Bei einem Rundgang mit der SPD 2016 inspiziert Carmen Crecelius, die Enkelin von Paul Kirchhof, den Gedenkstein. 
+
Bei einem Rundgang mit der SPD 2016 inspiziert Carmen Crecelius, die Enkelin von Paul Kirchhof, den Gedenkstein. 

Sindlingen

Sindlingen: Andenken an Paul Kirchhof aufpolieren

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
    schließen

Die Stadt gestaltet den Platz des Widerstandskämpfers und SPD-Mannes neu.

Der Neubau der Ludwig-Weber-Schule ist fertig. Die Kinder und Lehrer sind seit Anfang der Woche im neuen Gebäude zu finden, die Stadt kann das Holzprovisorium entfernen. Und sie kann den angrenzenden Paul-Kirchhof verschönern. Das hat sie eigentlich schon lange vor, die Arbeiten an der maroden Schule sind aber dazwischen gekommen.

Es hätte keinen Sinn ergeben, den Platz umzugestalten, nur damit ihn die Baufahrzeuge wieder ruinieren. Die Straßen sind schmal, manches Mal sind Lkw über den Bordstein geschrammt oder haben den Schutzzaun eingedrückt. Jetzt kann es aber losgehen, die Pläne stellt das Grünflächenamt in der Sitzung des Ortsbeirats 6 kommenden Dienstag Politikern und Bürgern vor.

Der bislang eher traurig wirkende Grünstreifen soll eine kleine Oase werden. Das findet zumindest die Enkelin von Paul Kirchhof, Carmen Crecelius. Die Sindlingerin hat die Pläne vorab zu Gesicht bekommen, immerhin ist der Platz ja nach ihrem Großvater benannt. Entsprechend lobt sie, dass der Gedenkstein einen würdigen Platz erhalten soll. „Also, wenn es noch die gleichen Pläne sind“, sagt sie verschmitzt.

Der Sozialdemokrat Kirchhof war Gewerkschafter, Omnibusfahrer und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. 1935 wurde er verhaftet. Nach 1945, nach Zuchthaus und Strafbataillon, stieg er bis zum Betriebsdirektor der Frankfurter Straßenbahn auf. Er war engagierter Stadtverordneter der SPD, gar Fraktionsvorsitzender im Römer. Und somit: „Jemand, der viel getan hat für die Stadt und auch für Sindlingen“, sagt Crecelius.

Ihr gefällt, dass Sitzbänke unter einer Schatten spendenden Pergola entstehen sollen. Und dass die Stadt dem Ansinnen einiger Bürger kein Gehör geschenkt hat, „einen großen Parkplatz aus der Fläche zu machen“.

Auch Albrecht Fribolin, für die CDU im Ortsbeirat, findet es gut, dass der Platz nun aufgewertet werde. „Er ist nicht schön“, sagt er, fast wirke die Fläche etwas „vergammelt“. Viel in der Struktur werde sich aber nicht ändern, sagt Fribolin, durchaus mit einem weinenden Auge. Einige Anwohner hätten sich Parkplätze gewünscht.

Die Zukunft des Wilhelm-Kobelt-Hauses in Schwanheim steht ebenfalls auf der Tagesordnung des Ortsbeirats. Vertreter des Amtes für Bau und Immobilien geben einen Überblick über die aktuellen Planungen. Das historische Gebäude hat einst das sogenannte Schwanheimer Gesundheitszentrum beherbergt. Die Vereine des Stadtteils wünschen sich das Haus als Treff und Veranstaltungsort zurück.

Der Ortsbeirat 6tagt am Dienstag, 21. Januar, 17 Uhr, in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Höchst, Bolongarostraße 110.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare