1. Startseite
  2. Frankfurt

Sieben tote Hunde nach Giftattacken in Frankfurt

Erstellt:

Von: Mark Obert

Kommentare

Blumen und Hundebilder sind am Hinweisschild des Hundeauslaufs abgelegt worden.
Blumen und Hundebilder sind am Hinweisschild des Hundeauslaufs abgelegt worden. © Michael Schick

Die Tierrechtsorganisation Peta setzt nach Attacken mit Giftködern in Frankfurt eine Belohnung für Hinweise aus.

Nach dem Fall der mit Giftködern attackierten Hunde im Bonifatius-Park in Riedberg greift die Tierrechte-Organisation Peta zu einem ungewöhnlichen Mittel: Sie setzt eine Belohnung von 1000 Euro aus für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder der Täter führen. Laut Polizei gab es am Montag noch keine Spur – wie meist in solchen Fällen.

Vor dem vergangenen Freitag hatten Unbekannte unter Bänken im Park mit Heroin durchsetzte Köder ausgelegt. Bis gestern hatten sich bei der Polizei Besitzer:innen von elf vergifteten Hunden gemeldet. Die Tiere mussten in einer Klinik in Kalbach behandelt werden, sieben von ihnen starben. In Sozialen Netzwerken war gestern von weit mehr Fällen die Rede. Die unterschiedlichen Zahlen kommen dadurch zustande, dass nicht immer alle betroffenen Hundebesitzer die Giftköder-Attacken bei der Polizei melden.

„Die Person, die die präparierten Köder ausgelegt und den grausamen Tod so vieler Vierbeiner zu verantworten hat, muss gefunden und gestoppt werden, bevor weitere Vierbeiner getötet oder in Lebensgefahr gebracht werden“, sagt Monic Moll, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta. „Derartige Täter oder Täterinnen zu überführen, ist oft schwierig, da sie agieren, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Deshalb kann es in solchen Fällen auf jeden noch so unwichtig erscheinenden Hinweis ankommen. Mit unserer Belohnungsauslobung wollen wir die Aufklärung der Taten vorantreiben sowie Tierhalterinnen und Tierhalter für das Thema sensibilisieren und sie warnen.“

Vorbeugen kaum möglich

Wie stets, wenn Giftköder in Frankfurt ausgelegt wurden, sind Frauchen und Herrchen allenthalben alarmiert. Vorbeugen können Hundebesitzer, die ihre Lieblinge gerne unangeleint laufen lassen, nur bedingt: In Gruppen gehen, nicht nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs sein - so lauten gängige Tipps. Sollte der Hund seiner Rasse oder seiner Sozialisation als Straßenhund gemäß gefräßig und kaum abzurufen sein, wird ein spezieller Maulkorb empfohlen. Viele Hundeschulen bieten zudem ein spezielles Training an, bei dem Hunde lernen, ohne ein deutliches Zeichen der Erlaubnis nichts vom Boden auf- oder aus fremden Händen anzunehmen.

Die Frankfurter Polizei teilte gestern mit, dass zurzeit im Bonifatius-Park verstärkt Streifen kontrollierten. Ohne die Aussage von Zeug:innen seien aber Ermittlungen bei Giftköder-Attacken nur eingeschränkt möglich. Als vor drei Jahren im Nidda-Park mehrere Köder gefunden wurden, sagte ein Polizeisprecher, dass man unmöglich nachts Beamte auf die Lauer legen könnte.

Der auf Tierrecht spezialisierte Mainzer Anwalt Andreas Ackenheil macht auf seiner Internetseite darauf aufmerksam, dass solche Attacken nicht mehr nur als Sachbeschädigung behandelt werden, sondern auch gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Je nach Fall kann eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 25 000 Euro drohen. Auch Schadensersatzklagen der Hundebesitzer könnten erfolgreich sein, und selbst eine Schmerzensgeldzahlung sei als Strafe möglich.

Auch interessant

Kommentare