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Nahverkehr

Siegeszug der Straßenbahn in Frankfurt hält an

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Nach jüngster Verkehrszählung will die Stadt demnächst drei neue Linien in Betrieb nehmen.

Die öffentlichen Verkehrsmittel in Frankfurt werden immer mehr genutzt. Im vergangenen Jahr stiegen etwa 35 Prozent mehr Fahrgäste in U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen als noch vor zehn Jahren. Dies ergab eine Verkehrszählung, die sich an Stichtagen an etwa 80 Haltestellen in der Stadt orientiert. Bei der Präsentation der Zahlen am Dienstag zeigte sich Verkehrsdezernent Klaus Osterling (SPD) vor allen Dingen von der Entwicklung der Straßenbahn überrascht. Dort gab es in den vergangenen zehn Jahren Zuwächse um 37 Prozent. Eigentlich gelte das Verkehrsmittel im Vergleich zur U-Bahn eher als „Stiefkind“, so Oesterling.

Doch im schnell wachsenden Frankfurt sei es vor allem die Straßenbahn, die neue Baugebiete für die Bewohner rasch erschließe. Der Verkehrsdezernent nannte hier Preungesheim-Ost und das Gallus als Beispiele. So hatte etwa die Linie 14, die auf der Mainzer Landstraße verkehrt, von 2018 bis 2019 stolze 23 Prozent mehr Fahrgäste. Ähnliche Zuwächse verzeichneten auch die Linien 11 und 21. Auch andere Straßenbahnlinien wie die 17 vermelden überproportional hohe Zuwächse. Der Verkehrsdezernent will auf die starke Nachfrage reagieren. In etwa zwei Wochen soll ein neues Straßenbahnkonzept vorgelegt werden, das den Fahrgästen drei neue Linien auf dem bereits bestehenden Netz anbietet.

Um den Ansturm auf die Straßenbahnen zu bewerkstelligen, hatte die Stadt ohnehin schon 45 neue Wagen bestellt, die eigentlich in diesem Herbst geliefert werden sollten. Doch wegen der Corona-Krise werden die in Barcelona gefertigten Wagen wohl erst im kommenden Frühjahr in Frankfurt eintreffen.

Deutlich mehr Fahrgäste gibt es auch in den U-Bahnen. Von 2010 bis 2019 stieg die Zahl der Fahrgäste dort um 25 Prozent. Besonders die U4 wird viel genutzt. Zwischen Konstablerwache und Merianplatz stiegen 2019 elf Prozent mehr Fahrgäste ein als noch ein Jahr zuvor. Auf der sogenannten A-Strecke zwischen Hauptwache und Heddernheim ist der Zuwachs mit drei Prozent im vergangenen Jahr zwar am geringsten, dort war die Auslastung aber zuvor auch schon extrem hoch. „Die A-Strecke ist von der Kapazität her an ihrer Grenze“, räumte Oesterling ein. Um dem zu begegnen, soll die Taktung der U2 in Richtung Riedberg von 15 auf zehn Minuten verkürzt werden. Dies geht allerdings nur, wenn dafür der Takt der Linie 1 von siebeneinhalb auf zehn Minuten gestreckt wird.

Derzeit ist auf den Strecken wegen des Coronavirus ohnehin noch deutlich weniger los. Vor allem in den Abendstunden seien viele Bahnen leer unterwegs, sagte Oesterling und führt dies darauf zurück, dass viele Kulturbetriebe noch geschlossen seien und es bei manchem wohl auch noch Vorbehalte beim Besuch von Restaurants gebe.

Das Verkehrsmittel, das in der Gunst der Nutzer vor Ausbruch der Pandemie am stärksten aufstieg, ist übrigens der Bus mit einem Plus von 40 Prozent in den vergangenen zehn Jahren. Allerdings ist das Bild dort sehr uneinheitlich. Während einige Linien wie die 53, 59 oder 79 extrem zulegten, gab es bei anderen Linien wie der 56 oder der 75 auch starke Verluste. Dann nämlich, wenn die Busse wegen Baumaßnahmen häufig im Stau standen.

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