unter Telefon 37 32 52, per E-Mail an mail@reiterverein-sindlingen.de und auf www.reiterverein-sindlingen.de.

Charakteristisch für den Verein sind zudem die vielen Angebote. Es gibt regulären Unterricht, Kurse an der Longe, in Voltigieren und einen Pony-Club zur spielrerischen Annäherung an die Tiere. Seit 2013 können Kinder sonntags ohne Anmeldung auf Ponys reiten. Zu Corona ist das aber nicht möglich. Auch therapeutisches Reiten bietet der Verein an. Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen können vormittags Termine vereinbaren. Geflüchtete können ebenfalls im Verein trainieren. 2017 wurde er dafür als erster Reitverein Deutschlands als Stützpunktverein „Integration durch Sport“ anerkannt. Auch mit Kitas, Hortstätten und Schulen gibt es Kooperationen. Dazu gehört auch die Sindlinger Meister-Schule.

Diese soll, so versichert Vereinsvorsitzender Dieter Baumann, fortgesetzt werden. Da die Schülerinnen und Schüler der Reit-AG den neuen Stall künftig nicht mehr zu Fuß erreichen können, sollen Transfers organisiert werden, im Idealfall mit einem Shuttlebus, so Baumann. Dazu laufen aktuell Verhandlungen mit der Stadt. „Im April oder Mai sollte die Kiste stehen“, hofft der Vorsitzende. „Zur Not machen wir das alles mit Autos.“

Unklar ist derzeit noch, ob das Angebot für Geflüchtete aufrecht erhalten werden kann. Da sei die Resonanz zuletzt eher rückläufig gewesen, erklärt Baumann. „Aber wenn der Bedarf da ist, werden wir auch das stemmen können.“ Denn, so Baumann, „unser Verein war immer schon lösungsorientiert.“ Deswegen schaut der Vereinsvorsitzende auch lieber nach vorne, anstatt dem alten Standort hinterher zu trauern: „Wir müssen die Herausforderung annehmen.“

Thomas Müller-Sonn sieht das anders. Er ist Sprecher der Initiative „Rettet den Meister-Park“, ist „mit dem Reitverein und seinen Pferden aufgewachsen“. Er vermisse jetzt schon das vertraute Bild der Pferde in der Weinbergstraße, das Wiehern und typische Hufgeräusch auf dem Asphalt. Er hofft weiterhin, dass der Park gerettet werden kann. Dann, so seine Hoffnung, könnte „auch der Reiterverein vielleicht wieder an seinem Ursprungsort zurückkehren und sein 100. Jubiläum 2025 dort begehen“.

Immerhin ein kleines Gefühl von alter Heimat bleibt den Reiterinnen und Reitern am künftigen Standort: Der neue Stall liegt an der Sindlinger Straße.

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