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Sie galt als die Grande Dame der deutschen Psychoanalyse. Kurz vor ihrem 95. Geburtstag starb Margarete Mitscherlich am 12. Juni in einem Frankfurter Klinikum.
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Sie galt als die Grande Dame der deutschen Psychoanalyse. Kurz vor ihrem 95. Geburtstag starb Margarete Mitscherlich am 12. Juni in einem Frankfurter Klinikum.

Margarete Mitscherlich

„Sie nahm kein Blatt vor den Mund“

Die Bestürzung über den Tod von Margarete Mitscherlich ist groß: Ministerpräsident Bouffier würdigt die Grande Dame der deutschen Psychoanalyse und der Fischer-Verlag trauert um eine seiner bedeutendsten Autorinnen.

Die Bestürzung über den Tod von Margarete Mitscherlich ist groß: Ministerpräsident Bouffier würdigt die Grande Dame der deutschen Psychoanalyse und der Fischer-Verlag trauert um eine seiner bedeutendsten Autorinnen.

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier zeigte sich betroffen vom Tod Margarete Mitscherlichs. Bouffier würdigte das Lebenswerks Mitscherlich. Sie sei eine der bekanntesten Psychoanalytikerinnen der Bundesrepublik gewesen, „die immer das Wesen der Menschen verstehen wollte“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Wiesbaden. „Gleichzeitig sprach sie Missstände offen an und nahm hierbei kein Blatt vor den Mund.“ Darüber hinaus sei sie eine starke Persönlichkeit für die Frauenbewegung gewesen. Das Land Hessen hatte sie 1982 mit seiner höchsten Auszeichnung gewürdigt, der Wilhelm Leuschner-Medaille.

Als eine der „wichtigsten kritischen, engagierten Intellektuellen der Bundesrepublik Deutschland“ hat der Fischer Verlag die verstorbene Psychoanalytikerin und Autorin bezeichnet. Das Land und die Gesellschaft verdankten ihr viel, sagte Jörg Bong, Programmgeschäftsführer des Frankfurter Verlagshauses, am Mittwoch. Der Verlag trauere um eine seiner bedeutendsten Autorinnen.

Das in Frankfurt am Main ansässige Sigmund-Freud-Institut hat Mitscherlich als eine Frau von „imponierender intellektueller Wachheit“ und mit „Witz und Charme“ gewürdigt. Sie und ihr Ehemann Alexander Mitscherlich hätten große Verdienste darin erworben, die während des Nationalsozialismus zum Exil gezwungenen Psychoanalytiker wieder in Deutschland zu beheimaten, erklärte das Institut, an dem Mitscherlich jahrelang lehrte, am Mittwoch auf seiner Internetseite. Zudem habe das Paar den Demokratisierungsprozess im Nachkriegsdeutschland vorangebracht. Gemeinsam mit ihrem Mann thematisierte sie in dem Buch „Die Unfähigkeit zu trauern“ die unzulängliche Aufarbeitung der NS-Zeit.

Margarete Mitscherlich war am Dienstag im Kreis ihrer Familie verstorben. Im Juli wäre sie 95 Jahre alt geworden. (dapd/dpa)

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