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So wird es diese Silvesternacht wohl nicht aussehen am Frankfurter Mainufer.
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So wird es diese Silvesternacht wohl nicht aussehen am Frankfurter Mainufer.

Frankfurt

Frankfurt: Feiern trotz Corona - Silvester wie James und Miss Sophie von Diner von One

  • Meike Kolodziejczyk
    vonMeike Kolodziejczyk
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„The same procedure as every year“: Kaum ein Satz passt schlechter zu 2020. Feiern lässt es sich an Silvester trotzdem.

Frankfurt - Zum Ausklang dieses unerquicklichen Jahres sollten wir uns alle ein Beispiel nehmen an Miss Sophie und ihrem Butler James. Schließlich zeigen die beiden seit sechs Jahrzehnten, dass es keine große Party-Gesellschaft braucht, um zu feiern. „Dinner for One“ ist zeitlos schön – und heuer so zeitgemäß wie nie. Wem die Silvestertafel wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen zu einsam ist, deckt einfach für imaginäre Gäste mit. Die müssen nicht zwingend Sir Toby, Admiral von Schneider, Mister Pommeroy und Mister Winterbottom heißen, und auch die Speise- und Getränkefolge darf gern variieren. Denn eines sollten wir gelernt haben anno 2020: Not macht kreativ. In diesem Sinne hier ein paar Vorschläge für den Silvesterabend.

Wachs statt Blei

Böller, Kracher, Raketen: Der Verkauf von Feuerwerk ist virusbedingt verboten. Wer noch Restposten aus vergangenen Jahren in der Schublade hat, darf diese abfackeln, aber nicht überall. Und wer weder Probleme mit Brandwunden noch mit den Nachbarn bekommen möchte, sollte einfach komplett aufs Zündeln und großen Tumult verzichten. Silvester lieber etwas kontemplativer angehen, lautet heuer das Motto. Wie gut, dass Bleigießen schon 2018 qua EU-Chemikalienverordnung verboten wurde, so muss man das wenigstens nicht zum ersten Mal vermissen. Außerdem steht ja Ersatz bereit: Wachsgießen. Sets dafür gibt es zu kaufen, es lassen sich dafür aber auch prima die dicken Kerzen vom Adventskranz recyclen, zur Not tun’s Teelichter. Zwar taucht Wachs nicht so schön wie Blei ins Wasser ein und bildet eher flache Fladen als dreidimensionale Formen. Doch das ist dieses Silvester nun wirklich kein nennenswertes Übel.

Glotzen, Klicken, Hören

Als hätten wir 2020 nicht schon genug Zeit vor der Glotze, dem Screen oder sonstigem Gerät verbracht, bleibt uns zum Jahreswechsel wohl auch nicht viel Anderes übrig. Zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr haben wir die Wahl zwischen „Die Silvestershow mit Jörg Pilawa“ (ARD) oder „Willkommen 2021“ (ZDF), auf diversen dritten Programmen macht zuvor Ekel Alfred Tetzlaff Party mit „Silvesterpunch“ und in Disneys post-apokalyptischem Weltraum-Märchen „Wall-E“ räumt gleichnamiger Roboter die Erde auf (RTLII). „Dinner for One“ lässt sich quasi in Endlosschleife gucken, Pausen auf den TV-Kanälen können online via Youtube überbrückt werden. Der Hessische Rundfunk lädt im Radio auf HR1 ein zum „Silvester-Dancefloor zu Hause“ mit Wunsch-Songs, Radio FFH gibt Tipps für den „perfekten Jahreswechsel“. Silvester-Konzerte werden nicht live, sondern aus der Konserve gespielt, doch am Ende des Beethoven-Jahres und nach etlichen Corona-Balkonkonzerten können wohl die meisten die 9. Sinfonie beim Warten aufs Raclette-Pfännchen intonieren. „Freude, schöner Götterfunken“ – Wer braucht da noch Feuerwerk, Bitteschön?

Kunsthalle Schirn Frankfurt

„Um 2020 mit einem Knall zu beenden und gemeinsam stärker denn je ins neue Jahr zu starten“, hat das DJ-Kollektiv GG VYBE für die Frankfurter Kunsthalle Schirn einen ganz besonderen „New Year Soundtrack“ gemixt – mit Wunschliedern der Gäste. Zu finden ist der Soundtrack sowie das auch ansonsten üppige Online-Angebot auf der Homepage im Schirn-Magazin. Wenn da nicht was dabei ist, um sich die Silvesternacht optisch und akustisch angemessen zu gestalten.

www.schirn.de

Oper Frankfurt

Für opulente Musik und Bilder sorgt auch die Oper Frankfurt zu Silvester. Das Haus stellt Christof Loys Frankfurter Inszenierung der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß aus der Spielzeit 2010/11 online, sie ist von Donnerstag, 31. Dezember, 19.30 Uhr an bis einschließlich 10. Januar per Stream auf der Website der Oper Frankfurt abrufbar. Es spielt das Frankfurter Opern- und Museumsorchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, zu den Solist:innen gehören unter anderem Christian Gerhaher (Eisenstein), Barbara Zechmeister (Rosalinde), Thorsten Grümbel (Frank). Die Besetzung komplettiert der Chor der Oper Frankfurt.

www.oper-frankfurt.de

Frankfurter Zoo

Wie süüüß: Das kleine Zweifinger-Faultier Chico knabbert an einem Apfelstückchen und turnt danach frech auf seiner Mama herum. Wer hätte gedacht, dass diese dem Namen nach schwerfälligen Wesen doch so beweglich sind? Zu bestaunen ist Chico seit dem 28. Dezember auf der Homepage des Frankfurter Zoos. Unter der Rubrik „Tierische Neuigkeiten“ sind verschiedenen Videos zu finden, alle paar Tage wird ein neues eingestellt: aus dem Borgoriwald, von den Brillenbären oder eben von Baby-Faultier Chico. Und mal ehrlich: Niedliche, knuffelige Tiere anschauen ist doch ein guter Ersatz zu… Feuerwerk-Gucken, zum Beispiel.

www.zoo-frankfurt.de

Hessenpark Neu-Anspach

Warum nicht mal etwas für die regionalhistorische Bildung tun, wenn es an Silvester in Hessen schon nicht krachen darf? Ob Handwerkstechniken, alte Nutztierrassen oder historische Gebäude: Auf der Homepage des Hessenparks bei Neu-Anspach im Taunus findet sich fast alles, was das Freilichtmuseum bietet, auch virtuell. Gäste können sich durch sämtliche Dauerausstellungen klicken, es gibt ein Hessenpark-Lexikon, allerlei Werkstattberichte und natürlich viele schöne Bilder. Einfach ein paar Wunderkerzen seitlich an den Bildschirm pinnen: Fertig ist das Silvester-Panorama im Homeoffice-Format.

www.hessenpark.de

Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz

Auch ein Blick über die Landesgrenze lohnt sich. Pünktlich zum Jahreswechsel hat die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) eine Web-App unter dem Namen „Kulturerbe unterwegs“ gestartet, mit der sich online mittelalterliche Stätten besuchen lassen. „Wir wollen auch in Corona-Zeiten unser kulturelles Erbe den Menschen nahebringen“, lässt dazu der rheinland-pfälzische Kulturminister Konrad Wolf (SPD) verlauten. Entwickelt wurde das Digitalangebot zur Landesausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“ im Landesmuseum Mainz. Die App, die derzeit 25 Orte mit 39 mittelalterlichen Objekten umfasst, ist in verschiedene Kategorien untergliedert und bietet kurze Lesetexte, Erzählungen zum Hören oder auch Filmsequenzen.

kulturerbeunterwegs.kaiser2020.de

Mousonturm Frankfurt

Ende August hat das Frankfurter Künstlerhaus Mousonturm sein Konzept für die Corona-Pandemie präsentiert: einen Bau im Bau, ein mit Zweier-Logen ausgestattetes Rondell aus Holz und Lehm. Doch seit November darf auch dort nicht mehr gespielt und getanzt werden. Wie gut, dass das Künstlerhaus schon während des ersten Lockdowns für ein vielfältiges virtuelles Ersatzprogramm gesorgt hat. Fast sämtliche Stücke, Konzerte und Diskussionsrunden wurden in ein digitales Format gegossen. In der Mediathek gibt es Blogs, Apps, Videos, Podcasts und Hörspiele. Zum Beispiel „Multifon“, ein Podcast, in dem Gäste unter der Moderation von Eva Königshofen über Performances sprechen, die im Mousonturm gezeigt werden sollten. Für den Neujahrsspaziergang sei die Smartphone-App „Hölderlin Heterotopia“ empfohlen, die der japanische Regisseur Akira Takayama entwickelt hat und die Menschen auf dem 22 Kilometer langen Hölderlin-Pfad zwischen Frankfurt und Bad Homburg zu verschiedenen Stationen geleitet. Dort schalten sich Audiobeiträge frei, für die 14 Autorinnen und Autoren Texte, Erzählungen und Gedichte verfasst haben. (Meike Kolodziejczyk)

www.mousonturm.de

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