Sindlingen

Haus für „Turnverein 4.0“

  • vonMichael Forst
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Der TV Sindlingen hat Richtfest an seinem neuen Gebäude gefeiert. Es wird digital auf dem neuesten Stand sein.

Den allgemeinen Corona-Stillstand hat der Turnverein Sindlingen (TVS) gut genutzt: Er hat mit dem Bau eines Gebäudes begonnen, das ab November für Gymnastikgruppen, Vorstandsrunden, Sitzungen, Schulungen, Kraftsport und die Verwaltung des mehr als 1100 Mitglieder großen Vereins genutzt werden soll. Es liegt direkt vor der vereinseigenen Halle. Der Grundstein wurde Mitte April gelegt, am Freitag war Richtfest.

„Es ist nicht selbstverständlich, dass man in solchen Zeiten Häuser baut“, sagte Vorsitzender Michael Sittig vor gut 40 geladenen Gästen: „Wir wollen optimal vorbereitet sein auf die Zeit nach Corona. Wir alle brauchen Gemeinschaft, Sport, Geselligkeit und ehrenamtliches Engagement, jetzt umso mehr.“

Und dafür braucht der Verein Platz. Die vor zehn Jahren eingeweihte Sporthalle ist so gut wie ausgebucht. Sie hat sich zu einem Mittelpunkt nicht nur für den Verein, sondern für den ganzen Stadtteil entwickelt. Zwei zusätzliche Mehrzweckräume, ein Lagerraum sowie eine Geschäftsstelle auf insgesamt 200 Quadratmetern sind daher hochwillkommen.

Die Geschäftsstelle wird von Anfang an das Projekt „TVS 4.0“ umsetzen: „Durch die intensive Verwendung von Kommunikationstechnik im Rahmen der Corona-Problematik hat sich das Arbeitsverhalten der ehrenamtlichen Mitarbeiter unseres Vereins grundlegend geändert“, sagte Michael Sittig.

Deshalb treibt der TVS die Digitalisierung voran. Medientechnik, Schließsystem, Chipkarten, Informationsaustausch über die gemeinsame „Daten-Wolke“ und weiteres werden im Neubau auf neuestem Stand sein. Mitglieder erhalten digitale Ausweise mit verschiedenen Funktionen, die ihnen die Nutzung dieser top-modernen Technik ermöglichen. „Der Turnverein ist etwas Besonderes und anderen immer voraus“, sagte Frankfurts Sportdezernent Markus Frank anerkennend.

Die Stadt gibt 134 000 Euro zu den Gesamtkosten von rund 350000 Euro dazu. „Das ist gut investiertes Geld und lohnt sich für die Stadt“, sagte Frank. Vereine könnten effektiver und bedarfsgerechter planen und bauen als die Stadt, die ihre Projekte immer langwierig ausschreiben muss. Das bestätigte Michael Sittig: „Architektin Sabrina Schiffer und ihr Vater Rudolph, der die Statik berechnet hat, sind Vereinsmitglieder. Hier ist alles in guten Händen.“

Das Lob gelte auch für die Handwerker, die gut, pünktlich und schnell arbeiteten. Spengler Ralf Rollinger brachte den Richtspruch aus, danach hatten alle Gelegenheit, den Rohbau zu besichtigen und etwas zu tun, was in diesen Corona-Zeiten viel zu kurz kommt: Mal wieder miteinander plaudern, mit Abstand, aber von Mensch zu Mensch.

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