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Der Profi probiert sich durch - auf der Shisha-Messe in Frankfurt.

Messe für Wasserpfeifen-Fans

Shisha-Messe in Frankfurt: Der Trend geht zur eigenen Wasserpfeife

Auch am Sonntag ist die Messe für Interessierte geöffnet. Auf sie warten neue Tabaksorten und festivaltaugliche Shishas.

Überall in der Messehalle liegen kleine Plastikpäckchen mit buntem Inhalt. Auf den ersten Blick erinnern sie an Bonbons, doch in ihnen befinden sich Mundstücke zum Rauchen von Wasserpfeifen. Damit diese auch genutzt werden können, haben die Stände auf der Shisha-Messe am Freitag in Frankfurt eigene Lounges aufgebaut, in denen die Besucher in Wohnzimmeratmosphäre – auf Holzbänken, bunten Hockern oder gemütlichen Sofas – Shisha rauchen können. Manche sind so süß und fruchtig wie Bonbons. Es ist bereits die siebte Messe. Und sie wächst beständig. In diesem Jahr gibt es etwa 250 Stände. Die Hersteller erwarten nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre einen großen Andrang, besonders am Sonntag. 

„Vor allem Outdoor ist gefragt“, sagt Tim Baier, Geschäftsführer von Sheeshaya. Gerade für Festivalbesuche würden bruch- und umfallsichere Shishas gebraucht. Sein Unternehmen produziert Shishas ausschließlich in Deutschland. Der gelernte Feinmechaniker stellt alle Teile seiner Shishas selbst her. Das sei zwar nicht unbedingt günstig, aber dafür können bei Baiers Produkten auch Einzelteile ausgetauscht und ersetzt werden. In Shisha-Bars gingen mittlerweile weniger Leute, das sei zu teuer. Das sagen an diesem Tag viele Hersteller. Eine Starterausrüstung für zu Hause bekommt man für rund 30 Euro. 

Die Händler bieten auf der Messe nicht nur Wasserpfeifen an, sondern auch das nötige Zubehör wie Tabak und Kohle. Letztere wird heutzutage nachhaltig aus Kokosnussschalen hergestellt. Auch Möbelstücke für die Innenausstattung von Shisha-Bars werden verkauft. Die angebotenen Shishas unterscheiden sich vor allem durch die Größe und das Material: Aluminium oder Edelstahl. Allgemein steige die Qualität mit der Länge der Rauchsäule, sagt ein Händler. Denn bei einer Shisha entsteht der Rauch am Kopf durch das Erhitzen von aromatisiertem Tabak. Dieser wird dann durch die Säule und das Wasser gezogen und schließlich eingeatmet. 

Shisha-Messe in Frankfurt: "Man kann das Rad nicht neu erfinden"

Die Innovationen auf der Shisha-Messe hielten sich in Grenzen: „Man kann das Rad nicht neu erfinden“, sagt Baier. Mal eine neue Tabakgeschmacksrichtung, besonders kreativ gestaltete Mundstücke oder ein neuer Kopf in Donutform, der soll intensiveres Rauchen ermöglichen. Ein anderer Hersteller bietet neben normalem Tabak auch die Premiumversion mit besonders starkem Tabak an. 50 Gramm davon kosten 7 Euro. Bei Anfängern könne dieser besonders starke Tabak jedoch Kopfschmerzen verursachen, berichtet eine Mitarbeiterin am Stand aus eigener Erfahrung. 

Angesprochen auf die Gesundheitsrisiken antworten Aussteller und Besucher Sätze wie „Heutzutage ist ja sowieso alles gesundheitsschädlich“. Auch wenn sie eigentlich wissen und betonen: „Rauchen ist nie gesund.“ Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung warnt auf ihrer Website: „Wasserpfeifen sind genauso schädlich wie das Rauchen einer Zigarette.“ Außerdem komme es auf die richtige Belüftung an. Sonst sei die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung groß. Erst am Dienstag wurden laut Polizei in Frankfurt vier Jugendliche nach dem Shisha-Rauchen mit Verdacht auf Kohlenmonoxidvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. „Das ist, wie wenn ich meinen Grill ins Zimmer stelle und nicht lüfte“, sagt Baier. 

Das Publikum ist weitestgehend jung – und männlich. Dabei seien Shishas auch bei Frauen sehr beliebt, erzählt Baier. Dass so viele Menschen gerne Shisha rauchen, erklärt sich Baier damit, dass das Rauchen Gemeinschaft stifte. Man sitzt gemütlich zusammen und tauscht sich aus, beispielsweise über die verschiedenen Geschmacksrichtungen. Eine heißt etwa „Darkside Holu“. Das ist Cola mit Lemon. Laut Angaben der Verkäufer ist aber nach wie vor Traube-Minze am beliebtesten.

Von Viola Rüdele

Die Öffnungszeiten:

Die Messe ist am Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr für alle Interessierten geöffnet. Und zwar in der Halle 3 in der Ludwig-Erhard-Anlage 1.

Unter 18-Jährige dürfen die Messe nicht besuchen.

Eine Tageskarte kostet 20 Euro, eine Dauerkarte 30 Euro. Erhältlich sind die Karten am City-Eingang an der Tageskasse. (prvr)

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