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Sie tragen Wasser von Frankfurt zurück in den Vogelsberg

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Von: Peter Hanack

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Der Oberlauf der Nidda im September 2020. Eine Steinwüste, kein Bach.
Der Oberlauf der Nidda im September 2020. Eine Steinwüste, kein Bach. © Alex Fröhlich

Symbolischer „Wasserlauf“ am 16. Juli soll auf die ernste Lage im Mittelgebirge aufmerksam machen. Das Grundwasser wird fast überall in Hessen knapp. Der Appell lautet: sparen.

Im Vogelsberg wird das Wasser knapp. Das hat auch damit zu tun, dass von dort große Mengen nach Frankfurt fließen. Jetzt wollen engagierte Menschen mit einer ganz besonderen Aktion auf die ernste Lage aufmerksam machen: Sie tragen das Wasser (symbolisch) von Frankfurt zurück in den Vogelsberg. Wer will, kann dabei mitmachen.

Am vergangenen Wochenende kam die Warnmeldung: Der Vogelsbergkreis verbietet es seit diesem Montag, aus Bächen, Flüssen und Seen Wasser zu entnehmen. Der Grund: zu wenig Niederschlag. Vor allem die Oberläufe der Bäche seien von Wasserknappheit betroffen.

Quellen versiegen

Seit Jahren mahnen Umweltschützer und Umweltschützerinnen, dass sich in dem Mittelgebirge das Grundwasser nicht mehr regeneriert. Ursache: zu wenig Regen im Sommer, zu wenig Schnee im Winter, hinzu kommen die heißen Sommer. In der Folge versiegen Quellen, führen Bäche und Flüsse zu wenig Wasser.

Mitmachen beim Wasserlauf

Am Samstag, 16. Juli, findet der Wasserlauf von Frankfurt-Bonames zur Niddaquelle bei Schotten im Vogelsberg statt.

Start ist um 9 Uhr am Alten Flugplatz in Frankfurt-Bonames. Die Strecke führt entlang des Radwegs an der Nidda und ist insgesamt rund 90 Kilometer lang. Weitere Startpunkte gibt es entlang der Strecke.

Teilnehmen können sowohl Radfahrer:innen, Läufer:innen oder Laufgruppen.

Alle Informationen zum Start, den einzelnen Streckenabschnitten, Ablauf, Verpflegung und Anmeldung gibt es unter wasserlauf-2022.de pgh

Nun soll dagegen ein Zeichen gesetzt werden – denn trotz der angespannten Lage bezieht Frankfurt nach wie vor gut ein Drittel seines Trinkwassers aus dem Vogelsberg.

Start in Frankfurt

Am Samstag, 16. Juli, startet um 9 Uhr am Alten Flugplatz in Frankfurt-Bonames der „Wasserlauf“. Von dort geht es über Bad Vilbel, Niddatal, Florstadt, Nidda und Schotten – immer den Niddaradweg entlang – zur Niddaquelle.

Radfahrer und -fahrerinnen können, wenn gewollt, die gesamte Strecke von rund 90 Kilometern zurücklegen. Läufer, Läuferinnen und Laufgruppen können den Weg auch in verschieden großen Teilstrecken bewältigen. Und dabei in einer Flasche das Vogelsberger Wasser aus Frankfurt zurück zu seinem Ursprung bringen.

Ein Drittel für die Klospülung

„Wir wollen damit auf die dringend notwendigen Veränderungen in der Wasserversorgung Frankfurts und die besorgniserregende Situation im Vogelsberg aufmerksam machen“, heißt es in der Ankündigung des Laufs. Die Lage sei in den vergangenen drei Jahren eskaliert. Schon seien 70 Prozent der Quellen verloren gegangen.

Gleichzeitig seien in Frankfurt viele Brunnen stillgelegt worden, kritisieren die Mitglieder des Organisationsteams. Die Stadt versorge sich nur noch zu 20 Prozent selbst, während 35 Prozent des Trinkwassers aus dem Vogelsberg importiert würden. Fast ein Drittel des Wasser fließe dann durch die Toilettenspülung. Ein unhaltbarer Zustand sei das. Frankfurt müsse dringend sein Brauchwassersystem ausbauen und eigene Wasserwerke erhalten.

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