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Mitarbeiter Björn Hontsch verkauft im provisorischen Laden.

Sindlingen

Neuer Hofladen kommt gut an

Landwirt Patrick Stappert vermarktet seine Waren jetzt direkt am Hof – und kooperiert mit anderen Erzeugern.

Landwirtschaft und Fischfang spielen in dem ehemaligen Bauern- und Fischerdorf Sindlingen heute kaum noch eine Rolle. Nur noch ein Mann lebt als Vollerwerbslandwirt vom Ertrag seiner Äcker. Und er hat nun einen Hofladen aufgemacht. „Ich wollte das schon seit längerem tun“, sagt Patrick Stappert, Inhaber des 1651 gegründeten Traditionshofs in der Straße Alt-Sindlingen 20.

Das Gehöft an der Ecke zum Feierabendweg bietet sich dafür geradezu an: Kopfsteine pflastern den Hof, am Wohnhaus ranken Reben. Das Nebengebäude, in dem frühere Stappert-Generationen Schweine und Kälber hielten und in dem die Schrotmühle stand, dient heute als Lagerraum. Dort würde der Landwirt gerne einen richtigen Hofladen einrichten. Das erfordert allerdings erst einmal umfangreiche Bauarbeiten. Deshalb blieb es bei der Idee – bis Corona kam.

„Eigentlich verkaufen wir jeden Samstag auf dem Flohmarkt an der Jahrhunderthalle“, sagt Stappert. Anfangs nutzte der 36-Jährige den großen Publikumsverkehr dort vor allem für die Direktvermarktung der eigenen Kartoffeln und Eier. Weil viele Menschen Produkte aus der Nachbarschaft schätzen, hat er mittlerweile auch einen halben Hektar mit verschiedenen Gemüsesorten bepflanzt. Tomaten, Zucchini, Mangold, Paprika, Rote Bete, Auberginen und Jalapeño-Chilis warten aber nicht, bis die Corona-Einschränkungen aufgehoben und Flohmärkte wieder erlaubt werden. Sie sind jetzt reif und wollen geerntet und verkauft werden.

Deshalb baut Stappert nun jeden Samstag von 8.30 bis 14 Uhr seinen Flohmarkt-Stand als provisorischen Laden in seinem Hof mit dem schönen Ambiente auf und hofft auf Kundschaft. Unterstützt wird er dabei von Björn Höntsch, der sonst auch beim Flohmarkt hilft, und Freundin Judith Brodrecht. Die Winzerin kümmert sich nicht nur um die Pflege der Gemüsebeete, sie erweitert auch das Sortiment um Wein aus dem heimischen Weingut in Saulheim sowie Eierlikör, für den sie die Eier aus Stapperts mobilem Hühnerstall verwendet.

Darüber hinaus pflegt Patrick Stappert eine Kooperation mit dem Hofheimer Birkenhof: Er liefert Kartoffeln und Eier an dessen Hofladen und verkauft im Gegenzug Hofheimer Obst.

Obwohl bislang nur Mundpropaganda gemacht wurde, finden sich schon etliche Kunden auf dem Bauernhof ein. Ein Sack Kartoffeln, ein Schälchen Beeren, zwei Gurken, zehn Eier: „Fehlen nur noch Kaffee und Kuchen“, sagt Mariela Schmoll augenzwinkernd.

Oder ein Weinprobierstand, schlägt ein weiterer Kunde vor. „Das Ganze ist ausbaufähig“, stimmt Patrick Stappert zu. Ob der Hofladen in dieser Form an dieser Stelle bleibt oder ob er den Stand, sobald es möglich ist, wieder beim Flohmarkt aufbaut, hängt nun vom Umsatz ab: „Wenn das hier angenommen wird, bleiben wir hier“, sagt der Landwirt.

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