+
Kerstin Görling in ihrem Silvester-Kleid aus Tüll.

Mode in Frankfurt

An Silvester darf's glitzern

  • schließen

Die Frankfurter Mode-Bloggerin Kerstin Görling verrät im Interview mit der Frankfurter Rundschau, was man Silvester trägt und gibt einen modischen Ausblick auf 2016.

Kerstin Görling posiert am Börsenplatz in einem Ballkleid aus Tüll, so eins, das auch Carrie aus Sex and the City anziehen würde: Durch ihre Modeblogs (www.journelles.de) ist die 34-jährige Frankfurterin deutschlandweit bekannt und für viele ein Stil-Vorbild. Sie reist weltweit zu den Fashionshows und kauft dort auch Klamotten für ihren Mode-Laden Hayashi am Börsenplatz 13 ein.

Heute ist Silvesterabend: Was ziehe ich bloß an, Frau Görling?
Silvester ist natürlich immer funkelnd-glitzernd. Und so soll auch das Outfit sein. Also, bitte keine Zurückhaltung. Viele Pailletten: Alles, was funkelt, aus dem Kleiderschrank kramen. Am Silvesterabend kann man sich durchaus verkleiden und aufs normale Outfit eins obendrauf setzen.

Gilt das auch für Männer?
Ja. Männer können eine Glitzerkrawatte anziehen. Oder auch schön ist es, wenn sie Frack und Zylinder tragen.

Sie selbst werden ein glamouröses Ballkleid mit viel Tüll mit Meerjungfrauen-Stickereien tragen. Feiern Sie denn auf einem rauschenden Fest?
Nein, ich feiere etwas kleiner mit Freunden. Trotzdem ziehe ich diese große Robe, die etwas von Brautkleid hat, an. Ich finde, dass auch wenn man nur beim kleinen Italiener um die Ecke feiert, man in Glitzerrobe kommen kann.

Dazu tragen Sie eine Glitzer-Handtasche…
Ja, in die passen nur Zigaretten, Lippenstift und zehn Euro fürs Taxi nach Hause. Das Smartphone habe ich immer in der Hand, um wilde Fotos von den anderen zu machen.

Was ist mit den Schuhen? Absatz oder flach?
Auf jeden Fall wird man einiges trinken und spätestens nach dem zehnten Glas Champagner sieht es nicht mehr so schön aus, wenn man als Frau in den unbequemen, viel zu hohen Schuhen tanzen muss. Also entweder man packt noch bequeme Ballerinas ein oder startet einfach gleich mit flachen Schuhen. Ich trage kleinen Blockabsatz, da kann man tanzen und wanken.

Was ist mit Make-up?
Ist das Kleid sehr aufregend, dann würde ich mich beim Make-up zurückhalten, sonst sieht man aus wie ein Silvesterclown. Wenn es passt, einen roten Lippenstift auftragen oder auch ein Glitzersteinchen auf die Augen kleben.

Und die Frisur?
Ich bin immer fürs französische Haar. Das dauert sehr lange, bis es so aussieht, als hätte man gar nichts daran gemacht. Also so natürlich wie möglich und ein bisschen strubbelig. Eine Alternative wäre ein Hut oder Fascinator, also der Haarschmuck der Britinnen.

Der Winter soll noch kommen. Wie kommt man als Frau warm und schön durch die Kälte?
Man lässt die Daunenjacke zu Hause und trägt knöchellange, camelfarbene Mäntel, diese kann man auch gut mit Turnschuhen kombinieren. Ansonsten sind noch im Trend: Fake-Fur-Mäntel, also mit Kunstfell, oder auch Lammfellmäntel, diese aber bitte in übergroß tragen. Und besonders wichtig: Keine Ugg-Boots! Sie haben kaum Profil und man rutscht mit denen nur aus.

Was soll dann an die Füße?
Overknee-Stiefel, die halten auch schön warm und passen zum derzeitig in der Mode angesagten Hippie-70er-Thema. Dazu kann man auch gut ein Wildleder-Röckchen anziehen: Auch trendig sind Schnürschuhe mit einem kleinen Absatz: So ein bisschen im Look der Gardemädchenschuhe. (lacht)

Und die Winterfarben?
Viel weinrot in Kombination mit Ocker, Dunkelgrün und Naturtönen.

Welche Mützen gehören auf die Ohren?
Für Frauen sind das Mützen mit Katzen-Öhrchen und Schleifchen dran. Ganz wichtig ist aber auch für die Männer: Die Mützen sollen eng am Kopf anliegen. Diese Schlumpfmützen gehen auf gar keinen Fall: Denn egal wie man diese trägt, man sieht mit denen nicht besonders smart, eher ein bisschen Typ Doofie aus.

Was bringt das Jahr 2016 ansonsten modisch?
Das 70er-Jahre-Hippie-Thema bleibt. Aber was noch bei der Frauenmode dazukommt, ist eine neue Romantik. Also Spitzenkleider, die trägt man mit toughen Cowboyboots. Zudem im Trend sind dann Regenbogenfarben. Aber auch viktorianisch anmutende Blusen mit Steh- und Rüschenkragen, Und es kommen Prints, die aussehen wie Perserteppiche. Bei Männern ist die Farbkombi wichtig: Also da trägt man Longsleeves mit weißen Ärmeln, der Brustteil ist dann aber blau.

Was kann man einem modescheuen Mann schenken, damit er ein bisschen cool aussieht?
Da rate ich zu einer Blouson-Jacke, eine neue, viel schickere Version der 90er-Jahre-Bomberjacke. Sie hat einen Kragen und lässt den Mann sofort lässig aussehen. Und bitte liebe Männer ganz wichtig: Lasst die Boot-Cut-Jeans mit dem leichten Schlag weg! Diese macht einen dicken Popo: Die klassische 501 Levis-Jeans ist immer noch die beste Wahl für den Mann.

Interview: Kathrin Rosendorff

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare