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Serie von Paketbomben führt nach Frankfurt – Ohrläppchen entlastet Verdächtigen

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Auf dem Bild einer Überwachungskamera ist der Mann nur schwer zu erkennen, nach dem die Polizei jetzt fahndet. dpa
Auf dem Bild einer Überwachungskamera ist der Mann nur schwer zu erkennen, nach dem die Polizei jetzt fahndet. © dpa

Bei einer Explosion in Frankfurt wird ein 74-Jähriger verletzt. Nun glauben Ermittler, dass der Fall Teil einer Serie sein könnte. 

Update vom Donnerstag, 17.03.2022, 13.23 Uhr: Im Fall der Paketbombenserie an Lebensmittelfirmen, auch in Frankfurt, haben die Ermittler nach einem Aufruf im Fernsehen mehrere neue Hinweise erhalten. Bereits während der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ am Mittwochabend seien verschiedene Hinweise eingegangen, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts Baden-Württemberg am Donnerstag in Stuttgart.

Die Ermittler bekämen zudem weiter Hinweise, sagte der Sprecher. Diese würden nun geprüft. Die mit dem Fall betrauten Staatsanwaltschaften Heidelberg und Frankfurt am Main haben eine Belohnung von insgesamt 10.000 Euro ausgesetzt. Bei der Explosion eines Sprengsatzes Ende Dezember 2021 in Frankfurt hatte ein 74-Jähriger schwere Brandverletzungen erlitten.

Frankfurt: Serientäter verantwortlich für Explosion nahe Lidl

Erstmeldung vom Mittwoch, 16.03.2022: Frankfurt – Die Serie von Paketbomben an Lebensmittelfirmen in Baden-Württemberg und Bayern hat eine neue Wendung: Derselbe Täter soll für einen weiteren Fall im Dezember 2021 in Frankfurt am Main verantwortlich sein, wie das Landeskriminalamt Baden-Württemberg und die Staatsanwaltschaften Frankfurt und Heidelberg am Mittwoch mitteilten. Ein Rentner aus Ulm war erst im November 2021 in einem Prozess um die Paketbomben freigesprochen worden. Nun sucht die Polizei einen neuen Verdächtigen.

Bei der Explosion eines Sprengsatzes am 29. Dezember 2021 in Frankfurt erlitt ein 74-Jähriger laut den Ermittlern schwere Brandverletzungen im Gesicht und an den Händen. Der Sprengsatz lag demnach in einer öffentlich zugänglichen Mülltonnenbox in der Oppenheimer Landstraße, nahe einer Lidl-Filiale. Bei dem verletzten Mann handle sich um eine Privatperson, sagte ein Sprecher des LKA Baden-Württemberg, das den Vorfall bislang aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlicht hatte. Die Ermittler gehen aufgrund der verbauten Komponenten der Paketbombe davon aus, dass diese vom selben Täter stammt wie die Paketbomben an den Getränkehersteller ADM Wild in Eppelheim und die Lidl-Zentrale in Neckarsulm im Februar 2021. Ein drittes Paket, das an den Babynahrungshersteller Hipp im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm adressiert war, wurde in einem Paketverteilzentrum am Flughafen München abgefangen und entschärft. Derzeit gebe es keine Hinweise auf mögliche weitere Paketbomben, so der Sprecher.

Explosion in Frankfurt: Verbindung zu Fällen bei Lidl und ADM Wild?

Ein Mitarbeiter in der Warenannahme von ADM Wild war am 16. Februar 2021 durch die explosive Postsendung verletzt worden. Am Folgetag hatten drei Menschen beim Öffnen eines Briefes bei Lidl durch eine Explosion Verletzungen erlitten.

Der Tatverdacht richtete sich zunächst gegen einen 67 Jahre alten Rentner aus Ulm. Die Polizei vermutete ihn auf den Videoaufnahmen aus einer Postfiliale in Ulm. Dort war zu sehen, wie ein vermummter Mann eines der verdächtigen Pakete aufgab. Zudem fand die Polizei Kartonagen in der Wohnung des Rentners, die dem Material der verschickten Paketbomben glichen.

Paketbomben-Serie: Freispruch für einst Verdächtigen rechtskräftig – Suche nach Täter läuft

Im Prozess vor dem Landgericht Heidelberg sprach das Gericht den Mann im November 2021 jedoch frei, da bis zuletzt Zweifel daran bestanden, ob es sich bei ihm wirklich um den Täter handelte. So kam etwa ein Gutachten zu dem Schluss, dass sich die Ohrläppchen des 67-Jährigen von denen des vermummten Mannes auf den Videoaufnahmen unterschieden.

Der Freispruch ist inzwischen rechtskräftig. Mehr als 200 Tage saß der 67-Jährige in Untersuchungshaft. Er hatte stets seine Unschuld beteuert. Die Anklage hatte ihm vorgeworfen, er habe die Postsendungen nutzen wollen, um von den adressierten Lebensmittelunternehmen Geld zu erzwingen. Nun fahndet die Polizei erneut nach dem Täter – und setzt wieder auf die Überwachungsaufnahmen der Filiale in Ulm. Für Hinweise ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt. Der Fall sollte zudem in der am Mittwochabend terminierten ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ vorgestellt werden. (dpa)

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