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So schön sah das Feuerwerk vor der Frankfurter Skyline aus. Viele feierten friedlich, aber es gab auch viele Einsätze der Polizei und Feuerwehr. 

Silvesternacht

Feuerwehr und Polizei in Frankfurt mit Böllern angegriffen

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In der Silvesternacht werden Rettungskräfte in Frankfurt angegriffen. Es gibt zudem viele Brände. Ein Türsteher wird bei einer Messerstecherei vor einem Club in der Innenstadt schwer verletzt.

Das neue Jahr ist gerade fünf Minuten alt und im Zentmarkweg in Rödelheim werden Barrikaden gebaut und Einsatzkräfte mit Böllern beschossen“, twittert die Frankfurter Polizei in der Silvesternacht. Eine Beamtin wurde dabei leicht verletzt, Sperrmüll wurde angezündet, die Feuerwehr konnte die Brände zügig löschen, die Polizei hatte – wie sie mitteilte – die Lage schnell unter Kontrolle. Das „traurige Highlight der Nacht“, wie es ein Polizeisprecher am Mittwoch ausdrückt, war eine Messerstecherei vor dem Frankfurter Club Velvet in der Weißfrauenstraße unweit des Willy-Brandt-Platzes. Drei Türsteher seien verletzt worden, einer davon schwer.

Ein 18-Jähriger und seine zwei Begleiter waren laut Polizei um 2.50 Uhr mit den Türstehern aus bislang noch ungeklärter Ursache in Streit geraten. Der 18-Jährige habe dann auf die drei Türsteher mit einem Messer eingestochen. Auch er sei bei der Auseinandersetzung verletzt worden. Er und seine beiden Begleiter seien festgenommen worden. „Wir ermitteln nun wegen versuchten Totschlags“, sagte der Polizeisprecher. Videoaufnahmen und viele Zeugen seien Gegenstand der Ermittlungen.

Feuerwehr im Dauereinsatz

Auch die Frankfurter Feuerwehr war in der Silvesternacht im Dauereinsatz. Allein bis um Mitternacht mussten die Rettungskräfte zu 52 Brand- und Hilfeleistungseinsätzen ausrücken. Ab dem Jahreswechsel bis 7 Uhr mussten die Einsatzkräfte von Freiwilliger Feuerwehr und Berufsfeuerwehr zu weiteren 122 Einsätzen: brennende Mülltonnen, brennende Balkone und ausgelöste Brandmeldeanlage.

Zudem kamen 233 Einsätze der Rettungsdienste. In Griesheim gab es mehrere Fahrzeugbrände. In den Morgenstunden wurde dort ein Betonpoller mutwillig mit Feuerwerkskörpern gesprengt. Bei den Löscharbeiten wurden Feuerwehrleute mit Raketen beschossen. Bereits in den Vorjahren waren in Frankfurt immer wieder Rettungskräfte in der Stadt mit Raketen beworfen worden. Mehrere Verdächtige konnten festgenommen werden. Ein Feuerwehrmann wurde leicht verletzt. Die Polizei ermittelt nun.

In der Silvesternacht versammelten sich laut Polizei mehrere Tausend Menschen, um meist friedlich zu feiern. Der Eiserne Steg war als Feierort so beliebt, dass bereits gegen 23 Uhr der Sicherheitsbereich wegen Überfüllung geschlossen werden musste.

Polizei ermittelt

Um 0.20 Uhr wurden Einsatzkräfte auf dem Eisernen Steg auf eine sexuelle Belästigung hingewiesen. Die Ermittlungen wurden eingeleitet.

In einem weiteren Fall sexueller Belästigung auf dem Holbeinsteg konnte der Täter noch vor Ort festgenommen werden. Auch in zwei weiteren Fällen sexueller Belästigung in Alt-Sachsenhausen nahm die Polizei die beiden Täter noch vor Ort fest. Die Ermittlungen dauern an.

Im gesamten Stadtgebiet kam es in der Stadt immer wieder zu Mülltonnenbränden, die durch die Feuerwehr gelöscht werden mussten.

Im Laufe der Nacht kam es zu über 70 Festnahmen. Dazu zählen sowohl Festnahmen wegen Körperverletzung, Verstöße gegen das Waffengesetz sowie wegen des Verdachts der sexuellen Nötigung, Sachbeschädigung als auch Ingewahrsamnahmen von aggressiven oder stark betrunkenen Personen.

In der ganzen Stadt ist es laut Polizei immer wieder zu unsachgemäßem Gebrauch von Feuerwerkskörpern und Raketen gekommen. Zum Teil wurden diese auf Menschen gerichtet und Böller in Personengruppen geworfen. Mehrere Menschen seien verletzt worden, auch darunter ein Mitarbeiter der DLRG. Häufig werde erst einige Tage nach der Silvesternacht Strafanzeige erstattet. Die Frankfurter Polizei bittet Geschädigte, sich umgehend zu melden, um Ermittlungserfolge nicht zu gefährden.

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