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Die Platensiedlung in Ginnheim.

Problemviertel in Ginnheim

Etwas Frieden in der Platensiedlung

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    Christoph Manus
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In dem Problemviertel Platensiedlung brannten am Jahreswechsel zwar Müllcontainer, doch die befürchtete Silvester-Randale blieb aus.

Aufatmen in der Platensiedlung: In dem Viertel in Ginnheim, das zuletzt vor allem wegen Ausschreitungen und zahlreichen Fällen von Drogenhandel in die Schlagzeilen geraten war, blieb die befürchtete Randale an Silvester aus. Die Feuerwehr berichtete am Mittwoch von „vier Kleinbränden“ zwischen Mitternacht und 1 Uhr – jeweils zwei in der Franz-Kafka- und der Franz-Werfel-Straße. Beide Straßen liegen im südlichen Bereich der Siedlung, in dem sich auch der überwiegende Teil der Straftaten in den vergangenen Wochen und Monaten ereignet hatte.

Der Schaden bei den Bränden hält sich in Grenzen. Die Täter hatten überwiegend Müllcontainer angezündet, die aber kurz vor Silvester vom Entsorgungsbetrieb FES noch einmal geleert worden waren, damit eben nicht zu viel Abfall abbrennen konnte.

Vor allem aber wurde die Feuerwehr nicht daran gehindert, die Flammen zu löschen. Bei Ausschreitungen an Halloween waren zuletzt Polizisten mit Steinen und Flaschen beworfen worden.

Dass sich derartige Szenen nicht wiederholten, mag auch an der verstärkten Präsenz der Polizei in der Siedlung gelegen haben. Anders als an früheren Jahreswechseln hatten sich die Beamten auf das Gebiet rund um die Platenstraße konzentriert – ohne allerdings zu massiv zu agieren. Anwohner berichteten, die Polizei habe sich zunächst im Hintergrund gehalten.

Keine Fassadenbrände

Frank Junker, Geschäftsführer der ABG, zog am Mittwoch trotz der angezündeten Müllcontainer in der Platensiedlung und auch in der Preungesheimer Karl-Kirchner-Siedlung eine eher positive Bilanz der Silvesternacht. Die Feuer hätten offenbar nicht auf die Fassaden übergriffen. Letztlich sei es – anders als befürchtet – relativ friedlich geblieben, sagte er. Er selbst habe sich am Neujahrsmittag in den beiden Siedlungen umgesehen. Beschäftigte der Wohnungsgesellschaft bestätigten seinen Eindruck. „Die Strategie der Polizei ist offensichtlich aufgegangen“, sagte er im Gespräch mit der FR.

Die Vorfälle kritisierte Junker scharf. „Was hat man davon, Container anzuzünden und sich mit Gewalt zu brüsten?“, fragte er.

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