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Aus für Sindlinger Monatsblatt

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Von: Holger Vonhof

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Heide Noll und Michael Sittig haben jahrelang das Sindlinger Monatsblatt herausgebracht.
Heide Noll und Michael Sittig haben jahrelang das Sindlinger Monatsblatt herausgebracht. © Holger Vonhof

Das Sindlinger Monatsblatt wird eingestellt. Nach 44 Jahren ziehen Heide Noll und Michael Sittig einen Schlussstrich. Eine Nachfolge, die die Stadtteilzeitung des Sindlinger Gewerbevereins weiterführt, ist nicht in Sicht.

Die Dezember-Ausgabe am 30. November ist die letzte“, sagt Heide Noll. Die Textchefin des „Sindlinger Monatsblatts“, im Stadtteil kurz „Simobla“ genannt, bedauert es zwar, aber: Die Stadtteilzeitung der Fördergemeinschaft Handel, Handwerk und Gewerbe wird nach 44 Jahren eingestellt.

„Wir ziehen einen Schlussstrich“, sagt Heide Noll. Sie hat die Zeitung die vergangenen 16 Jahre mit Michael Sittig erstellt. Er hat die Aufgabe 2005 von Alexander Krauss übernommen, dem früheren Chef der Alexander-Apotheke. Gegründet worden war das Blatt 1978, in Farbe, mit dem blauen Titelkopf, erscheint es seit Juli 2015.

Seitdem hat sich viel verändert im Stadtteil. „Die Anzahl der Gewerbetreibenden hat stark abgenommen“, sagt Heide Noll. „Die Alteingesessenen werden weniger.“ So sei das Anzeigenaufkommen stark zurückgegangen. Waren es 2005 mehr als 30 Anzeigen pro Ausgabe, sind es jetzt nur acht oder neun. Problematischer sei, dass Michael Sittig (67) krankheitsbedingt kürzertreten muss – und sie selbst, jetzt 59, der Pensionierung ihres Mannes entgegensieht und dann mehr reisen möchte. „Wenn sich jemand findet, der es weitermachen möchte, würden wir uns freuen. Aber es sieht nicht so aus.“

Michael Sittig, Gründer der Industrie-Elektronik-Firma Sittig Technologies GmbH, war zeit seines Berufslebens selbstständig. Schon vor seiner Simobla-Zeit hat er nebenbei als freier Sportfotograf gearbeitet. Heide Noll ist ausgebildete Redakteurin. Beim Monatsblatt war sie stellvertretende Chefredakteurin; Michael Sittig fungierte als Chefredakteur, Verwaltungschef, Anzeigenleiter und Fotograf. Ihr Redaktionsbüro war zuletzt die Geschäftsstelle des Turnvereins Sindlingen.

Viele Menschen in Sindlingen halfen bei der Erstellung mit und reichten Beiträge ein. Selbst die meisten Austräger:innen, die bis jetzt die 4500er-Auflage in die Briefkästen des Stadtteils steckten, taten das ehrenamtlich, um die Kosten zu drücken. „Es wurde aber immer schwieriger, die Zeitung zu füllen“, sagt Noll. Während Corona erschienen nur neun statt zwölf Ausgaben pro Jahr; einige waren nur vier statt acht Seiten stark.

Jetzt gibt es die Überlegung, eine Online-Ausgabe zu machen, in die Vereine ihre Veranstaltungshinweise und Berichte einstellen können. Noch ist nichts entschieden, denn auch das würde Michael Sittig Arbeit machen.

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