Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Dirk Wichner (52) leitet das Einzelhandelsgeschäft beim Immobilienmaklerunternehmen Jones Lang Lasalle in Deutschland. Foto: Jones Lang Lasalle
+
Dirk Wichner (52) leitet das Einzelhandelsgeschäft beim Immobilienmaklerunternehmen Jones Lang Lasalle in Deutschland.

Einkaufen in Frankfurt

Shoppen in der Frankfurter Innenstadt: „Im Hintergrund passiert sehr viel“

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
    schließen

Dirk Wichner vom Maklerunternehmen Jones Lang Lasalle über die Zukunft der Einkaufstraßen in der Frankfurter Innestadt.

Dirk Wichner, Leiter Einzelhandelsgeschäft beim Immobilienmakler Jones Lang Lasalle, erläutert die Leerstände auf der Zeil.

An einigen Ecken in der Frankfurter Innenstadt sieht man leerstehende Läden, an anderen Bauzäune. Was passiert gerade in den Einkaufsstraßen?

Die Menschen haben in der Pandemie verstärkt bei Onlineplattformen wie Zalando und Co bestellt. Der stationäre Handel reagiert darauf und meldet sich laut und deutlich zurück. Auch wenn Frankfurt im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten langsamer zurückkommt. Es hat besonders gelitten, weil die internationalen Touristen und die Menschen aus den Büros, die im Homeoffice sind, noch weitgehend fehlen. Aber wenn man die Zahlen beispielsweise von Fraport sieht, dann geht es ja wieder Richtung Vollbetrieb. Diesen Aufschwung merken wir ganz konkret in den Flächennachfragen. Wir hatten deutlich mehr Abschlüsse als 2020, der Einzelhandel war im ersten Halbjahr sehr aktiv mit bislang 15 Neuvermietungen in Frankfurts Toplagen auf insgesamt 7800 Quadratmetern Fläche.

Auf der Zeil?

Nicht nur auf der Zeil, sondern in der gesamten Frankfurter Innenstadt tut sich was. Das kanadische Luxus-Outwearlabel Canada Goose hat am Rathenauplatz im Juni im ehemaligen „Zara Home“ eröffnet. Was ich aber betonen muss, ist, dass es wenig Nachfrage von Einzelhändlern gibt, die sagen: „Ich hätte die Fläche gerne eins zu eins wie sie jetzt gerade ist.“ Gerade die Modehändler haben die Zeit genutzt, um an neuen Konzepten zu arbeiten. Sie brauchen keine großflächigen, vier Etagen hohen Läden mehr. Der Handel möchte sich am liebsten nur aufs Erdgeschoss mit deutlich mehr Showrooms konzentrieren. Es geht darum, ein attraktives Einkaufserlebnis auch für die jüngere Generation zu schaffen. Generell gibt es eine Umgestaltung der Geschäftshäuser: Das Erdgeschoss wird an Läden vermietet und oben kommen Büros oder Wohnungen rein. Deswegen müssen die Eigentümer der Häuser nun überlegen: „Was macht man mit dem Baukörper?“ Doch sind die Baupreise in den vergangenen zwölf Monaten 30 bis 40 Prozent teurer geworden. Das lässt einige überdenken. Und so dauert es, bis die Flächen nachvermietet werden. Deswegen sehen die Städte momentan so aus, als ob sich nichts verändert, aber im Hintergrund passiert sehr viel.

Wie viel Leerstand gibt es denn nun in der Innenstadt?

Wir messen nicht den Leerstand, sondern die Verfügbarkeit an Flächen. Der Leerstand hat sich seit der Pandemie nicht verändert. Wie in anderen Großstädten liegt die Verfügbarkeit an Flächen in Frankfurt bei zwölf Prozent. Das umfasst neben dem realen Leerstand aber auch Umbauten und Geschäfte, die Nachmieter suchen, obwohl sie noch belegt sind.

Gibt es für das ehemalige „Zara“ an der Konstablerwache und die leerstehenden Nachbarläden schon Nachmieter?

Nein, die Flächen sind noch nicht neu vermietet.

Sie sprachen davon, dass Mischkonzepte die Zukunft seien. Wird es auf der Zeil irgendwann Wohnhäuser geben?

Ich glaube nicht, dass wir auf der Zeil in Zukunft ein klassisches Wohnhaus sehen werden. Aber in bestimmten Etagen über einem Textilladen kann ich mir schon Wohnungen vorstellen. In vielen Städten holt man das Wohnen bereits in die Innenstädte zurück, weil es einen großen Bedarf gibt. In Berlin beispielsweise auf dem Ku’damm oder der Friedrichstraße ist das der Fall. Viele Leute wollen zentral wohnen, mit dem Rad zur Arbeit fahren, das ist für sie Lebensqualität. Woran es momentan aber meist noch scheitert, sind die hohen Mieten.

Interview: Kathrin Rosendorff

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare