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Klimaschutz

Wie leben wir im Jahr 2040? 

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Nachhaltige Zukunftsmodelle: Das Senckenberg-Museum in Frankfurt zeigt, wie unser Alltag in Zukunft aussehen könnte. 

In der Küche blubbert der Algen-Generator für den morgendlichen Smoothie. Zur Arbeit geht es dann mit Reifen aus Löwenzahn und Treibstoff auf pflanzlicher Basis. Werden wir so in Zukunft leben? Dieser Frage geht eine neue Ausstellung im Senckenberg-Museum nach. Vom, 28.Mai bis zum 30. September 2020 wird man hier Ideen sehen, wie der Alltag im Jahr 2040 aussehen könnte.

Die Ausstellung sei keine gewöhnliche. „Sie wirft auch ein neues Schlaglicht auf die Zukunft des Senckenberg-Museums“, sagt Eva Roßmanith, Leiterin der Abteilung Bildung und Vermittlung des Museums, am Montag. Denn maßgeblich beteiligt an dem Inhalt der Ausstellung seien neben Wissenschaftlern auch Unternehmensleiter, Schüler, Rentner oder Banker, die in Diskussionsrunden nach Museumsschluss im großen Dinosauriersaal debattierten. Die Ausstellung sei „Ergebnis dieses konstuktiven Streitens“, sagt Simone Kimpeler vom Fraunhofer-Institut.

Symbol: der Coffee-to-go-Becher.

Die Verantwortlichen der Senckenberg-Gesellschaft und dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) legten Wert darauf, „einen Austausch von Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern“ sagt Katrin Böhning-Gaese, Leiterin des Programms Wissenschaft und Gesellschaft. „So kommt es, dass der Chemiekonzernchef mit einer Schülerin über den Klimawandel diskutiert.“

Neben den Diskussionsrunden im Museum gab es zwei Workshops mit zwölf Schülern der Helmholtzschule. Diese hätten gezeigt, dass drei Bereiche besonderes Interesse geweckt hätten: erstens der Konsum, vor allem die Verwendung von Plastik- und Papierprodukten, zweitens die Ernährung und da der Fleischkonsum und drittens die Energieproduktion beziehungsweise der Verbrauch. Die Arbeit mit den Kindern sei eine willkommene Abwechslung und unheimlich inspirierend, sagt Kuratorin Christina Höfling: „Die Jugendlichen bringen eine beeindruckende Begeisterung mit.“

Die Ausstellung "Zukunft gestalten - Wie wollen wir leben?" im Senckenberg Museum läuft vom 28. Mai 2019 bis zum 30. September 2020. Sie beginnt mit der Darstellung eines alltäglichen Morgens im Jahre 2040, im Herbst soll der Mittag folgen, und nächstes Jahr schließt der Abend die wachsende Ausstellung ab. 

Ein immer wiederkehrendes Element der Ausstellung sind drei Tafeln, die verschiedene Szenarien aufzeigen. Die Tafeln eröffnen mögliche Entwicklungen im High-Tech-Bereich, dem persönlichen Konsum und der Politik. Es gibt kein Szenario, das nicht in der „Bioökonomie“, also einer nachhaltigen Wirtschaft, endet. Die Organisatoren gehen nämlich davon aus, dass die Transformation schon begonnen hat; einfache Lösungen gebe es nicht.

Bevölkerungswachstum beispielsweise sei weniger das Problem. Eine Grafik stellt dies dar. Zum Vergleich: Die USA hat einen Pro-Kopf-Ressourcenverbrauch, für den fünf Erden benötigt würden. Indien mit seiner großen Bevölkerung benötigt hingegen nicht mal eine ganze Erde.

Gemeinsam sollen die Besucher über das komplexe Thema diskutieren. Simone Kimpeler (Fraunhofer-Institut) betont: „Wir machen keine Vorhersagen, wir wollen anregen, über die Zukunft nachzudenken“.

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