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Schneller als der Schall: Zieleinlauf der Bambini nach harten 300 Metern.

Rennen

Lauf für mehr Zeit lockt wieder Tausende nach Frankfurt

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Der Lauf für mehr Zeit lockt wieder Tausende in die City, um die Aids-Hilfe zu unterstützen. Der FR-Reporter versucht, an seine früheren Glanzzeiten anzuknüpfen.

Zehn … der Countdown weckt immer die Lust, … sieben … direkt loszurasen … zwo, eins – yeeeaaaah! Und dann trippelst du doch noch minutenlang auf der Stelle, weil es einfach so wunderbar viele Leute sind. Prima Leute, die beim Lauf für mehr Zeit mitmachen und die Aids-Hilfe unterstützen. Es ist das 24. Rennen seit der Gründung, und es ist ein Riesenspektakel.

Der ganze Opernplatz am Sonntag eine einzige Versuchung. Man könnte doch noch schnell einen Ebbelwei, eine kleine Gemüsepfanne, einen Flammkuchen? Oder wenigstens ein Stück Kuchen ohne Flammen? Nein – jetzt wird erst mal gerannt.

Kinder (ein Kilometer) und Bambini (300 Meter) haben schon ihre Pflicht getan, dann wollen wir uns mal auch nicht anstellen. Der FR-Reporter ist zum fünften oder sechsten Mal dabei, zugegebenermaßen jetzt nach einer langen Pause das erste Mal wieder. Startnummer 3596. Eine Zeit unter 30 Minuten wäre schon nett.

Überall Gruppen, die zusammen laufen, darunter Gagern- und Wöhler-Gymnasium, GIZ, Bank, Baumarkt. Es gibt Transparente „Go, Anya, go!“ und so rührend viel guten Willen. „Natürlich laufen wir, für die Aids-Hilfe!“, sagen Gordana Mihaljevic (48) und Thomas Murschel (44), und zwar zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen aus der Reha-Werkstatt Oberrad.

Konzentration jetzt. Der erwähnte Countdown – und los. An Opernplatz und Hochstraße stehen winkende und fotografierende Menschen Spalier, später lässt das Interesse an uns Ausnahmeathleten stark nach, aber hey: Manch Dönerwirt kommt aus seinem Laden und applaudiert am Straßenrand. Danke Leute – das tut gut. Das ist es, warum wir Ausnahmeathleten geworden sind: diese Nähe zu den Fans.

Die Beteiligung sei besser als im Vorjahr, trotz des Regens, freut sich Reinhard Schlasa, seit mehr als 20 Jahren Mitarbeiter der Aids-Hilfe. Hat sich was verändert? Oh ja, sagt er. „Wir haben heutzutage viel mehr Familien und 30 Prozent Schüler unter den Teilnehmern.“ Das sei jetzt eine ganz andere Sache im Vergleich zu früher, als es eher „ein Sporttreff für den hübschen jungen Herrn“ gewesen sei.

Unverschämtheit. Als ob jetzt keine hübschen jungen … aber lassen wir das. Zurück auf die Strecke. Wie liegen wir im Rennen? Es zeichnet sich ab, dass der Fünf-Kilometer-Kurs inzwischen nicht mehr aus zwei Runden besteht (okay, ja, ist lange her), sondern so geschickt im Zickzack durch die Innenstadt führt, dass es eine große Runde ergibt. Also kann man nicht nach der Hälfte checken, wie man in der Zeit liegt. Auf der Kaiserstraße wird’s langsam anstrengend. Auf der Junghofstraße wächst die Verzweiflung – wir laufen doch vom Ziel weg! Die letzten Meter – so muss sich der Erstbesteiger des Mount Everest gefühlt haben.

Geschafft. 27:06 Minuten. Na ja. Zweieinhalb Minuten schlechter als damals. Aber da wurde ja noch in D-Mark gezählt. Und die ersten zwei Minuten waren Trippelschritte. Und … ach, egal. Schön war’s, auch mit Regen. Nur die vielen Plastikbecher, liebe Veranstalter, da müsst ihr euch bitte mal was einfallen lassen.

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