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Die Goethe-Uni.

Goethe-Uni

Semesterstart an der Goethe-Uni

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Am Montag hat die Uni wieder begonnen. Einige Studierende sind gespannt auf ihre erste Vorlesung, andere stehen kurz vor dem Abschluss.

Der riesige Hörsaal 1 platzt aus allen Nähten. Vor dem Rednerpult hat sich eine lange Schlange gebildet, es werden Skripte verkauft. Johanna Mosny hat noch einen Platz in der letzten Reihe ergattert, vor ihr liegen ein Block und das Strafgesetzbuch, sie wartet, dass die erste Vorlesung ihres Lebens beginnt. Die 18-Jährige ist eine von Tausenden Erstsemestern, für die am Montag ihr Studium an der Goethe-Universität in Frankfurt begonnen hat. Dass es lernaufwendig werden wird, ist ihr bewusst. „Mal schauen, wann mich das nervt.“

Auch Studienanfänger Fabian Bednarek und zwei seiner Kommilitonen sind gespannt auf die Jura-Vorlesung. Das Coole am Studium sei ja, dass alles viel selbstständiger sei als in der Schule, „man kann selbst planen und entscheiden, ob oder welche Vorlesung man besucht“. Und man lerne fürs Leben, denn Jura habe viel mit dem realen Leben zu tun. Joel Mahler will Anwalt werden, sagt er, „Plan B ist Polizist“, falls er die Prüfungen nicht besteht. Schwierig sei der Start nicht gewesen, „die Mentoren haben uns alles erklärt und gezeigt“, sagt Alexander Schaab. Das sind Studenten aus den höheren Semestern. Noch wohnen alle bei ihren Eltern in Frankfurt oder im Umland.

Auf dem Platz vor dem Hörsaalgebäude am Campus Westend sonnen sich die Studenten, manch einer frühstückt, andere holen sich in der Mensa Mittagessen. Erika sitzt auf einer Bank mit Kopfhörern im Ohr. Sie freut sich auf ihr Studium der Germanistik. „Das bringt mich näher zu meinem Traumjob.“ Und der ist Lektorin. Noch pendelt die 19-Jährige von Erbach im Odenwald, wenn sie einen Nebenjob gefunden hat, will sie nach Frankfurt ziehen. Sie hofft, neue Freunde zu finden - und einen netten Mann. Denn an der Schule sei die Auswahl doch begrenzt gewesen.

Für andere liegt das Gros der Studentenzeit schon hinter ihnen, vor ihnen: ein neues Wintersemester. Eine Frau, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will, kann in drei Semestern ihr Lehramtsstudium abschließen. Es ist ihr zweites Studium. Die 36-Jährige hat Erziehungswissenschaften studiert und in dem Beruf gearbeitet, wollte aber etwas, dass ihr besser liegt und mehr Sicherheit bietet. Der Campus der Frankfurter Uni gefalle ihr zwar sehr gut, „aber die Organisation ist extrem chaotisch und niemand fühlt sich verantwortlich“.

In der verglasten Rotunde mit Cafeteria sitzen die Studierenden an kleinen Tischen, schreiben auf ihren Laptops, lesen oder unterhalten sich, davor fragt sich eine Studentin zum Hörsaal 6 durch, am schwarzen Brett werden Wohnungen, Aushilfen oder Tandem-Sprachpartner gesucht. Einige treffen sich nach den langen Ferien wieder. Ersel Yildirim begrüßt einen Kommilitonen, er studiert Soziologie im dritten Semester. Im Urlaub war er nicht, „ich habe gearbeitet und Hausarbeiten geschrieben“. Sein Studium mache ihm Spaß, aber es komme immer auf die Professoren an, die unterrichten. Was er damit machen will, weiß er noch nicht genau. „Mit Jugendlichen arbeiten fände ich gut, oder Personalmanagement, da verdient man mehr.“ Aber erst mal Kaffee trinken.

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