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Das Frankfurter Caféhaustrio spielt zur Eröffnung des neuen Seniorentreff Café Melange.

Altenhilfe

Seniorentreff neu eröffnet

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Nach zehn Jahren hat das Zentrum am Römer eine neue Heimat, die aber gefällt nicht jedem.

Rudi Baumgärtner erinnert sich. Vor fast zehn Jahren entstand die Revolte. Widerstand entwickelte sich in der Frankfurter Altstadt. Mit dem geplanten Abriss des Technischen Rathaus musste auch der Seniorentreff des Frankfurter Verbands für Alten- und Behindertenhilfe e.V. sein Begegnungszentrum am Römer schließen.

18 Jahre war Baumgärtner Vorstandsmitglied des Verbands. „Die Treffen am Römer waren ein Renner“, sagt der 82-Jährige. Nun sitzt er im Café Melange, dem neuen Begegnungszentrum des Verbands. Am Montag wurde der Seniorentreff im Hof zum Rebstock offiziell eröffnet, der erste Kaffee mit Kuchen wurde aber schon im September serviert. Baumgärtner ist zum ersten Mal dort. Er schätzt die „ruhige, sehr angenehme Atmosphäre“, die die fast 120 Quadratmeter bieten. Im Hintergrund erklingt die Live-Musik im Raum.

Seit 1976 gab es den Treffpunkt im Technischen Rathaus am Römer. Nach dem Aus 2009 herrschte zunächst Stillstand und Ungewissheit, erinnert sich Daniela Birkenfeld. Die CDU-Stadträtin ist zu der Eröffnungsfeier gekommen. Als Sozialdezernentin beschäftigte sie der Seniorentreff schon vor rund einem Jahrzehnt. Mit den 30 Gästen heute blickt sie auf die Vergangenheit zurück.

Nach der Schließung folgte eine Interimsphase und dann die Eröffnung des Main-Treffs in Sachsenhausen. Kein Parterre wie am Römer, sondern Räume in den höheren Stockwerken. Dennoch sind viele Senioren dem Verband treu geblieben und den Weg über den Main mitgegangen.

Das sollte aber immer nur eine Zwischenlösung bleiben. In den vergangenen Monaten fand dann der Umzug in die neue Altstadt statt. Der neue Treffpunkt sollte wieder zentral liegen, mit guten Anbindungsmöglichkeiten und Barrierefreiheit für die Besucherinnen und Besucher.

In Kooperation mit dem St. Katharinen und Weißfrauenstift, das einen Teil des Hauses Rebstock vermietet, wurden dann die neuen Räume gefunden. Es gibt ein Café sowie einen Gruppenraum für die Senioren. Yoga, Literaturvorlesungen oder das Tanzcafé am Freitagabend werden dort angeboten. Ein beliebter Treffpunkt, versichern die Anwesenden. Wer den Frankfurt-Pass besitzt, zahlt einen reduzierten Preis.

Für Manuela Wich fehlt es dem Seniorentreff an sozialer Bindung. Die 63-Jährige sieht den Umzug in die neue Altstadt kritisch. Der Standort vermittelt in ihren Augen einen kommerziellen Eindruck, ihr fehlt der Wohlfühlfaktor.

Sie kenne sieben bis acht Bekannte von den „alten Römertreffen“, die nicht mehr kommen, weil sie „den Eindruck haben, es sich nicht mehr leisten zu können. Es ist auch ein gewisses Schamgefühl dabei“, sagt Wich. Sie selbst habe eine Schachgruppe im neuen Treff initiiert. Es seien die „kleinen Leute“, die das Begegnungszentrum beleben würden.

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