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Ordnungsdezernent Markus Frank (Mitte) macht mit der Stadtpolizei zusammen einen Rundgang zum Thema Sicherheit in Höchst.

Höchst

Sicherheit durch Präsenz

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Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) spaziert mit der Stadtpolizei durch den Stadtteil. Die Lage in der Bruno-Asch-Anlage habe sich beruhigt.

Die Lage in der Bruno-Asch-Anlage hat sich entspannt. Und zwar deutlich. Das finden zumindest Stadtpolizei und Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU). Am Donnerstag sind sie gemeinsam mit der Presse durch die Höchster Kernstadt spaziert. Die Grünanlage zwischen Bahnhof und Dalbergkreisel ist kein markanter Treffpunkt für Obdachlose, Bettler und die Drogenszene mehr. Das habe die verstärkte Aufmerksamkeit seitens Landes- und Stadtpolizei erreicht.

Zu 325 Kontrollen ist die Stadtpolizei von September 2017 bis Dezember 2018 in die Anlage aufgebrochen. Meist ist nach jeder Runde auch die Landespolizei vor Ort gewesen. Da zählen die normalen Streifen nicht einmal dazu. Immerhin unterhält die Stadtpolizei eine eigene Wache an der Albanusstraße 38. Wer dort aus der Tür tritt, steht schon fast in der Bruno-Asch-Anlage.

Früher ist dort ein Laden untergebracht gewesen. Jetzt sind Sicherheit und Ordnung das Geschäft. CSI Höchst könnte man dort nicht drehen. Mit dem Präfix CSI - Crime Szene Investigation gibt es eine Reihe von TV-Serien, die moderne Polizeiarbeit mit viel Technik-Chi-Chi zeigen. Die Höchster Wache hat dafür Patina. Auf dem Tisch hinter dem Empfangstresen stehen ein Stempel-Karussell und ein Radio mit Kassettenfach. „Ich liebe einen Polizisten“ hat jemand mit dem Edding-Stift an der Laterne vor der Tür hinterlassen.

Und das ist durchaus das Konzept. „Präsenz zeigen ist wichtig“, sagt Stadtrat Frank. Die Wache ist Montag bis Freitag von 7 bis 20 Uhr besetzt. An 249 Tagen im Jahr, so weist es die Statistik aus. 3000 Bürger sind vorstellig geworden, um Hinweise zu geben oder Anzeige zu erstatten. „Ansprechbar sein.“ Auch das ist wichtig, sagt Frank. Nicht nur um den Bürgern ein Gefühl von Sicherheit zu geben, auch, weil die Polizei angewiesen ist auf Hinweise aus der Bevölkerung.

„Informationen zu sammeln ist Polizeiarbeit.“ Nicht wie in US-Filmen gleich mit Blaulicht und Sirene ausrücken und mit der Pistole fuchteln. Die Frankfurter setzen eher auf Fußstreifen. Diese Variante der Präsenz vor Ort hat die Stadtpolizei vergangenes Jahr ausgebaut. 12 000 Stunden sind Beamte per pedes unterwegs gewesen, 1700 mehr als im Vorjahr. „Sehr gut ausgebildete Mitarbeiter“ schickt das Ordnungsamt los, lobt Frank. Keine Rambos, sondern „Kommunikatoren“. Leute mit Erfahrung, die vorher vielleicht sogar einen anderen Beruf ausgeübt haben und sich darum auskennen im Leben. Ein Erfolgsmodell sei die Einrichtung gar. Es bräuchte nur einfach mehr davon, findet Frank.

Insgesamt sind es 200 Mitarbeiter. Dazu zählt auch die Sekretärin, schränkt Matthias Heinrich ein, Leiter der Stadtpolizei. Bis er alle Urlaubs-, Krankheitstage und Schichten eingeteilt hat, bleiben wenig Ordnungshüter übrig. Über die ganze Stadt verteilt. „Wenn 40 Leute im Einsatz sind, ist das schon viel“, sagt Heinrich. In einer Stadt mit mehr als 700 000 Einwohnern.

Um Falschparker kümmert sich die Stadtpolizei nicht. Dafür ist die Verkehrspolizei zuständig. Die untersteht dem Verkehrsdezernenten. Dennoch verscheuchen die Rundgangsteilnehmer am Donnerstag drei Autofahrer, die frech ihre Wagen im Rund des Dalbergkreisels abgestellt haben. Zwei Bettler lassen sie dagegen unbehelligt. Stilles Betteln ist geduldet, erst wenn die Leute aggressiv werden oder wenn sie ihre Habseligkeiten zu sehr ausbreiten, schreiten die Mitarbeiter ein.

Hinweisenimmt die Stadtpolizei an der Albanusstraße 38 entgegen. Mo. bis Fr. 7 bis 20 Uhr. Telefon 21 24 04 44. Das Sicherheitstelefon der Stadt ist rund um die Uhr besetzt. Nummer: 21 24 40 44.

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