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Sara Steinhardt (CDU). Peter Jülich
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Sara Steinhardt (CDU). Peter Jülich

Stadtpolitik

Serie zu jungen Stadtverordneten in Frankfurt: In der Opposition angekommen

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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Die CDU-Stadtverordnete Sara Steinhardt kritisiert die Bildungspolitik von Dezernentin Weber.

Den Start als Stadtverordnete hatte sich Sara Steinhardt anders vorgestellt. Wie so viele in der CDU. Eben noch Regierungspartei, jetzt auf der Oppositionsbank. Aber die 34-Jährige, die zwei Kinder hat, verbreitet Optimismus. „So schlecht finde ich die Oppositionsrolle nicht. Jetzt können wir endlich offen ansprechen, was seit langem schiefläuft.“

Schief läuft aus Sicht der Bildungspolitikerin vieles, was SPD-Bildungsdezernentin Sylvia Weber zu verantworten hat. Bei der Schulentwicklung etwa geht es Steinhardt zu langsam.

Jüngst legte der Schulentwicklungsplan fest, wie viele neue Schulen in der Stadt nötig sind. Elf neue Schulen will die Stadt bis zum Schuljahr 2024/2025 eröffnen. Aber die Grundstücke sind rar. „Weber hat in den letzten zwei Jahren keine einzige neue Schule eröffnet“, sagt Steinhardt. Da erwarte sie mehr.

Kindernet reformieren

Das Kindernet sei auch eine Baustelle, sagt sie. Im Kindernet können sich Eltern registrieren, die einen Kita-Platz suchen. „Das System ist aber zu wenig responsiv“, sagt Steinhardt. Sprich: Die Eltern bekommen keine Rückmeldung, in welchen Einrichtungen etwas frei ist und wo nicht.

„Wenn Eltern wüssten, wo ein Platz frei ist, würden sie sich doch nur dort bewerben“, sagt Steinhardt. „Das Kindernet muss reformiert werden“, hält sie fest. Das Kindernet kennt Sara Steinhardt aus eigener Erfahrung. Ihre Tochter wird vier, ihr Sohn ist zehn Monate.

Derzeit versucht sie, ihre Arbeit, das politische Engagement und ihre Familie zu vereinbaren. Steinhardt ist Fraktionsvorsitzende der CDU im Ortsbeirat 1. Als Stadtverordnete will sie in den Bildungsausschuss einziehen.

Die Serie

49 der 93 Frankfurter Stadtverordneten sind neu im Parlament. Was trieb sie in die Politik, was wollen sie dort erreichen? Die Frankfurter Rundschau hat sechs der Neulinge bereits kurz vorgestellt und wird in den kommenden Monaten regelmäßig über sie berichten.

Vorgestellt wird die Arbeit der Stadtverordneten Simon Witsch (SPD), Daniela Mehler-Würzbach (Linke), Martin Huber (Volt), Sara Steinhardt (CDU), Mirrianne Mahn (Grüne) und Nathaniel Ritter (FDP). sky

Die Ausschüsse ruhen seit der Kommunalwahl im März. Nur die Stadtverordnetenversammlung und der Haupt- und Ältestenausschuss tagen. Die neuen Ausschüsse mit neuen Zuschnitten muss die neue Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt noch festlegen.

„Das nervt mich schon extrem“, sagt Steinhardt. Nicht nur, weil die parlamentarische Arbeit seit Monaten pausiert. Auch, weil sie für die Ausschusstermine Betreuung organisieren muss.

Da wäre es schon gut zu wissen, ob der Bildungsausschuss am Montag oder an einem anderen Tag sein wird, sagt sie. Auch für die Nachmittage und Abende im Stadtparlament ist Betreuung nötig. Das Stadtparlament tagt alle vier Wochen donnerstags von 16 Uhr an. Oft gehen die Sitzungen bis Mitternacht. „Familienfreundlich ist das nicht“, sagt sie.

Familiencafés für Stadtteile

Für Bildung interessiert sich Steinhardt von Berufs wegen. Die Gymnasiallehrerin unterrichtet Englisch, Französisch, Spanisch sowie Politik und Wirtschaft an der Schule am Mainbogen, einer Integrierten Gesamtschule in Fechenheim. Zu Integrierten Gesamtschulen hat sie eine differenzierte Meinung. Dass gute Schülerinnen und Schüler die weniger guten mitzögen, kann sie nicht bestätigen. Wer gut sei, langweile sich schnell.

Wer nicht so gut sei, fühle sich unter Druck gesetzt. Auch wenn die Schule am Mainbogen versuche, auf jede Leistungsgruppe einzugehen, glaubt Steinhardt, dass getrennte Haupt- und Realschulen und Gymnasien die Schülerinnen und Schüler besser fördern könnten. Eine klassische CDU-Position.

Andererseits blickt Steinhardt über den Tellerrand, wie es so heißt. Sie ist Kinderbeauftragte für die Innenstadt und will Familiencafés in den Stadtteilen unterstützen. Im Grunde brauche jeder Stadtteil ein Familiencafé, damit Eltern Anlaufstellen hätten und nicht so weit fahren müssten, sagt sie. Auch Mehrgenerationenhäuser will Steinhardt fördern, wo Jung und Alt zusammenleben und voneinander profitieren könnten.

Gerade Alleinerziehende wüssten es zu schätzen, wenn tagsüber jemand aufpasse, während sie zum Beispiel die Einkäufe erledigten. Da könnten Rentnerinnen und Rentner, die in Mehrgenerationenhäusern lebten, helfen.

Eine Position macht sie zur Exotin in ihrer Partei. „Ich bin für die Frauenquote“, sagt sie. Denn es habe sich gezeigt: Auf freiwilliger Basis dauere es zu lange, bis Führungspositionen paritätisch besetzt sind.

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