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Knud Wechterstein hat den Verein Rainbow Refugees Frankfurt mitgegründet.

Zuwanderung in Frankfurt

Ein sicheres Haus für homosexuelle Flüchtlinge

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Der Verein Rainbow Refugees Frankfurt hilft queeren Flüchtlingen, die in den Flüchtlingsunterkünften nicht angstfrei leben können.

Vor welchen Herausforderungen stehen queere Flüchtlinge?
Wir hören immer wieder von gewalttätigen Übergriffen in den Unterkünften. Viele kommen mit der Hoffnung nach Deutschland, hier angstfrei zu leben, und merken dann, dass sie auch hier ihre Sexualität nicht offen ausleben können. Außerdem machen wir immer wieder die Erfahrung, dass es homophobe Dolmetscher gibt – auch bei den Asylanhörungen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist das ein Problem, weil wichtige Informationen so nicht weitergegeben werden.

Wie unterstützt Ihr Verein queere Flüchtlinge?
Wir treffen uns jeden Donnerstag um 19 Uhr zu unserem wöchentlichen Stammtisch im Switchboard, dem Café der Frankfurter Aids-Hilfe. Hier finden queere Flüchtlinge Zugang zur Community und können sich ein Netzwerk aufbauen. Außerdem unterstützen wir queere Flüchtlinge bei ihren Anhörungen beim BAMF. Darüber hinaus helfen wir vor Gericht, wenn sie gegen ihren Ablehnungsbescheid klagen. Das ist gerade besonders wichtig – leider haben wir eine Ablehnungsquote von rund 40 Prozent.

Wo sehen Sie politischen Handlungsbedarf?
Wir brauchen eine Unterkunft für queere Flüchtlinge
– ein „Safehouse“ –, in der sie ohne Angst leben können und in das im besten Fall auch queere Geflüchtete aus den ländlichen Regionen in Hessen zugewiesen werden können. Wir fordern, dass bei der Zuweisung queerer Geflüchteter auf ihre besondere Schutzbedürftigkeit Rücksicht genommen wird: Gerade in ländlichen Gebieten, in der es keine Community gibt, leben sie oft sehr isoliert und sind der Gefahr von homophober Diskriminierung in besonderem Maße ausgesetzt.

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