Frankfurt

Sicherheitsdezernent fordert Druckräume im Frankfurter Umland

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Drogenabhängige aus den Kommunen rund um Frankfurt soll vor Ort geholfen werden. Damit könnten sich die Zustände im Bahnhofsviertel verbessern.

Bei der Hilfe für Drogenabhängige nimmt Ordnungsdezernent Markus Frank die Städte und Kommunen im Frankfurter Umland in die Pflicht. Sie müssten eigene Angebote schaffen, damit nicht alle Abhängigen aus dem Rhein-Main-Gebiet in Frankfurt versorgt werden, forderte der CDU-Politiker am Montag vor Journalisten.

Nach Franks Schätzung dürfte rund die Hälfte der Abhängigen, die etwa die Druckräume im Bahnhofsviertel nutzen, nicht aus Frankfurt stammen. Sie kämen nicht in die Stadt, gäbe es in der Nähe ihrer Wohnorte ähnliche Angebote. In Gesprächen mit politischen Vertretern von Städten und Gemeinden rund um Frankfurt habe er gefordert, vor Ort Hilfseinrichtungen zu schaffen.

Die Resonanz sei sehr verhalten gewesen, die allermeisten Verantwortlichen im Umland sähen keinen Anlass, an der Situation etwas zu ändern, bedauerte der Dezernent. In welchen Kommunen er vorstellig geworden war und mit wem er Gespräche geführt hat, wollte Markus Frank am Montag nicht sagen. Bei den abschlägigen Antworten will es der CDU-Politiker aber nicht bewenden lassen. Dass die Zustände im Bahnhofsviertel immer noch nicht gut seien und Stadt und Land viel Polizei einsetzen müssten, habe vor allem mit der Vielzahl an Drogenabhängigen zu tun. Diese würden von Angeboten wie den Druckräumen, die Frank grundsätzlich für sinnvoll hält, angezogen.

Nun hofft der Dezernent auf die Unterstützung der hessischen Landesregierung. In den kommenden Wochen will er mit Sozialminister Kai Klose (Grüne) sprechen, um deutlich zu machen, dass die vielen Rauschgiftabhängigen in der Stadt nicht alleine ein Frankfurter Problem seien.

Frank kritisierte zudem einen „Drogentourismus“ aus anderen Bundesländern. Diese Entwicklung habe viel mit der Rechtsprechung in Hessen zu tun. Die Justiz sei bei Drogendelikten viel nachsichtiger als in anderen Bundesländern. So gingen die Richter in Hessen oft davon aus, dass mitgeführtes Rauschgift zum Eigenbedarf diene. Franks Empfehlung: „Wenn die Polizei auf der A3 einen Drogenkurier verfolgt, tut sie gut daran, den erst in Aschaffenburg zu stoppen, dann kommt er in Bayern vor Gericht.“

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